VonPatrick Staarschließen
An der Grund- und Mittelschule in Benediktbeuern gibt es jetzt eine Theaterklasse. Die Jugendlichen sind begeistert.
Benediktbeuern – Wer sich gut präsentieren kann, der hat im Beruf bessere Chancen. Das ist einer der Gründe, warum die Grund- und Mittelschule Benediktbeuern in diesem Schuljahr eine Theater- und eine ästhetische Klasse gestartet hat. Einen Einblick in ihre Arbeit gaben die Schüler nun bei einem Workshop. Die anspruchsvolle Aufgabe: Binnen vier Stunden eine Bewegungs-Choreografie erarbeiten, die vor Publikum präsentiert wird.
Bis solch eine Choreografie steht, ist einiges an Arbeit nötig. Drei Mädchen üben synchrone Bewegungen wie beim Jazztanz. Ganz anders der Ansatz von ein paar Buben, die einen Klassenkameraden durch den Raum tragen. Andere Schülerinnen rutschen auf den Knien durch das Zimmer und simulieren einen Katzentanz. Ein Klassenkamerad lässt sich wie ein Stuntman immer wieder vom Rücken der „Katzen“ plumpsen. Lehrerin Christine Hüüs lässt sich die einstudierten Tanzfiguren zeigen, lobt und gibt Hinweise. Etwa dass das Schlussbild klarer erkennbar sein muss. „Ich war früher Schauspielerin und bin jetzt Grundschullehrerin“, erläutert Hüüs. „Toll, dass ich hier beide Leidenschaften zusammenbringen kann.“ Unterstützt wird sie von Susanne Schemschies. Von 2004 bis 2012 war Schemschies am Theater St. Gallen engagiert. Während dieser Zeit leitete sie den Bereich Kinder- und Jugendtheater. Seit Beginn der Spielzeit 2014/15 ist sie Leiterin des Jungen Gärtnerplatztheaters in München. „Ich bin stolz, Patin dieser tollen Klasse sein zu dürfen“, sagt Schemschies.
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Die Schüler der Theaterklasse verbringen zwei Stunden pro Woche mit Theaterspielen. Eingebettet sind diese zwischen dem Deutsch- und Mathematik-Unterricht. „Das ist ganz gut zum Rhythmisieren“, sagt Hüüs. Um das Projekt realisieren zu können, genehmigte das Schulamt eine zusätzliche Schulstunde. Die zweite Stunde wird von den Förderstunden abgezwackt. Am Anfang gehe es vor allem um die Grundlagen des Theaterspielens, erläutert Hüüs: „Wie stehe ich auf der Bühne? Wie friere ich plötzlich Bewegungen ein?“
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An Weihnachten hatten die Dritt- und Viertklässler bereits ihren ersten großen Auftritt und stellten Szenen aus einem Bilderbuch nach. Eine weitere Aufführung mit dem Motto „Was ist cool?“ ist für das Schuljahres-Ende geplant.
Hüüs sagt, sie habe sich gemeinsam mit Rektor Peter Mückstein für die Theaterklasse eingesetzt, „weil uns Theater am Herzen liegt und weil die Kinder so viel für ihr Sozialverhalten lernen können. So eine Aufführung schweißt die Klasse zusammen.“
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