VonAlois Ostlerschließen
Wie sieht die Zukunft von Schloss Aspenstein aus? Diese Frage wird derzeit nicht nur in Kochel erörtert. Die Ankündigung der Georg-von-Vollmar-Akademie, das traditionsreiche Tagungshotel zu schließen, zieht weite Kreise.
Kochel am See – Vor knapp zwei Wochen hat die Vollmar-Akademie die Schließung des Tagungshotels im Schloss Aspenstein bekannt gegeben. Seitdem hat sich viel getan, berichtet Carmen König-Rothemund auf Nachfrage. Die Akademievorsitzende hat demnach bereits eine Reihe von Gesprächen mit Interessenten geführt. Eine Reihe von ihnen sei durch die Veröffentlichung in der Heimatzeitung auf die neue Lage aufmerksam geworden.
Carmen König-Rothemund will als nächsten Schritt einen Sachverständigen beauftragen. Er soll bis Ende Januar ein Gutachten zu der Immobilie am Aspenstein vorlegen. „Ich gehe davon aus, dass sich damit ein ernsthafter Interessent finden lässt“, sagt König-Rothemund. Bestenfalls lasse sich dann sogar der Betrieb des Tagungshauses fortführen. Die Akademie wäre dann zwar nicht mehr Betreiber, „aber wir könnten weiter dort oben tagen“.
Trotz entsprechender Anfragen wird es am Aspenstein nach dem Willen von Carmen König-Rothemund keine touristische Nutzung geben. „Es gab einige Anfragen aus diesem Bereich“, sagt die Vorsitzende. Sie könne sich das jedoch nicht vorstellen. „Ich fühle mich der Tradition der Akademie verpflichtet und möchte, dass der Betrieb gut weitergeführt wird“, sagt sie. In erster Linie fühlt sich Carmen König-Rothemund für die alles in allem 20 Mitarbeiter verantwortlich, „die mit ganzem Herzen an diesem Laden hängen“.
Die SPD-nahe Georg-von-Vollmar-Akademie hatte am 8. November erklärt, das Tagungshotel Anfang 2019 zu schließen. Grund sind die um insgesamt 450 000 Euro gesunkenen Zuschüsse von Bund und Land, ohne die der Betrieb nicht möglich ist. Die Einbußen sind auf die schlechten Ergebnisse der SPD bei Landtagswahl und Bundestagswahl zurückzuführen. Der Verteilungsschlüssel für die Zuschüsse orientiert sich an einem Mittelwert der vergangenen vier Legislaturperioden. Das Tagungshotel hatte zuletzt jährlich rund 4000 Gäste und 10 000 Übernachtungen.
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