VonChristiane Mühlbauerschließen
Die Sanierung des Klosters Benediktbeuern ist derzeit die größte Aufgabe für die Salesianer Don Boscos. Nun gab auch der Gemeinderat grünes Licht. Die Ordensgemeinschaft steht mit ihren Planungen in den Startlöchern.
Benediktbeuern – „So schön das Kloster auch anzusehen ist, es muss dringend saniert werden“, sagte Bürgermeister Hans Kiefersauer im Gemeinderat. Er sprach von einer „finanziell riesengroßen Leistung“ für die Salesianer Don Boscos. Wie schon mehrfach berichtet, wird der Südarkadentrakt saniert – also jener Bereich, in dem sich zum Beispiel die Hauskapelle im Fürstensaal und das Aktionszentrum befinden. „Hier senken sich die Mittelsäulen im Untergrund“, erklärte Kiefersauer. Zudem werden die drei Großküchen zu einer zusammengefasst. Die Räte diskutierten kurz über die bauliche Gestaltung, unter anderem die Anordnung eines Schuppens, der ein begrüntes Flachdach erhalten soll. Der Denkmalschutz hat nichts dagegen, sagte Kiefersauer. Letztlich gab es vom Gemeinderat einstimmig grünes Licht.
Im Klosterinneren wird sich in den kommenden Monaten einiges verändern. Als erstes werden die Salesianer Don Boscos die Hauskapelle vom Fürstensaal in den Mindera-Saal verlegen. Das ist der Raum über dem jetzigen Kloster-Café (früher der zentrale Lesesaal der ehemaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule). Aber auch dieser Saal muss saniert werden. „Die Vorplanungen sind weitgehend abgeschlossen, sodass man im Oktober mit der Sanierung der Raumschale beginnen kann“, sagt Klosterdirektor Pater Lothar Bily auf Nachfrage. Hier müsse zum Beispiel der Boden geöffnet werden, um verwitterte tragende Balken zu ersetzen.
Die Bauarbeiten geschehen in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz. So darf im Mindera-Saal eine der drei tragenden Säulen entfernt werden, außerdem wird die Decke repariert und aufgefrischt. Zugleich werden elektrische Leitungen verlegt. „In diese Maßnahmen werden auch die 100 000 Euro einfließen, die wir als Sonderspende des Bistums Passau durch Vermittlung von Bischof Stefan Oster erhalten haben, und die noch in diesem Jahr verbraucht werden müssen.“
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Der Klosterdirektor hofft, dass alle Bauarbeiten im Mindera-Saal noch heuer beendet werden können, sodass die Ordensgemeinschaft mit der Inneneinrichtung beginnen kann. „Hier wurde von der Restaurierungswerkstätte Wiegerling aus Gaißach ein sehr ansprechendes und überzeugendes Modell erstellt, das wir Salesianer nun zusammen mit ihm weiter voranbringen und umsetzen wollen“, sagt der Pater. Die Mitbrüder müssen noch einige Grundsatzentscheidungen treffen, etwa, wo man den Altar aufstelle. Die Firma Wiegerling wird diesen dann künstlerisch gestalten. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es noch nicht. „Es besteht aber die Aussicht, dass der Umweg in die Ersatzkapelle im Kapitelsaal im Kreuzgang ab Februar nicht allzu lange dauern wird“, so Bily.
2019 wird dann der Südtrakt in Angriff genommen. „Die letzte gottesdienstliche Feier wird nach dem Don- Bosco-Fest am 2. Februar in der Hauskapelle stattfinden, danach beginnt die Räumung des gesamten Fürstentrakts“, sagt Bily. Von da an werde auch die Küche des Aktionszentrums mit der Klosterküche zusammengeführt. „Die Jugendlichen und Erwachsenen werden ab dann im großen Speisesaal im ehemaligen Bibliotheksgebäude versorgt.“
Mit den eigentlichen Bauarbeiten im Südtrakt soll dann im März 2019 begonnen werden. Die Salesianer rechnen mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich. „Wir sind den beiden Bistümern München-Freising und Augsburg sehr, sehr dankbar, dass sie gemeinsam über die Hälfte der Baukosten tragen“, sagt Pater Bily. Im Augenblick bestehe aber noch eine Finanzierungslücke von etwa zehn Prozent. „Es laufen verschiedene Anträge bei Stiftungen und Förderungen, auch in den politischen Bereich hin“, sagt der Direktor. Auch einige Eigenmittel können herangezogen werden. Bily ist zuversichtlich, dass die Finanzierung bis Frühjahr 2019 steht.
