Nominierung

Grüne streben sieben Sitze im Stadtrat von Bad Tölz an

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Die Grünen-Kandidaten für den Stadtrat (vorne, v. li.): Achim Bürklin, Florian Englaender, Moritz Saumweber, Franz Mayer-Schwendner, Antje Simon, Doris Bigos, Sandra Schönpflug (hinten, v. li.) Dominik Schmidt, Wolfgang Strunck, Andreas Büchl, Armin Mengesdorf, Johannes Gundermann, Toni Kollmeier, Achim Rücker, Rose Beyer, Stephanie Pallauf, Daniela Rack (Ersatzkandidatin), Brigitte Bogner, Johanna Pfund, Bärbel Weixner und Felicitas Wolf.
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Hohe Ziele haben sich die Grünen für die Stadtratswahl in Bad Tölz gesetzt. Bei der Nominierungsversammlung gab es viel Kritik an der aktuellen Stadtpolitik.

Bad Tölz – Hohe Ziele haben sich die Grünen für die Stadtratswahl in Bad Tölz gesetzt. „Wir wollen sieben Sitze“, erklärte Bürgermeister-Kandidat Franz Mayer-Schwendner am Mittwoch bei der Nominierung der 24 Kandidaten für die Grünen-Liste im „Kolberbräu“. Bislang stellen die Grünen vier Mandatsträger.

„Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Liste etwas reißen können“, sagte der 60-Jährige. Ortsvorsitzender Andreas Wild hatte zuvor festgestellt, dass mit 39 stimmberechtigten Parteimitgliedern und Sympathisanten so viele Menschen zu einer Nominierungsversammlung gekommen waren wie noch nie bei den Tölzer Grünen.

Profiliert hatte sich die Partei in Tölz zuletzt unter anderem durch das von ihr mitgetragene Bürgerbegehren zum Bichler Hof. Dieses Thema gab offenbar für eine ganze Reihe von Bürgern den Anstoß, auf der Grünen-Liste für den Stadtrat zu kandidieren. Das wurde in den kurzen Vorstellungsreden der einzelnen Bewerber deutlich.

Grüne haben 50 Prozent Frauenanteil auf der Liste für den Stadtrat

Bis zur Nummer 12 wurde über jeden Listenplatz einzeln abgestimmt. Mal gab es nur einen Bewerber, mal bis zu vier. Alle ungeraden Listenplätze waren für Frauen reserviert – Ausnahme ist Listenführer Mayer-Schwender. Dieses System werde mittlerweile von diversen Parteien kopiert, so Andreas Wild. „Aber bei anderen klemmt der Reißverschluss ab Platz 7“. Die Grünen seien „wahrscheinlich die einzige Liste, die eine 50-prozentige Teilhabe von Frauen aufweist“.

Stadtratserfahrung hat neben Spitzenkandidat Mayer-Schwendner auf der Liste nur noch Richard Hoch. Hoch war in der Versammlung nicht anwesend. Sein Name kam erst ins Spiel, als en bloc über die Plätze 13 bis 24 abgestimmt wurde. Hier war Hoch erst auf Platz 18 vorgesehen, tauschte jedoch auf Antrag von Andrea Grundhuber am Ende mit Wolfgang Strunck die Plätze und findet sich nun auf Rang 16.

Stadtratsliste der Grünen: Neulinge auf aussichtsreichen Plätzen

Auf aussichtsreichen Positionen stehen einige Neulinge: auf Platz 2 etwa „Tölza Garten“-Gründerin Rose Beyer („ich habe ein grünes Gewissen und eine weiße Weste, was Lokalpolitik angeht“). Während sie schon vor sechs Jahren kandidierte, versuchen es Journalistin Johanna Pfund aus Ellbach sowie Friseurmeisterin Brigitte Bogner erstmals.

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Im Duell zwischen den beiden um Platz 3 setzte sich Pfund durch. Andreas Büchl (4) engagierte sich stark fürs Bürgerbegehren. BWL-Student Moritz Saumweber (6) ist der einzige Grünen Kandidat unter 30. Der 23-Jährige wünscht sich, dass Tölz jungen Menschen mehr bietet statt sich „nur auf Senioren“ auszurichten.

Laut Wild handelt es sich bei der Grünen-Liste um „die echte Alternative zu eher gleichen Parteien wie CSU und FWG“ und will nach Mayer-Schwendners Worten „anpacken und nicht weitermachen wie bisher“. Dementsprechend enthielten die Vorstellungsreden der Bewerber viele kritische Worte. 

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So sagte der überraschend antretende Mühlfeldbräu-Besitzer Achim Bürklin: „In Tölz wird Politik gegen die eigenen Bürger gemacht, während zu viel für die Menschen geopfert wird, die uns besuchen.“ Bärbel Weixner, Rektorin der Lettenholzschule, erklärte, sie sei „täglich mit einer verfehlten Stadtentwicklungspolitik konfrontiert: Man sammelt Menschen mit Migrationshintergrund und alte Leute je an einer Stelle und hält sie aus der Stadtmitte raus.“

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