Ehemals erster Supermarkt in Bad Tölz

Kaufland: Umbau statt Neubau

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Das Kaufland in Bad Tölz.

Rolle rückwärts. Der „Kaufland“ in der Lenggrieser Straße wird nun doch nicht abgerissen und neu errichtet. Das Bestandsgebäude soll nur noch umgebaut werden, teilt das Unternehmen mit.

Bad Tölz – Drei Jahre lang geht es nun hin und her. Wird der ehemals erste Supermarkt von Bad Tölz abgerissen und vollständig neu gebaut? Die Verhandlungen zwischen der Stadt Bad Tölz und dem Unternehmen aus Neckarsulm schienen vor einem halben Jahr abgeschlossen. Der neue Markt sollte aufgeständert werden und so auch Platz für einen großen überdachten Parkplatz geschaffen werden. Die Baupläne sollten noch 2019 vorgestellt werden. Auf Nachfrage teilte die „Kaufland Stiftung & Co. KG“ jetzt mit, dass man nun doch neue Pläne verfolgt.

„Wir haben uns entschieden, statt eines Neubaus das Bestandsgebäude umfangreich zu modernisieren“, schreibt Anna Münzing von der Kommunikationsabteilung des Neckarsulmer Unternehmens. Dadurch könne man den Kunden nach einer deutlich kürzeren Bauzeit eine moderne und zeitgemäße Einkaufsstätte bieten. Darüber seien auch die Kaufland-Mitarbeiter schon informiert worden. Ebenso die zahlreichen Fachgeschäfte im Inneren des Marktes. Aktuell, so berichtet Münzing, stimme man sich unternehmensintern über den Umbaupläne ab und wolle dann auf die Stadt zugehen. Das solle im Frühjahr geschehen. Nach diesen Gesprächen könne man erst Aussagen über den Umbauumfang treffen. 

„Riesenbadewanne“ schon lange vom Tisch

Die vorsichtige Formulierung geschieht nicht ganz grundlos. „Kaufland“ hatte mit Rücksicht auf den Bebauungsplan, der wenig Höhenzuwachs erlaubt, einen ziemlich verwegenen Plan für einen Neubau vorgelegt. Statt in die Höhe zu bauen, wäre man in die Tiefe gegangen und hätte den aufgeständerten Supermarkt in eine Betonwanne gestellt. Eine technisch - und finanziell - enorm aufwändige Geschichte. Die Bodenplatte hätte mit 366 acht Meter langen Bohrpfählen angehängt und gesichert werden müssen. Die „Riesenbadewanne“, wie Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann es ziemlich genau vor zwei Jahren formulierte, hätte unter Umständen auch die Grundwasserströme zu Ungunsten der Nachbarn geändert. Der Tölzer Bauausschuss lehnte das Vorhaben wegen vielfältiger Bedenken einstimmig ab, was einige atmosphärische Störungen zu Folge hatte. 

In der Folge bemühte sich die Stadt um einen Kompromiss. „Kaufland ist für uns ein wichtiger Betrieb“, sagt Bürgermeister Josef Janker. Der Neubau wäre nun auf dem jetzigen Niveau geplant gewesen. Die Wandhöhe wären damit zwei Meter höher geworden. Das Bauamt und auch der Stadtrat hätten dafür eine Änderung des Bebauungsplans befürwortet. Jetzt gibt es doch keinen Neubau auf dem 1,4 Hektar großen Areal, auf dem im Oktober 1972 der „Krone Center“ eröffnet wurde. 

Bürgermeister ist zufrieden

Mit der nun angestrebten Sanierung kann das Stadtoberhaupt Janker leben. Ihm ist ein anderer Punkt sehr wichtig. „Die Verkehrsanbindung mit einer Ampellösung zur Lenggrieser Straße ist nicht akzeptabel.“ Der Bürgermeister denkt an einen Kreisverkehr. „Da gibt es keine bessere Lösung.“ Damit käme es zu weniger Rückstaus an den Verkehrsachsen und auch die Fußgänger hätten eine sicherere Überquerungsmöglichkeit. „Kaufland“ hatte schon in der Vergangenheit signalisiert, dass man das Verkehrsthema angehen werde und Flächen für einen Kreisverkehr abtreten wolle.

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