VonVeronika Machtschließen
Die Bürgerschaft Eichenried hat ihre Bewerber für die Kommunalwahl 2020 in Moosinning nominiert. 3. Bürgermeister Werner Fleischer ist Spitzenkandidat.
Eichenried – Eine verordnete Frauenquote braucht die Bürgerschaft Eichenried (BE) nicht. Fast die Hälfte der 20 Bewerber für den Gemeinderat sind Frauen. Die BE geht mit den amtierenden Räten Werner Fleischer (56) und Leo Brenninger (57) als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf. Helmut Scherzl stellte sich nach 36 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl, Hubert Scherzl nach zehn Jahren, er unterstützt die Liste aber als Ersatzkandidat. „Beide sind ein großer Verlust für die Bürgerschaft. Ich habe viel von euch lernen dürfen“, sagte Fleischer, BE-Vorsitzender und 3. Bürgermeister von Moosinning.
Bürgerschaft Eichenried: 55 Mitglieder wählen die Kandidaten
Um die Liste für die Kommunalwahl 2020 aufzustellen, waren am Montagabend 55 der 175 Mitglieder ins Schützenstüberl im Bürgerhaus Eichenried gekommen. Einen Bürgermeisterkandidaten schickt die Gruppierung nicht ins Rennen, dafür einen bunten Mix an Berufen und Ehrenamt, von der Hausfrau bis zum Landschaftsgärtner, von der Asylhelferin bis zum Vereinsvorsitzenden. Auch ganz junge Kandidaten treten an – Verena Fleischer ist 24, Michael Döllel gerade 23 Jahre alt.
In der Vorstellung der einzelnen Bewerber tauchte ein Ziel immer wieder auf: Parteiübergreifende Politik machen, die transparent und offen ist. Auch die Finanzen der Gemeinde und soziale Gerechtigkeit wurden angesprochen. Schwerpunkte im Wahlprogramm werden zudem auf Kindern, Familien und Senioren sowie Wohnraum liegen, kündigte Fleischer an. Und: „Über allem wird unser Motto ,Bürger für Bürger‘ stehen. Vier Sitze plux X sehe ich als sehr realistisch.“
Werner Fleischer: „BE ist eine harmonische Wählervereinigung“
Die Bürgerschaft Eichenried sei eine harmonische Wählervereinigung, die sich mit wichtigen Dingen in der Gemeinde beschäftige „und nicht mit Querelen, Bürgermeisterposten oder internen Streitereien“, ließ Fleischer nicht unkommentiert, was derzeit bei der Moosinninger CSU passiert. Es sei peinlich für die ganze Gemeinde, wenn man im ganzen Landkreis auf die Missstände im Ort angesprochen werde.
Sechs Jahre Gemeinderatsmitglied und 3. Bürgermeister – „die sind im Fluge vergangen, und es war eine turbulente Zeit. Aber wir haben gute Arbeit für unsere Gemeinde geleistet“, resümierte Fleischer. Mit nur vier Räten sei es nicht immer einfach, seine Ziele zu verwirklichen. „Wir waren aber immer der Stachel im Fleisch und werden es auch in Zukunft sein.“ Die BE habe in den vergangenen sechs Jahren mit allen Fraktionen zusammengearbeitet, auch wenn man nicht immer deren Meinung geteilt habe.
Kritik an Aussagen der AfD
Fleischer ging auch auf die Aufstellung einer eigenen AfD-Liste in Moosinning ein, über die unsere Zeitung vorige Woche berichtet hatte. Er zitierte unter anderem die Aussage, im Gemeinderat würden bisher „nur Großunternehmer sitzen, die ihre persönlichen Interessen verfolgen“.
„Großunternehmer?“, fragte Fleischer und zählte die Berufe der amtierenden BE-Räte auf – Angestellter bei den Stadtwerken, Koch, Landschaftsgärtner, Flugzeugmechaniker. „Niemand von uns hat seine eigenen Interessen verfolgt, wir sind immer mit Bedacht und klarem Menschenverstand mit den Steuergeldern, die uns anvertraut worden, umgegangen“, stellte Fleischer klar.
Die Kandidaten der Bürgerschaft Eichenried
1. Werner Fleischer, 2. Leo Brenninger, 3. Verena Fleischer, 4. Sabine Stangl, 5. Michael Döllel, 6. Hubert Aicher, 7. Claudia Krempl, 8. Susanne Wohlberg, 9. Werner Niemeyer, 10. Torsten Grahl, 11. Carmen Lang, 12. Richard Zeilhofer, 13. Adolf Dreiseitel, 14. Richard Stangl, 15. Günter Voss-Schulte, 16. Stephanie Fuchs, 17. Axel Grundke, 18. Monika Poppel, 19. Daniela Maierl, 20. Sabine Babel. Ersatz: Gabi Sucké-Folie und Hubert Scherzl.
vam
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