VonAndreas Steppanschließen
Pflegeheim-Planungen, Kindergarten-Eröffnung, Radwegbau, schnelles Internet, Einheimischenmodelle, Umsetzung des Walchensee-Konzepts und vieles mehr: In den Gemeinden des Isarwinkels wird auch 2019 ein bewegtes Jahr. Eine Vorschau.
Lenggries
Eine Vielzahl von Projekten hat die Gemeinde Lenggries für 2019 auf der Agenda. Als ein „großes Thema“ nennt Bürgermeister Werner Weindl das bisherige Kreispflegeheim an der Karwendelstraße. Die Gemeinde errichtet den nötigen Ersatzneubau und vergibt den Betrieb an einen privaten Träger. „Der Betreiber wird voraussichtlich im Februar feststehen“, sagt der Rathauschef. „Danach wollen wir mit ihm gemeinsam in die Planung einsteigen. Unser Ziel ist, dass wir Ende 2019 die Baugenehmigung beantragen können.“
Fertig werden will die Gemeinde im neuen Jahr mit dem Umbau der Kläranlage. Auch die Hackschnitzelheizung in der Schule soll laut Weindl 2019 in Betrieb gehen. Von dort aus sollen über ein Nahwärmenetz auch die Tourist-Info, das Rathaus, der Gasthof Post, der Alpenfestsaal und die Bücherei versorgt werden. Für die Arbeiten daran müssen sich die Bürger auf Beeinträchtigungen in der Ortsmitte einstellen.
„Spätestens im März“, so Weindl, sollen die Arbeiten in der „Post“ beginnen. In dem ehemaligen Gasthof sollen wie berichtet ein Kindergarten und ein Mehrzwecksaal unterkommen. Weindl rechnet damit, dass der erste Probebetrieb des Kindergartens im Frühjahr 2020 startet und eine reguläre Anmeldung ab dem Kindergartenjahr 2020/21 möglich wird. Vorantreiben möchte Weindl 2019 das Einheimischenmodell auf dem gemeindlichen Grundstück an der Enzianstraße. „Jetzt, wo der Hochwasserschutz am Lahnerbach gewährleistet ist, können wir da weiterplanen.“
Reichersbeuern
Wichtige Weichenstellungen stehen laut Bürgermeister Ernst Dieckmann zur Dorferneuerung in Reichersbeuern an. Als Grundlage für alle weiteren Schritte soll 2019 ein Gesamtentwicklungskonzept erstellt werden.
Gebaut wird in Reichersbeuern 2019 natürlich auch: zum einen ein Nahwärmenetz, zum anderen – so hofft Dieckmann – ab Herbst auch in den jetzigen Raiffeisenbank-Räumen im „Altwirt“-Gebäudekomplex. Dort soll der künftige Sitz der Gemeindeverwaltung entstehen. Das geht freilich erst, wenn die Bank ihr eigenes neues Gebäude errichtet hat und dorthin umgezogen ist. Dieckmann kalkuliert, dass das Rathaus 2020 sein neues Quartier bezieht.
„Vielleicht einen großen Schritt voran“ könnte es laut dem Bürgermeister bei einem weiteren Dauerbrenner-Thema gehen: der Frage einer Dorfentlastungsstraße.
Ein großes Thema für die Verwaltungsgemeinschaft mit Greiling und Sachsenkam werde die Auflösung der gemeinsam betriebenen Asylunterkunft am Kranzer Mitte des Jahres. „Logistisch wird es darum gehen, das kleine Dorf abzubauen und zu schauen, ob wir die Mobile Homes verkaufen oder einen Teil selbst nutzen können, zum Beispiel als Obdachlosenunterkunft.“
Greiling
„Oberste Priorität“ hat nach Aussage von Bürgermeister Anton Margreiter in Greiling die Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses. „Mitte des Jahres sollte es soweit sein, sodass wir im Herbst mit Sack und Pack einziehen können“, sagt er. Zudem gelte es für Greiling, 2019 weiter um seine Belange bei der Planung der Tölzer Nordspange zu kämpfen, nämlich um eine bessere Entwässerung und einen Radweg, über den man „in einem Zug“ nach Tölz fahren kann. „Leider beißen wir beim Staatlichen Bauamt auf Granit“, kritisiert Margreiter.
Ein weiteres großes Thema werde 2019 die Sanierung der Töl 12, der „Hauptverkehrsader“ Greilings. Und nicht zuletzt ist es dem Bürgermeister ein großes Anliegen, möglichst viele Bürger „dafür zu begeistern, sich kommunalpolitisch für die Gemeinde zu engagieren“. Schließlich steht im März 2020 die nächste Wahl an, und Margreiter, der selbst wieder als Bürgermeister kandieren will, würde sich „freuen, wenn es im Gemeinderat eine große Vielfalt“ gäbe.
Sachsenkam
Die Früchte ihrer Arbeit kann die Gemeinde Sachsenkam 2019 ernten. Aktuell laufen noch die letzten Arbeiten am neuen „Haus für Kinder“, das laut Bürgermeister Hans Schneil Mitte oder Ende Januar eröffnet. Hier wird es dann 75 Kindergartenplätze geben. Außerdem können 25 Grundschulkinder am Nachmittag betreut werden. Eine offizielle Einweihungsfeier soll es laut Schneil im späten Frühjahr geben. Bis dahin seien noch die Außenanlagen herzustellen.
Im jetzigen Kindergarten sind dann einige kleinere Umbauten nötig: Trockenwände werden versetzt, sodass ein Schlafraum entsteht, die WCs werden niedriger gesetzt, ein Wickeltisch und eine Fußbodenheizung kommen hinein. Denn die Räume werden anschließend zur Betreuung von bis zu 24 Krippenkindern genutzt.
Wackersberg
Zwei größere Vorhaben werden die Gemeinde Wackersberg nach Auskunft von Bauamtsleiter Georg Schöffmann 2019 beschäftigen. „Bei unserem Mehrgenerationenhaus in Oberfischbach ist jetzt der Keller fertig gestellt worden“, sagt er. „Im Frühjahr und Sommer sollen die Obergeschosse und das Dachgeschoss errichtet werden. Dann ist der Rohbau fertig.“
Für das geplante Einheimischenmodell an der Längentalstraße – beziehungsweise an der Waxensteinstraße, wie die neue Adresse lauten wird – soll laut Schöffmann 2019 die gesamte Erschließung der Bauparzellen hergestellt werden, also Trink- und Schmutzwasserkanal, Regenentwässerung, Telekom- und Stromanschluss et cetera.
Gaißach
Auf schnelleres Internet können sich etliche Gaißacher 2019 freuen. Laut Bürgermeister Stefan Fadinger beginnt die Telekom im Frühjahr mit dem Verlegen von Glasfaserkabeln von Moosen bis Untermberg und bis zum Reiserlift.
„Ganz oben auf der Agenda“ stehen in Gaißach außerdem Projekte, bei denen der Baubeginn allerdings noch nicht 2019 ansteht. So wird per Ausschreibung ein Planer für die Zweifachturnhalle neben der Schule in Wetzl gesucht. Eine Halleneinheit wird laut Fadinger über staatliche Mittel für den Schulbedarf finanziert, die andere – die dem großen Bedarf des SC Gaißach entgegenkommen soll – über ein Darlehen des Bayerischen Landessportverbands, wobei sich hier Gemeinde und Verein die Kosten teilen.
Auch zum Um- und Ausbau des Kindergartens will die Gemeinde die Planungen vorantreiben. Dabei, so Fadinger, will man am jetzigen Standort festhalten.
Nicht zuletzt steht eine personelle Veränderung im Rathaus an. Verwaltungsleiter Hubert Schweiger geht in den Ruhestand, ein Nachfolger wird gesucht.
Jachenau
Die kleine Gemeinde Jachenau hat mit Kauf und Umbau der „Post“ zuletzt ihren „Haushalt strapaziert“, sagt Bürgermeister Georg Riesch. Daher sei erst einmal Sparen angesagt. „Aber das bedeutet nicht Stillstand.“
Besonders am Herzen liegt dem Gemeindeoberhaupt, dass es mit den Radweg Lenggries-Jachenau vorangeht. Gebaut wird er wie berichtet vom Freistaat, und Riesch hofft auf Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Spätsommer (siehe auch Lokalseite 1). Für Planungen und Grunderwerb ist die Gemeinde zuständig. Für den zweiten Bauabschnitt vom Ortsteil Niggeln bis zur Schule sei der Grunderwerb „praktisch abgeschlossen“, sagt Riesch. Die Planung solle nun vervollständigt werden. Ginge es nach Riesch, könnte es 2019 mit dem Bau losgehen.
Im Rahmen des Städtebauförderprogramms hat sich die Gemeinde für die Ortsmitte als nächstes den barrierefreien Ortsdurchgang sowie die Parksituation und die Schaffung öffentlicher Toiletten vorgenommen. „Was davon 2019 umgesetzt wird, wird man sehen.“ Im Angriff nimmt die Gemeinde ein neues Einheimischenmodell mit drei bis vier Bauparzellen in Niggeln. „Und dann müssen wir schauen, welche Überraschungen und Herausforderungen durch das Walchensee-Konzept auf uns zukommen“, sagt Riesch. „Die Umsetzung wird uns sicher stark in Anspruch nehmen.“
