Kandidatur bekannt gegeben

Kommunalwahl 2020: Klaus Rauchenberger will Bürgermeister in Jachenau werden

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Klaus RauchenbergerDesignierterBürgermeister-Kandidat
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In der Gemeinde Jachenau war bislang nicht klar, wer in die Fußstapfen von Bürgermeister Georg Riesch treten will. Nun gibt es einen Kandidaten.

Jachenau – Seit Amtsinhaber Georg Riesch im Frühjahr ankündigte, dass er nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert, war unklar, wer in seine Fußstapfen treten würde. Nun bestätigt Zweiter Bürgermeister Klaus Rauchenberger, dass er für die Position des Jachenauer Rathauschefs bereit steht. Seine offizielle Nominierung ist für den 27. Dezember vorgesehen.

Rauchenberger aus Laich gehört dem Gemeinderat seit 2002 an. Dort vertritt er die Freie Wählergemeinschaft. Für den Kreistag kandidiert er allerdings auf der CSU-Liste – wenn auch als Parteifreier. Das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters übernahm er vor sechs Jahren.

Bevor er seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärte, hielt Rauchenberger nach eigener Aussage „Rücksprache mit der Familie“ und klärte die Zukunft in seinem landwirtschaftlichen Betrieb für den Fall seiner Wahl. Rauchenberger führt „eine typische Jachenauer Landwirtschaft“, wie er sagt. Er bewirtschaftet rund 75 Hektar Wald mit Almweide, hat 30 Milchkühe und 50 Stück Nachzucht.

Der Jachenauer, der wenige Tage nach seiner voraussichtlichen Nominierung das 50. Lebensjahr vollendet, ist seit vier Jahren verwitwet und Vater von vier erwachsenen Kindern: einem Sohn und drei Töchtern. Wenn er Bürgermeister wird, ist geplant, dass der Älteste (26), der aktuell drei Tage in der Woche außerhalb arbeiten geht, den Hof übernimmt. „Wir drehen sozusagen den Spieß um“, sagt Rauchenberger. Er werde dann eben seinem Sohn in der Landwirtschaft helfen statt umgekehrt. Für die schwere Holzarbeit sei er nach einigen schweren Knieoperationen ohnehin „nicht mehr ganz belastbar“.

Das Amt des Bürgermeisters in der Jachenau ist und bleibt ein ehrenamtliches – auch wenn es eine Aufwandsentschädigung gibt. Die Arbeitsbelastung war zuletzt deswegen besonders hoch, weil die Stelle des Rathaus-Geschäftsführers über längere Zeit unbesetzt war. Mittlerweile ist aber klar, dass der Bankkaufmann Felix Kellner demnächst diesen Job übernimmt (wir berichteten). Dann sollte das Amt des Bürgermeisters „kein Full-Time-Job mehr sein“, meint Rauchenberger.

Inhaltlich nennt er die Vollendung des Radwegs Lenggries-Jachenau, den Hochwasserschutz, die Neuverhandlung der Wasserrechte am Walchensee und die Umsetzung des Walchensee-Konzepts als einige wichtige Themen der kommenden Amtszeit.

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Diesen Aufgaben wolle er sich „nach bestem Wissen und Gewissen“ widmen. „Wahlversprechen kann ich nicht machen“, sagt er. „Da bin ich Realist – große Sprünge sind bei unserem knappen Haushalt gar nicht möglich.“

Bei der Wahl am 15. März 2020 wird Rauchenberegr wohl keine Konkurrenz haben. Die zweite Gruppierung, die im Gemeinderat vertreten ist, die Unabhängige Wählergemeinschaft, wird keinen eigenen Bewerber ins Rennen schicken, wie Dritter Bürgermeister Peter Krauß auf Anfrage bestätigt. „Wir stehen hinter der Kandidatur von Klaus Rauchenberger“, sagt er.

Auswahl haben die Jachenauer Wähler dagegen weiterhin zwischen den zwei bestehenden Gemeinderatslisten. Die von den „Freien“ angeregte Einheitsliste haben die „Unabhängigen“ wie berichtet abgelehnt.

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Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es im Gemeinderat einen Umbruch geben wird. Als wahrscheinlich nächster Bürgermeister macht nicht nur Rauchenberger einen der acht Plätze frei. Auch Krauß, der sich bei der Wahl 2008 um das Amt des Gemeindeoberhaupts beworben hatte, stellt sich nach 18 Jahren nicht mehr zur Wahl – „aus persönlichen Gründen“, wie er sagt. Außerdem denke er, dass die voraussichtlich langwierige Aufgabe, die Verhandlungen der Wasserrechte zu begleiten, nun jüngere Mandatsträger übernehmen sollten als er mit seinen 62 Jahren.

Auch die Gemeinderäte Korbinian Oswald und Rudi Tiefenbrunner treten nicht mehr an. Erneut auf dem Wahlzettel werden die erfahrenen Gemeinderäte Eugenie Grünwald und Jost Gudelius jun. („Unabhängige“) sowie Georg Kohlhauf und Klaus Stock („Freie“) stehen.

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