„Es gibt nur ein Dieter Reiter“: SPD nominiert amtierenden Rathaus-Chef als OB-Kandidaten
VonSascha Karowski
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Dieter Reiter tritt ein drittes Mal als OB-Kandidat an. Die SPD nominiert den 67-Jährigen mit über 95 Prozent. Reiter verspricht, das Münchner Miteinander weiter zu stärken.
München – Dass bei Parteiveranstaltungen die Tonalität schon mal schärfer oder gar schräger wird, ist so ungewöhnlich nicht – auch nicht beim Parteitag der Münchner SPD am Montagabend. Allerdings schlugen in der Alten Kongresshalle nicht die Redner andere Töne an, sondern der Wirt der Deutschen Eiche Dietmar Holzapfel und sein Lebensgefährte Sepp Sattler. Die hatten – nicht abgesprochen, wie die SPD versichert – kurzerhand die Bühne gekapert und dort ein Lied über Dieter Reiter intoniert: In „Es gibt nur ein Rudi Völler“-Manier, nur eben mit anderem Protagonisten: „Es gibt nur ein Dieter Reiter!“ Der so Verewigte wurde anschließend von den Genossen mit 95,19 Prozent zum OB-Kandidaten gekürt. Ob die Gesangseinlage nun eher Stimmen gekostet oder gewonnen hat, ist derweil nicht überliefert.
Parteitag der SPD in München: Dieter Reiter wird ein allerletztes Mal als OB-Kandidat antreten
Reiter hatte eingangs gesagt, es werde definitiv seine letzte Runde. „Ich bewerbe mich also zum dritten Mal. Und an alle potenziellen Nachfolger: Es ist heute das letzte Mal, versprochen.“ Eigentlich hätte der Rathaus-Chef gar nicht mehr antreten dürfen, denn bis 2023 galt in Bayern eine Altersgrenze für Kommunalpolitiker. Da war mit 67 Schluss. Doch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hob das Verdikt auf. Reiter, mittlerweile tatsächlich 67, habe sich dann gefragt, ob er noch mal wolle, ob er noch mal die Kraft habe. Und er habe diese Fragen deutlich mit Ja beantworten können.
Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind
Nach der Wahl bedankte sich Reiter für die Nominierung und den Rückhalt. „Dieses klare Votum ist für mich nicht nur ein Vertrauensbeweis, sondern auch eine Bestätigung für den Weg, den wir gemeinsam in den letzten Jahren gegangen sind.“ München sei stark, weil so viele Menschen Verantwortung übernehmen – in den Vereinen, in den Betrieben, in den Kitas und Schulen, in der Nachbarschaft.
Parteitag der Münchner SPD: Reiter glaubt, die Stadt funktionere am besten, wenn sich alle unterstützen
„Ich kandidiere erneut, weil ich genau dieses Miteinander weiter stärken möchte.“ Und weil er fest daran glaube, dass die Stadt dann am besten funktioniere, wenn „wir einander unterstützen und Lösungen gemeinsam entwickeln. München soll auch in Zukunft ein Ort bleiben, an dem man sich zu Hause fühlt, an dem Chancen entstehen und an dem wir füreinander einstehen.“
Dieter Reiter stehe für eine Stadtpolitik, die München stabil halte und gleichzeitig weiter voranbringe, sagte SPD-Chef Christian Köning. „Unsere Stadt funktioniert, weil wir sie gemeinsam mit Blick auf das Gemeinwohl gestalten und den Zusammenhalt stärken. Die Münchner wissen, dass sie sich auf unseren OB Dieter Reiter und das Team SPD verlassen können.“