K-Fall gilt seit Montagmorgen

Hochwasserlage in Regensburg bleibt angespannt: Oberbürgermeisterin spricht von „echter Sorge“

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  • Lilli Schaule
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In Regensburg erreicht die Donau einen Pegel von über sechs Metern. Damit gilt die Hochwasser-Meldestufe vier. Inzwischen gilt der K-Fall und ein Aufruf an alle Regensburger.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alles zum Hochwasser in Regensburg lesen Sie in unserem Flut-Ticker für den Freistaat. +++

Update vom 4. Juni, 16.16 Uhr: Die Oberbürgermeisterin von Regensburg hat die Hochwasserlage in der Stadt am Dienstag als angespannt bezeichnet. „Wir haben noch ein, zwei Tage echte Anspannung, echte Sorge, dass uns das hält, was wir an Schutzmaßnahmen gerade hier in diesem Bereich auf den Inseln aufgebaut haben“, sagte Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) am Nachmittag bei einem Besuch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Oberpfalz. 

Hochwasserlage in Regensburg bleibt angespannt: „echte Sorge, ob uns das hält“

Die Böden auf den Donauinseln seien „wirklich feucht“, „nass, schwammig“, „wie ein Wackelpudding“, sagte Maltz-Schwarzfischer. „Das heißt, die Lage ist nach wie vor angespannt.“ Der Wasserstand der Donau halte sich derzeit auf hohem Niveau, sinke bislang aber nicht.

Söder sagte in Regensburg, die Stadt sei „erfahren, professionell, gut aufgestellt beim Hochwasserschutz“. Doch nun drücke das Grundwasser gegen die Verankerungen der Vorrichtungen und mache diese „wackelig“. Mit Blick auf die kommenden Tage bleibe man daher „in Hab-Acht“-Stellung, betonte Söder. „Wir fokussieren uns darauf, dass wir die nächsten Tage gut überstehen.“

Update vom 4. Juni, 15.50 Uhr: Der Pegel der Donau in Regensburg hält sich seit dem Morgen stabil um die 6,15 Meter. Ein Anstieg ist in den nächsten Stunden wohl nicht mehr zu erwarten. Die Prognose des HND zeigt eine Stagnation oder sogar ein Sinken des Pegels voraus. Im 120 Kilometer entfernten Passau ist die Lage derzeit allerdings kritisch. Hier steht der Wasserhöchststand noch bevor, die Stadt hat den Katastrophenfall ausgerufen.

Hochwasserlage in Regensburg: Zu volle Züge müssen geräumt werden

Update vom 4. Juni, 11.50 Uhr: Die Lage in Regensburg bleibt angespannt, der Donaupegel befindet sich nach wie vor bei 6,15 Meter, also weit über der Meldestufe 4. Am Regensburger Hauptbahnhof mussten drei Züge geräumt werden, weil sie zu voll waren. Viele Bahnreisende mussten wegen des Hochwassers auf andere Züge ausweichen. Wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte, wurden am Montag zunächst 80 Menschen aus einem Zug von Passau nach Hamburg-Altona geholt. Später holten die Beamten in zwei Zügen auf der Strecke Regensburg – München einmal 90 und später 250 Reisende aus den Fahrzeugen. Die restlichen Insassen konnten weiterfahren.

Update vom 4. Juni, 7.13 Uhr: Die Donaupegel Oberndorf, Eiserne Brücke und Schwabelweis haben deutlich die Meldestufe Tendenz 4 überschritten. „Bedingt durch die Niederschläge von gestern und dem damit verbundenen Wiederanstieg von Lech und Iller hat sich an der Donau ein sehr langgezogener HW-Scheitel gebildet, der in Regensburg die HW-Stände weiterhin über der Meldestufe 4 verharren lässt, bzw. noch ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist.“ Das berichtet der Hochwassernachrichtendienst in einer Meldung um 6.11 Uhr.

Katastrophenfall in Regensburg ausgerufen: das Hochwasser in der Weltkulturerbe-Stadt in Bildern

Der Blick auf den Regensburger Dom wird von den Wassermassen überschattet. Ganze Wiesen sind überflutet und Bäume stehen im Wasser. Die Stadt hat umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und bittet die Bürger um Mithilfe.
Der Blick auf den Regensburger Dom wird von den Wassermassen überschattet. Ganze Wiesen sind überflutet und Bäume stehen im Wasser. Die Stadt hat umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und bittet die Bürger um Mithilfe. © dpa
Mitarbeiter der Stadt Regensburg bauen Schutzwände in der Altstadt am Donauufer auf. Die Absperrung soll vor dem steigenden Wasserpegel des Flusses schützen.
Mitarbeiter der Stadt Regensburg bauen Schutzwände in der Altstadt am Donauufer auf. Die Absperrung soll vor dem steigenden Wasserpegel des Flusses schützen.  © dpa
Menschen laufen an der Donau entlang und machen sich ein Bild von der angespannten Lage. Sandsäcke und eine mobile Hochwasser-Schutzwand dienen als Schutz vor dem Hochwasser in Regensburg.
Menschen laufen an der Donau entlang und machen sich ein Bild von der angespannten Lage. Sandsäcke und eine mobile Hochwasser-Schutzwand dienen als Schutz vor dem Hochwasser in Regensburg.  © Pia Bayer/dpa
Anwohner am Ufer der Donau in Regensburg schichten Sandsäcke vor einem Ladeneingang zum Schutz vor dem Hochwasser. In diesen Tagen zählt jede helfende Hand.
Anwohner am Ufer der Donau in Regensburg schichten Sandsäcke vor einem Ladeneingang zum Schutz vor dem Hochwasser. In diesen Tagen zählt jede helfende Hand. © dpa
Zwei Personen in Regenjacken schauen sich die Wassermassen an. Ein Schild warnt an der Steinernen Brücke vor dem Hochwasser der Donau, eine Absperrung verbietet das Betreten der Uferwege.
Zwei Personen in Regenjacken schauen sich die Wassermassen in Regensburg an. Ein Schild warnt an der Steinernen Brücke vor dem Hochwasser der Donau, eine Absperrung verbietet das Betreten der Uferwege. © Armin Weigel/dpa
Ein Uferweg in Regensburg an der Donau ist mit einer mobilen Hochwasser-Schutzwand gesichert, Sandsäcke liegen bereit. Der Regensburger Dom im Hintergrund hängt in grauen Regenwolken.
Ein Uferweg in Regensburg an der Donau ist mit einer mobilen Hochwasser-Schutzwand gesichert, Sandsäcke liegen bereit. Der Regensburger Dom im Hintergrund hängt in grauen Regenwolken. © Pia Bayer/dpa
Eine Absperrung verbietet das Betreten eines Weges an der Donau. Ein Schild warnt vor dem Hochwasser. Uferwege rund um die Donau sind für Fußgänger gesperrt. Im Hintergrund wurden Sandsäcke und Schutzwände zum Schutz vor den Wassermassen aufgebaut.
Eine Absperrung verbietet das Betreten eines Weges an der Donau. Ein Schild warnt vor dem Hochwasser. Uferwege rund um die Donau sind für Fußgänger gesperrt. Im Hintergrund wurden Sandsäcke und Schutzwände zum Schutz vor den Wassermassen aufgebaut. © Pia Bayer/dpa
In einem überfluteten Fußballtor sammeln sich Blätter und Zweige im Hochwasser der Donau, ein Vogel pickt sich Verwertbares heraus. An Fußballspielen denkt in Regensburg die Tage niemand.
In einem überfluteten Fußballtor sammeln sich Blätter und Zweige im Hochwasser der Donau, ein Vogel pickt sich Verwertbares heraus. An Fußballspielen denkt in Regensburg die Tage niemand. © dpa

Hochwasser in Bayern: Evakuierungen in Regensburg

Update vom 3. Juni, 20.12 Uhr: Aufgrund des steigenden Grundwasserspiegels beginnt noch heute in Regensburg eine Evakuierung. „Da der Untergrund der Werftstraße aufgrund des hohen Grundwasserspiegels immer mehr aufweicht, besteht die unmittelbare Gefahr, dass die Hochwasserschutzelemente keinen Halt mehr haben, schlagartig versagen und die Werftstraße geflutet wird“, teilt die Stadt mit.

Aus diesem Grund habe die Führungsgruppe Katastrophenschutz entschieden, die Bewohnerinnen und Bewohner der gesamten Werftstraße noch heute Abend (3. Juni), ab 21 Uhr zu evakuieren. Es sind rund 200 Personen von der Evakuierung betroffen. „Wer die Möglichkeit hat, der sollte die nächsten Tage bei Freunden oder Verwandten verbringen.“ Für alle anderen wird eine Notunterkunft in der Sporthalle der Kerschensteiner Berufsschule errichtet.

Update vom 3. Juni, 15.30 Uhr: Für Regensburg wurde der Katastrophenfall ausgerufen (siehe Erstmeldung). Die Stadt rief bereits die Bürger dazu auf, Keller und Garagen in Flussnähe zu räumen. „Laut Prognose wird der Wasserhöchststand an der Eisernen Brücke voraussichtlich für den frühen Dienstagvormittag, 4. Juni, erwartet“, teilt die Stadt mit. „Da der Hochwasserpegel nur langsam sinkt, besteht auch Gefahr aufgrund der hohen Grundwasserstände.“

„Das ist lebensgefährlich!“: Stadt Regensburg warnt vor Wasserhöchststand

Auch durch die aufgebauten Schutzelemente könnte das Wasser durchbrechen. Daher weist die Stadt daraufhin, sich nicht in Kellern, Tiefgaragen oder anderen Bereichen in Flussnähe aufzuhalten. „Das ist lebensgefährlich!“. Für das Abpumpen von Häusern gelte: Überflutete Keller sollten erst leergepumpt werden, wenn der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Vorschnelles Abpumpen könne die Statik gefährden.

Erstmeldung vom 3. Juni, 14.30 Uhr: Regensburg – In weiten Teilen Bayerns nimmt der Regen seit Tagen kein Ende. Flüsse und Bäche treten über das Ufer, Wassermassen fluten Keller und die Hochwasserpegel steigen immer weiter an. Die Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz, in diesen Tagen zählt jede helfende Hand. In Regensburg ist die Lage besonders angespannt. Hier hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Montagmorgen, den 3. Juni, den Katastrophenfall ausgerufen, wie eine Pressemitteilung der Stadt informiert. Dieser tritt ein, wenn „die Lebensgrundlage oder die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen gefährdet“ ist, heißt es von Seiten der Stadt. Die Bürgermeisterin ist gleichzeitig die Leiterin der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt.

Der Blick auf den Regensburger Dom wird von den Wassermassen überschattet. Ganze Wiesen sind überflutet und Bäume stehen im Wasser. Die Stadt hat umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und bittet die Bürger um Mithilfe.

„Lebensgrundlage oder die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen gefährdet“

Grund für ihre Entscheidung sei der Wasserpegel der Donau an der Eisernen Brücke. Hier betrug die Flusshöhe am frühen Morgen 5,8 Meter. Damit gilt die Hochwasser-Meldestufe 4. Inzwischen liegt der Pegel der Donau bei 6 Metern, wie der Hochwassernachrichtendienst Bayern schildert. Und die Pegel steigen weiter. Der Scheitelpunkt wird erst in den kommenden Tagen erwartet.

Weiterer Anstieg des Hochwassers erwartet

Laut aktuellen Prognosen bleibe der Pegel unter dem Hochwasserstand 2013, wie die Mitteilung weiter informiert. Damals stieg die Donau auf 6,8 Meter an. Trotzdem bestehe laut dem Wasserwirtschaftsamt ein Unterschied zum Hochwasser von vor 11 Jahren. Jetzt gelte die Meldestufe 4 über mehrere Tage hinweg. Dadurch erreiche der Grundwasserspiegel sehr hohe Werte. Das Hochwasser könnte so noch weiter ansteigen.

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Umfangreicher Hochwasserschutz: Stadt mit Aufruf an alle Bürger

Die Stadt empfiehlt deshalb allen Regensburgern, Keller und Garagen in Flussnähe zu räumen. Anwohner sollten zudem eigene Öltanks auf ihre Auftriebssicherheit überprüfen. Die Stadt habe am Freitag, 31. Mai, mit dem Aufbau des Hochwasserschutzes begonnen. Je nachdem wie sich der Pegel der Donau weiter entwickelt, weite Regensburg die Maßnahmen aus. Das Gartenamt befülle Sandsäcke für Bürger, die vom Hochwasser betroffen sind. Die Sandsackdepots können auf der Internetseite der Stadt Regensburg eingesehen werden.

Nach heftigem Regen-Wochenende in Bayern: Fotos zeigen dramatische Hochwasser-Lage

Hochwasser in Bayern - Offingen
Eine Ölteppich ist auf einem vom Hochwasser der Mindel überschwemmten Grundstück zu sehen. Das Foto wurde mit einer Drohne gemacht. Seit Tagen kämpfen die Helfer in Bayern und Baden-Württemberg gegen die Flut und ihre Folgen. Die Hochwasserlage ist weiter dynamisch und unübersichtlich. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - Offingen
Offingen in Schwaben wurde vom Hochwasser schwer getroffen. Dort wird ein 22-jähriger Feuerwehrmann vermisst. Er befand sich mit Kollegen auf einem Boot, als dieses wegen starker Strömung kenterte. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - Reichertshofen
Reichertshofen in Oberbayern wurde ebenfalls von den Wassermassen geflutet. Ministerpräsident Markus Söder, Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Kanzler Olaf Scholz machten sich am Montag, 3. Juni, vor Ort ein Bild der Lage. © Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - Reichertshofen
Ein Foto vom Sonntag zeigt die dramatische Hochwasserlage in Reichertshofen. © Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - Schrobenhausen
Schrobenhausen in Oberbayern hat es ebenfalls schlimm erwischt. Eine 43-Jährige starb in ihrem überfluteten Keller. Sie war das zweite Todesopfer, in Pfaffenhofen war zuvor bereits ein Feuerwehrmann bei einem Rettungseinsatz gestorben. © Marc Gruber/tv7news/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - München
Auch die Isar hatte einen hohen Wasserstand, wie ein Foto auf Höhe der Tierparkbrücke in München zeigt. Nach zwei Tagen mit starken Regenfällen bessert sich die Lage in der bayerischen Landeshauptstadt, während es in anderen Landesteilen weiterhin Überschwemmungen gibt. © Felix Hörhager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hochwasser in Bayern - Straubing
Vor dem Herzogsschloss in Straubing führt die Donau Hochwasser. Das Foto wurde am Montag, 3. Juni, aufgenommen. © Ute Wessels/dpa +++ dpa-Bildfunk
Hochwasser in Bayern - Passau
Die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund des Starkregens ebenfalls mit erheblichem Hochwasser zu kämpfen. Der Pegelstand der Donau stieg am Sonntag auf mehr als 7,70 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Zahlreiche Straßen und Plätze in Stadtgebiet standen am Sonntag unter Wasser. © Markus Zechbauer/Zema Medien/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bürgertelefon eingerichtet

Die Stadt bittet die Bürger, den Hochwasserschutz nicht zu übersteigen und sich nicht auf Schutzwände zu setzen. Auch Parkverbote am Ufer der Donau und Regen sollen Autofahrer beachten. Ein Bürgertelefon für Regensburg wurde unter 0941/5078936 eingerichtet. Die aktuellen Pegelstände können unter www.hnd.bayern.de eingesehen werden. Wir informieren Sie rund um die Uhr aktuell in unserem Bayern-Hochwasser-Ticker.

Rubriklistenbild: © dpa/Armin Weigel

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