VonSebastian Grauvoglschließen
Doppelte Freude bei der Fahrzeugweihe der Feuerwehr Waakirchen: Die Retter bekommen ihr ersehntes neues Hauptquartier – beim Kreisverkehr in Hauserdörfl.
Waakirchen – Ein vielsagendes Geschenk brachte Bürgermeister Sepp Hartl mit zur Weihe des neuen Mehrzweckfahrzeugs bei der Feuerwehr Waakirchen: ein Spritzenhaus im Miniaturformat. Nicht etwa, weil die Mannschaft um Kommandant Stefan Britz neuerdings eine Modelleisenbahn in ihren beengten Garagen eingerichtet hätte. Nein, Hartls Mitbringsel hatte mehr symbolischen Charakter: Die Waakirchner Einsatzkräfte bekommen endlich ein neues Feuerwehrhaus.
Am Kreisel bei Hauserdörfl soll das zweistöckige Gebäude entstehen, verrät Hartl auf Nachfrage unserer Zeitung. Den Kauf des gut 2200 Quadratmeter großen Grundstücks habe der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen. Der Vorvertrag mit dem bisherigen Eigentümer, einem Landwirt, sei bereits unterzeichnet. „Damit sollte eigentlich alles passen“, sagt Hartl. Die Fahrzeugweihe sei der passende Zeitpunkt gewesen, den Feuerwehrlern die erfreuliche Nachricht zu verkünden. „Das ist ein Zuckerl, das sie sich verdient haben“, sagt Hartl. „Hinter ihnen liegt eine sehr schwierige Zeit mit viel Unsicherheit.“
Wie berichtet, teilt sich die Feuerwehr ihr bisheriges Domizil neben dem Rathaus mit dem Bauhof. Nur zwei Garagentore stehen für die vier Fahrzeuge zur Verfügung. Das Ein- und Ausfahren ist mit einigem logistischen Aufwand verbunden. Das neue Mehrzweckauto, ein zum Einsatzleiter-Wagen umgebauter VW Crafter im Wert von 88 000 Euro, parkt wegen der akuten Platznot sogar in der Bauhofgarage.
Dass das kein Dauerzustand sein darf, war allen Beteiligten klar. Doch die Suche nach einer Lösung gestaltete sich schwierig. Wie berichtet, favorisierte der Gemeinderat zuerst einen Auszug des Bauhofs. Im Gespräch war ein Neubau beim Sportgelände Krai. Beim Blick auf die Umbaukosten im Feuerwehrhaus wurde der Plan jedoch schnell wieder zu den Akten gelegt. „Die wären durch die Brandschutzauflagen immens gewesen“, erklärt Hartl.
Daher habe man sich nun dazu entschieden, dass die Feuerwehr ein neues Haus bekommt. Neid beim Bauhof fürchtet der Bürgermeister nicht. „Die kommen schon klar.“ Schließlich würden durch den Auszug der Retter ja weitere Garagen frei. Wie genau das Feuerwehr-Hauptquartier in Hauserdörfl aussehen soll, ist noch offen. Die Gemeinde werde in enger Abstimmung mit den Einsatzkräften, der Feuerwehr-Landkreisführung und der Regierung von Oberbayern einen Plan erarbeiten. „Da gibt es viele Vorschriften zu beachten“, sagt Hartl.
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Weitgehend fest steht, dass der Neubau im Erdgeschoss fünf Garagen und im ersten Stock einen Lehrsaal, Büros und ein Stüberl beinhalten soll. „Wir müssen in die Zukunft denken“, betont der Bürgermeister. Die Zufahrt erfolge entweder von der Kreisstraße MB 6 oder der Staatsstraße 2365 her. Hier werde man sich noch mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim beraten. Mit einem Baubeginn rechnet Hartl im Frühjahr 2019, im Herbst soll die Feuerwehr einziehen.
„Das war die beste Nachricht des Abends“, sagt Kommandant Britz erfreut. Aber nicht die einzige freudige Überraschung. Das Autohaus Weingärtner überreichte der Feuerwehr noch eine Spende in Höhe von 1000 Euro.
