Zahlreiche Sperrungen

G7-Gipfel in Elmau: Polizeibusse bringen Gegner zum Schloss - Demonstranten finden das „ein Unding“

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Am Sonntag treffen sich die G7-Staatschefs in Elmau. Bereits an den Tagen davor war schon einiges los. Vor allem die Gegendemonstrationen sorgten für Trubel.

Update vom 25. Juni, 19.20 Uhr: Mit Polizeiwagen sollen 50 G7-Gegner am Montag im Zuge eines Sternmarsches zur Demo in die Nähe von Schloss Elmau gebracht werden. Das Landratsamt hat am Samstag einen entsprechenden Bescheid erlassen. Es bleibt demnach dabei, dass die Teilnehmer in Polizeibussen vom Bahnhof Klais in Schloss-Nähe gefahren werden. Eine solche Polizeibegleitung haben die Aktivisten im Vorfeld kritisiert. Es sei mit dem Versammlungsrecht nicht vereinbar, argumentieren sie.

Einzelne Teilnehmer haben mittlerweile abgesagt. „Ich finde, das ist ein Unding und möchte nicht kooperieren“, sagte die Sprecherin des Bündnisses „Stop G7 Elmau“, Lisa Poettinger, am Samstag. Der Termin finde aber statt. Die G7-Gegner hätten sich letztlich dafür entschieden, die Möglichkeit zum Protest nahe Schloss Elmau zu nutzen, teilte das Bündnis mit.

Nahe Elmau campieren die G7-Gegner.

G7-Gipfel in Elmau: Söder begrüßt Staats- und Regierungschefs

Update vom 25. Juni, 18.45 Uhr: Nun ist es so weit, Bundeskanzler Scholz ist vor wenigen Minuten in Schloss Elmau eingetroffen. Der Kanzler flog mit einem Regierungsflieger nach München und dann mit einem Hubschrauber weiter in die bayerischen Alpen.

Update vom 25. Juni, 17.30 Uhr: „Grüß Gott in Bayern“: So begrüßt der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) auf Twitter die Staats- und Regierungschefs zum G7-Gipfel in Elmau. Auf dem begleitenden Foto sind Joe Biden (USA), Boris Johnson (Vereinigtes Königreich), Justin Trudeau (Kanada), Mario Draghi (Italien) und Fumio Kishida (Japan) abgebildet. Auffällig: Bundeskanzler und Gastgeber Olaf Scholz (SPD) fehlt auf dem Bild.

Eine wichtige Rolle übernimmt Markus Söder bereits am Samstagabend, 25. Juni: Er empfängt den US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden, der gegen 22.45 Uhr am Flughafen in München erwartet wird.

G7-Gipfel in Elmau: Erste Demos vor Ort – Polizei kontrolliert an 20 Stellen

Update vom 25. Juni, 14.55 Uhr: An 20 Stellen kontrolliert die bayerische Polizei wegen des G7-Gipfels auf Schloss Elmau die Zufahrtsstraßen bei Garmisch-Partenkirchen. Die Kontrollstellen und das Sperren von Auffahrten auf die B2 und Autobahn 95 haben in den vergangenen Tagen für einigen G7-Wirbel gesorgt. „Dazu gab es relativ viele Rückfragen“, bestätigt Kerstin Schaller, die zuständige Einsatzleiterin für den Bereich Streckenüberwachung und Verkehrsführung. Die Beamten sollen bei den Kontrollen jedoch mit Fingerspitzengefühl vorgehen, die klare Ansage lautete: „Wir wollen die Einheimischen so wenig wie möglich blockieren.“

24-Stunden-Kontrollstelle der Polizei auf der B2/B23 zwischen Tunnel Oberau Süd und Farchanter Tunnel Nord.

Zwischenfälle habe es an den Kontrollstellen bisher keine besonderen gegeben. „Natürlich sind Wohnmobilfahrer nicht begeistert, die in Richtung Italien wollen, wenn sie abgeleitet werden“, sagt Schaller. Doch hilft das alles nichts. Die Hauptroute muss frei bleiben. Für Einheimische, Pendler, aber natürlich auch Urlaubsgäste, die es in der Region tatsächlich auch noch gibt. Die Devise lautet: „Wer einen Grund hat, darf natürlich durch.“

G7-Gipfel bei Garmisch-Partenkirchen: Einige Ladeninhaber schließen bereits Geschäfte

Update vom 25. Juni, 13 Uhr: Der Beginn des G7-Gipfels steht unmittelbar bevor und die ersten Geschäfte und Gaststätten in Garmisch-Partenkirchen schlossen nun und sperrten ihre Außenbereiche. Viele Inhaber hingen Zettel auf und informierten ihre Kunden so, dass der jeweilige Laden für die Dauer des Gipfels, also bis Dienstag, 28. Juni, geschlossen bleibe.

Der Besitzer eines Auktionshauses nahm es mit der Sicherheit sehr genau: Zum Schutz der Oldtimer, auf die sich das Geschäft spezialisiert, wurden Schiffscontainer rund um das Verkaufsareal positioniert.

Schiffscontainer zum Schutz: Oldtimer-Laden fährt schwere Geschütze auf.

Wegen G7-Gipfel: Schienenersatzverkehr und Polizeisperre ab Oberau

Update vom 25. Juni, 12.15 Uhr: Im Rahmen des G7-Gipfels kommt es im gesamten Bereich der Werdenfelsbahn von Samstag (25. Juni) bis Dienstag (28. Juni) zu einem „sehr hohen“ Fahrgastaufkommen. Grund sei laut Bahn der aktuell verkehrende Schienenersatzverkehr ab Oberau. Von nicht zwingend erforderlichen Zugfahrten wird daher abgeraten. Was noch hinzukommt, sind die Kontrollen der Polizeiinspektion und Bundespolizei. Auch auf der Autobahn gibt es weiterhin Kontrollen, vor allem bei der Ausfahrt Sindelsdorf.

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen am Bahnhof Oberau an einer Polizeisperrung warten, bis der Schienenersatzverkehr bereit steht.

Update vom 25. Juni, 11.46 Uhr: In wenigen Minuten startet die Großdemo der G7-Gegner in München. Die Route der Demonstranten geht fast durch die ganze Stadt. Die Polizei weist darauf hin, dass es auf der Versammlungsstrecke bis etwa 17.30 Uhr zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Alle aktuellen Informationen zur Demo finden Sie in unserem Live-Ticker.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Erste Demos vor Ort – Großdemo in Garmisch-Partenkirchen am Sonntag

Update vom 25. Juni, 9.31 Uhr: Bereits vor dem G7-Gipfel in Elmau demonstrierten Aktivisten vor dem Pressezentrum in Garmisch-Partenkirchen. Anhänger der Entwicklungsorganisation ONE haben sich mit Masken mit Gesichtern der sieben Regierungschefs ausgestattet – und leeren Weißbiergläsern in Erinnerung an den Gipfel 2015. Die Aktivisten rufen die G7-Staaten auf, „dringend nötige humanitäre Hilfe zu leisten sowie das Welternährungsprogramm (WFP) mit den notwendigen Mitteln auszustatten, die es benötigt, um eine Versorgung der betroffenen Menschen zu gewährleisten.“

Die ersten Demonstranten – friedliche wohlgemerkt: Anhänger der Bewegung One haben sich mit Masken mit Gesichtern der sieben Regierungschefs ausgestattet – und leeren Weißbiergläsern in Erinnerung an den Gipfel 2015.

Am Sonntag, dem ersten Gipfeltag, kommt es dann zur Bewährungsprobe für die Garmisch-Partenkirchener. Eine Großdemo des Bündnis „Stop G7 Elmau“ steht an. Die Polizei rät, das Zentrum des Markts zum Zeitpunkt der Demo zu meiden. Angst brauche aber niemand zu haben. Am Freitag haben die Aktivisten bereits ihr Protestcamp aufgebaut.

Die geplante Route der Demonstranten bei der Großdemo gegen den G7-Gipfel am Sonntag.

Vor G7-Gipfel in Elmau: Alternativgipfel in München kritisiert „Reichtum der G7-Nationen“

Update vom 24. Juni, 22.05 Uhr: Während sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten auf ihr Treffen auf Schloss Elmau vorbereiten, trafen sich Kritiker auf einem Alternativgipfel in München. Dort wurde den sieben führenden westlichen Wirtschaftsnationen Mitverantwortung für globale Krisen und Ungerechtigkeit vorgeworfen. Der Reichtum der G7-Nationen beruhe auf der Ausbeutung des globalen Südens, sagte die politische Referentin des Bündnisses erlassjahr.de, Malina Stutz: „Das wollen wir nicht weiter hinnehmen.“ Das Bündnis setzt sich für ein unabhängiges Insolvenzverfahren für überschuldete Staaten ein.

„Fortschritt für eine gerechte Welt“ sei zwar das vorgebliche Ziel des G7-Gipfels, teilten die Organisatoren der Veranstaltung vorab mit. Dabei würden häufig gerade die teilnehmenden Staaten nötige Reformen „aus nationalstaatlichen und ökonomischen Machtinteressen“ blockieren. „Man könnte das alles anders gestalten“, sagte Julia Thrul von Oxfam Deutschland.: „Man muss nur den Mut haben, sich das vorzustellen.“ Unter anderem fordert die Organisation eine Sondersteuer zur Bekämpfung von Ungleichheit.

Update vom 24. Juni, 20.10 Uhr: Heftige Kritik am G7-Gipfel wird auch von den Freien Wählern in Garmisch-Partenkirchen laut. Sie fordern eine Resolution, damit sich ein solches Treffen mit allem Drum und Dran im Landkreis nicht wiederholt.

G7-Gipfel in Schloss Elmau: 130 Kühe dürfen dank Polizei durch den Sicherheitsbereich

Update vom 24. Juni, 19.00 Uhr: Eigentlich bleibt der Sicherheitsbereich um den G7-Tagungsort Schloss Elmau nur einem kleinen Kreis Zweibeinern vorbehalten. Nun wurde jedoch für rund 130 Kühe eine Ausnahme gemacht. Sie wurden unter Polizeischutz quer durch den schwer bewachten Bereich auf ihre Alm getrieben. Die Tiere mussten dabei den für den Gipfel eigens asphaltierten temporären Hubschrauberlandeplatz queren, auf dem die Staatsgäste landen sollen – normalerweise ist das ein Wanderparkplatz.

Die Hinterlassenschaften der Kühe seien gleich wieder beseitigt worden, berichtete ein Polizeisprecher. „Es ist eine Kehrmaschine hinzugezogen worden, die den Platz wieder in ordnungsgemäßen Zustand versetzt hat.“ Begleitet wurden die Tiere auf dem Weg zur Wettersteinalm von zahlreichen Treibern aus dem Raum Garmisch-Partenkirchen.

Die anwesenden Polizisten hätten den Zaun geöffnet, der um das Schloss errichtet wurde, damit die Kühe passieren konnten. Normalweise darf seit Sonntag den vier Quadratkilometer großen Sicherheitsbereich um den Tagungsort nur betreten, wer eine Akkreditierung hat.

Ein paar hundert Schafe müssen indessen erst einmal im Tal grasen. Der ursprünglich für das Gipfel-Wochenende geplante Auftrieb sei in einer gemeinsamen Besprechung von Polizei und Weidegenossenschaft Partenkirchen wegen des G7-Einsatzes auf das darauffolgende Wochenende verlegt worden, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Die Auftriebe werden grundsätzlich an Wochenenden durchgeführt, da die Auftriebshelfer in ihrer Freizeit agieren.

Update vom 24. Juni, 18.00 Uhr: Für die Tage des G7-Gipfels sind Unwetter vorhergesagt. Es drohen Gewitter, Starkregen und Hagel. Das könnte die Anreise der Politiker und auch das Leben im Protestcamp erschweren.

Das Wetter ist der Gipfel: Vor dem G7-Treffen im Schloss Elmau muss die Polizei in Deckung gehen.

Vor G7-Gipfel: Bundespolizei an Grenzübergängen sogar mit Pferden unterwegs

Update vom 24. Juni, 16.17 Uhr: Bei einer G7-Grenzkontrolle in Schwaben sind vier Polizisten durch aggressive Jugendliche leicht verletzt worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten sich zwei 19-Jährige und ein 17-Jähriger in der Nacht auf Freitag bei einer Kontrolle auf der Autobahn bei Sigmarszell (Landkreis Lindau) aggressiv verhalten und sich geweigert, ihre Ausweise vorzuzeigen. Als die Jugendlichen daraufhin durchsucht wurden, schlugen die beiden 19-Jährigen auf die Polizisten ein. Dabei wurden vier Beamte leicht verletzt.

Die Bundespolizei teilte zudem mit, dass an den Grenzübergängen in den nächsten Tagen verstärkt mit Kontrollen gerechnet werden muss. Und das nicht nur auf den Straßen. Auch abseits der üblichen Grenzübergänge in der G7-Veranstaltungsregion zeigt die Polizei Präsenz. Die Beamten seien mit Pferden und auch teils zu Fuß unterwegs.

Berittene Bundespolizisten stehen an der Grenzkontrolle an der B 23 in Griesen neben einem Polizeihubschrauber.

Update vom 24. Juni, 16.05 Uhr: Der G7-Gipfel stößt in Garmisch-Partenkirchen nicht nur bei Protestlern auf Kritik - auch bei Anwohnern und der Bürgermeisterin. Zwei Tage vor dem Eintreffen der Politiker auf Schloss Elmau äußerte sie sich in einer BR-Sendung.

Update vom 24. Juni, 13.10 Uhr: Die Aktivisten des Bündnis „Stop G7 Elmau“ haben auf einer Wiese an der Loisach in Garmisch-Partenkirchen mit dem Aufbau ihres Protestcamps begonnen. Rund 750 Menschen können hier an den Gipfeltagen kampieren, notfalls auch mehr, wie der Anmelder des Camps, York Runte, am Freitag sagte. Rund 30 Aktivisten waren am Vormittag mit dem Aufbau beschäftigt, an den Zugängen zum Zeltlager standen Dutzende Polizeibeamte. 

Am Freitag hat der Aufbau des G7-Protestcamps begonnen.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Wirbel um Demo am Schloss – Diskussionen laufen

Was für die Kritiker des Gipfels allerdings noch unklar ist, ob ihnen eine Demonstration nahe dem Tagungsort Schloss Elmau genehmigt wird. „Mit Polizeibussen hingeshuttelt zu werden, hat mit Versammlungsrecht überhaupt nichts zu tun“, kritisierte Runte einen derzeit diskutierten Vorschlag. Man wolle wenigstens im eigenen Bus hinfahren. Bei der Polizei hieß es, noch immer liefen Abstimmungen zwischen Anmeldern und Behörden. Laut Landratsamt sind rund um den Gipfel etwa 25 Veranstaltungen im Raum Garmisch-Partenkirchen angemeldet. Von diesen waren bis Donnerstag knapp zehn genehmigt.

Update vom 24. Juni, 12.31 Uhr: „MorningMan Mike“ von Radio Gong gehört die wohl bekannteste Radiostimme in München. Der Moderator nutzte jetzt seine Reichweite, um gegen den G7-Gipfel zu poltern. Und an die Politik zu appellieren. Denn wegen des G7-Gipfels in Elmau sind aus dem ganzen Land Polizeikräfte in den Süden Bayerns geschickt worden. Unter Umweltaspekten kein guter Schachzug.

Militärhelikopter kreisen wegen G7-Gipfel über München

Update vom 24. Juni, 9.31 Uhr: Große Militärhubschrauber ziehen in diesen Tagen häufiger ihre Kreise über der Landeshauptstadt München. Genauer gesagt sind es Transport-Helikopter Chinook CH47 (Bild unten) oder Force Pavehawks der US-Army sowie NH-90 der Bundeswehr. Weil die großen Maschinen knapp über den Köpfen der Münchner hinwegfliegen, machen sich die einen oder anderen Sorgen.

In München kreisen wegen des G7-Gipfels jetzt häufiger Chinook-Helikopter über die Stadt.

Dafür gibt es aber keinen Grund. Die Polizei erklärte auf Nachfrage, dass die Hubschrauber im Zuge des G7-Gipfels in Elmau zum Einsatz kommen. Mit ihnen sollen die hochrangigen Teilnehmer des Politiker-Treffens in die Alpen geflogen werden. „Für diese Transferflüge werden Testflüge absolviert, weil zum Beispiel die genaue Flugroute überprüft werden muss“, erläutert Einsatzleiter und Polizeivizepräsident Michael Dibowski. Auch insgesamt gebe es wegen G7 mehr Polizeiflüge – nicht zuletzt auch unmittelbar nach dem Brandanschlag in der Au.

Erstmeldung vom 23. Juni, 20.07 Uhr: Garmisch-Partenkirchen – In wenigen Tagen findet der G7-Gipfel in Elmau statt. Die Staats- und Regierungschef der sieben wichtigsten Industrieländer treffen sich vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau, um sich über ihre Positionen zu globalen und politischen Themen auszutauschen und abzustimmen. Bereits Tage vor dem Gipfel ist in der Region viel los, Parkplätze und Ausflugsziele werden gesperrt, die Polizei verschärft die Kontrollen, weshalb mit enormem Stau zu rechnen ist. Auch Flugübungen finden bereits seit Tagen statt. Die Anwohner sind davon nicht gerade begeistert.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Aufbau des Protestcamps der Gegner bereits am Freitag

Die Proteste gegen den G7-Gipfel haben ebenfalls bereits vor dem Treffen begonnen. Das Bündnis „Stop G7 Elmau“ baut schon am Freitag (24. Juni) sein Protestcamp in Garmisch an der Loisach auf. 750 Teilnehmer werden erwartet. In Zelten werden die Aktivisten auf der Wiese neben dem Garmischer Reitlweg kampieren. Das Bündnis hatte bereits beim G7-Gipfel 2015 ein Camp auf die Beine gestellt. Für den ersten Gipfeltag (26. Juni) ist auch noch eine Groß-Demo in Garmisch geplant.

Wie bereits 2015 plant das Bündnis „Stop G7 Elmau“ ein Protestcamp in Garmisch.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Alternativgipfel der Gegner in München geplant

Auch in München wollen Aktivisten gegen den G7-Gipfel auf die Straße gehen. Die Groß-Demo ist für Samstagmittag (25. Juni) angekündigt, die Polizei will mit 3000 Beamten vor Ort sein. Münchens Einsatzleiter und Polizeivizepräsident Michael Dibowski rechnet sogar mit einem schwarzen Block. Erst am Mittwoch hatten Unbekannte acht Einsatzfahrzeuge der Münchner Polizei in Brand gesteckt. Man ermittele hier in alle Richtungen.

Neben der Demo am Samstag ist in München am Freitag ein sogenannter „Alternativgipfel“ geplant. Im EineWeltHaus in München oder online können Interessierte von 15 bis 21.30 Uhr am G7-Alternativgipfel teilnehmen. Entwicklungspolitische und globalisierungskritische Organisationen diskutieren dort in sechs Workshops Themen wie Schuldenerlass, nachhaltiges Wirtschaften und Menschenrechte und stellen gerechte Alternativen zur neokolonialen Politik der G7-Staaten vor.

G7 und Co.: Bilder der Proteste gegen die Globalisierung

Gewaltsame Proteste gegen die WTO-Konferenz in Seattle im Jahr 1999.
Internationale Gipfel lösen seit Jahrzehnten immer wieder gewaltsame Proteste aus. Den Anfang machte einst Seattle. In der Stadt im Nordwesten der USA tagte im Jahr 1999 die Welthandelsorganisation (WTO). 40.000 Protestierende kamen in der Stadt zusammen und lieferten sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei. Sogar die Nationalgarde kam kurzzeitig zum Einsatz. Die Auseinandersetzungen gingen als „Battle of Seattle“ in die Geschichte ein und beschäftigten in den USA noch über Jahre hinweg die Gerichte. © Imago
Demonstranten gegen die WTO-Konferenz 1999 in Seattle verbrennen amerikanische Geldscheine als Protest gegen den Kapitalismus.
Vor allem junge Menschen kamen 1999 in Seattle zusammen, um gegen Kapital und Welthandel zu demonstrieren. Eine Gruppe Jugendlicher zündete sogar Dollarscheine an, um ihren Protest gegen die neoliberale Weltordnung, getragen von den USA, zum Ausdruck zu bringen. Die unglaublich hohe Zahl der Demonstrierenden bei besagten Protesten gegen die WTO in Seattle überraschte die Behörden und erwischte Polizei und Stadtverwaltung vollkommen unvorbereitet. Zu den Kundgebungen und Protestaktionen hatten im Vorfeld zahlreiche unterschiedliche Gruppierungen aus dem linken Spektrum aufgerufen: Anarchisten, Gewerkschaften, Umweltaktivisten und viele mehr. Systemkritische und linksradikale Gruppen feierten die Proteste in Seattle als Erfolg - und als Geburtsstunde des Begriffs der Globalisierungsgegner. © Imago
Maskierte Demonstranten werfen während eines Protestes gegen das IMW/Weltbank-Tagung in Prag 2000 Kopfsteinpflaster in Richtung Polizeibeamte.
Was im Jahr 1999 seinen Anfang in Seattle fand, setzte sich ein Jahr später in Prag vor. Dort tagten im Jahr 2000 der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Mehr als 12.000 Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mehr als 900 Demonstranten wurden festgenommen. Die Demonstranten versuchten mit Straßenbarrikaden und Molotow-Cocktails die Straße zum Prager Kongresszentrum zu blockieren. Den Protesten wohnten auch autonome Gruppen aus ganz Europa bei. Die Anti-Kapitalismus-Demonstranten nutzten auch das Kopfsteinpflaster der Straßen, um diese nach den eingesetzten Polizeikräften zu werfen. © Tomas Zelezny/dpa
Tagung von IWF und Weltbank - Erschöpfte Polizisten
Vor allem rund um das Kongresszentrum in Prag, indem Weltbank und Internationaler Währungfsfonds ihre Versammlungen abhielten, eskalierte die Situation. Während der Zusammenstöße in der Innenstadt wurden 65 Polizeibeamte und 20 Demonstranten verletzt. Berichten zufolge kam es zu Angriffen auf Journalisten. Im Prager Zentrum wurden einige Schaufenster von Läden zerstört. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um Aktivistengruppen davon abzuhalten, den Tagungsort des Gipfels zu erreichen. Trotz der großen Polizeipräsenz gelang es den Demonstranten, dass die Gipfel von IWF und Weltbank noch vor dem Ende abgebrochen werden mussten. Hier zu sehen sind erschöpfte Polizisten, die sich nach Zusammenstößen vor dem Prager Kongresszentrum ausruhen. Gefährlichere Auseinandersetzungen mit der Polizei gab im Jahr darauf in Göteborg.  © Stanislav Peska/dpa
Protest gegen EU-USA-Gipfel
Eine noch größere Dimension als die Demonstrationen in Prag erreichten die Proteste gegen den EU-Gipfel in Göteborg im Jahr 2001. Ziel des Treffens war die Reform und Erweiterung der Europäischen Union sowie die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Für den Zeitraum des Treffens am 15. und 16. Juni wurden 25.000 Demonstranten erwartet. Die schwedische Polizei war den Ausschreitungen von EU- und US-Gegnern, Anti-Kapitalisten und Globalisierungsgegnern nicht gewachsen. Sie besaß keine Wasserwerfer und setzte kein Tränengas oder Gummigeschosse ein. Als die Polizei am Morgen des 14. Juni das Hvitfeldtska-Gymnasium umstellte, wo mehrere hundert Aktivisten ihr Quartier aufgeschlagen hatten, nahmen die Ausschreitungen ihren Anfang. © Anja Niedringhaus/dpa
EU-USA-Demonstration
Während des Protestmarsches kam es zu Zusammenstößen zwischen der schwedischen Polizei und den Demonstranten. Stühle und Tische aus Cafés wurden als Barrikaden genutzt und von Demonstranten am Freitag, 15. Juni 2001 in Brand gesteckt. Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 150 Menschen verhaftet und 36 verletzt.  © Johan Framst/dpa
G 8 Gipfel Genua Demonstrant
In der italienischen Hafenstadt erreichten im Jahr 2001 sowohl die Präsenz als auch die Gewalt der Anti-Globalisierungsproteste eine neue Dimension. Der 27. G8-Gipfel in Genua wurde von heftigen Ausschreitungen überschattet. Schätzungsweise 200.000 Demonstranten kamen nach Genua. Nach Zusammenstößen mit der Polizei und nächtlichen Razzien von Sicherheitskräften beklagten die festgenommenen Personen schwere Misshandlungen durch die Behörden. Die Polizei wurde beschuldigt, brutal vorgegangen zu sein, das Recht auf gewaltfreien Protest verweigert zu haben und die Situation absichtlich eskaliert zu haben. Die italienische Regierung setzte sogar das Schengener Abkommen für die Dauer des Gipfels außer Kraft, um die Bewegungen der Demonstranten aus der gesamten EU zu überwachen. Ausschreitungen konnten damit jedoch nicht verhindert werden.  © Louisa Gouliamaki/dpa
G 8 Gipfel Genua
Im Gegenteil, die Proteste schlugen in brutale Gewalt um. 329 Demonstranten wurden festgenommen. Insgesamt wurden in Genua über 400 Demonstranten und 100 Sicherheitskräfte verletzt. Am 20. Juli wurde der 23-jährige Aktivist Carlo Giuliani aus Genua bei Zusammenstößen mit der Polizei erschossen. Er näherte sich dem Fahrzeug eines italienischen Polizisten mit einem Feuerlöscher. Der Polizist eröffnete das Feuer und traf Giuliani. Anschließend wurde der Aktivist noch zweimal von einem Polizeifahrzeug überfahren. Gegen zahlreiche Polizisten sowie lokale und nationale Beamte wurde im Zusammenhang mit der Veranstaltung ein Verfahren eingeleitet. In einem Prozess mussten sich 28 Polizeibeamte wegen der beiden nächtlichen Razzien vor Gericht verantworten. Ihnen wurde Rechtsbeugung, übermäßige Gewaltanwendung und Unterschlagung von Beweisen vorgeworfen. Auch wegen Misshandlung wurde gegen 45 Staatsbedienstete ermittelt. Es sollte nicht der letzte G8-Gipfel mit schweren Ausschreitungen gewesen sein.  © Luciano Del Castillo/dpa
Jahresrückblick - G8 - Großdemonstration
Denn im Jahr 2007 setzte sich die Gewalt beim 33. G8-Gipfel in Heiligendamm fort. Während sich die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen im Grandhotel Heiligendamm berieten, eskalierten Großproteste gegen die G8, darunter auch die Auftaktdemo in Rostock. Ausgelöst durch militante Demonstranten kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und Autonomen mit fast 1000 Verletzten. Die Schätzungen der Teilnehmerzahlen variieren von 25.000 bis 80.000. Abseits dieser friedlichen Demonstration kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen etwa 2000 Autonomen des sogenannten „schwarzen Blocks“ und 5000 Polizisten. Barrikaden wurden errichtet und angezündet, Polizeifahrzeuge wurden mit Steinen beworfen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Wasserwerfer ein - gegen militante, aber auch gegen friedliche Demonstranten. Ziel der Polizei war es nach eigenen Angaben, die Protestierenden von dem Kundgebungsplatz zu vertreiben und so das Löschen der Brände zu ermöglichen.  © Kay Nietfeld/dpa
G8 - Wasserwerfereinsatz
Während des G8-Gipfels in Heiligendamm sollen rund 1000 Demonstranten festgenommen worden sein. Am Tag des Gipfelbeginns gelang es mehreren tausend Demonstranten trotz des Demoverbots bis in die Nähe des Absperrübungszauns zu gelangen und sämtliche Zufahrtswege zu blockieren. Ein vermeintlicher Anstifter der Polizei soll Demonstrationsteilnehmer bei der Blockadeaktion fotografiert haben. Der mutmaßliche „Agent Provocateur“ soll die Demo angestachelt haben. Ähnliche Vorwürfe gegen die Ordnungshüter gab es auch Jahre zuvor bei den Gewaltorgien in Genua. Nachdem die Polizei zunächst jeglichen Einsatz von Zivilbeamten geleugnet hatte, gab sie später zu, dass der aus der Demo ausgeschlossene Mann ein Zivilbeamter war. Zudem verlor ein Mann bei einem Wasserservereinsatz vor dem Tagungsgelände sein linkes Augenlicht. Das wohl bekannteste Protestbild entstand jedoch ein Jahrzehnt später bei den G20-Protesten in Hamburg 2017.  © Kay Nietfeld/dpa
Jahresrückblick 2017
Den Titel hat dieses Bild der G20-Demonstrationen 2017 in Hamburg inne. Am 07.07. kletterte eine Frau auf die Fronthaube des Sonderwagens „SW4“ der Polizei beim Gorch-Fock-Wall in Hamburg und wurde daraufhin von zwei hessischen Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Es hatte drei Strafanzeigen zu dem Vorfall gegeben, alle drei seien geprüft worden. Die Staatsanwaltschaft wertete das Handeln der Polizisten als rechtmäßig. Über den Zeitraum von sechs Tagen fanden mindestens acht gesonderte Protestaktionen und Demonstrationen in Hamburg statt. Einige davon waren friedlicher Natur, während andere das gegenteilige Ziel verfolgten. Die mit Abstand brutalste Protestaktion war die „Welcome to Hell“-Demo am 6. Juli, dem Tag vor Tagungsbeginn, an der schätzungsweise 12.000 Menschen teilnahmen.  © Sebastian Willnow/dpa
G20-Gipfel - Demonstration "G20 Welcome to hell"
Dem Demonstrationszug „Welcome to Hell“ stellten sich beim G20-Gipfel in Hamburg sehr schnell viele Bereitschaftspolizisten und mehrere Wasserwerfer entgegen. Die Polizei sagte, sie habe versucht, den schwarzen Block der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen, dies sei aber nicht gelungen. Zwar legten zahlreiche Autonome ihre Maskierung nach Aufforderung ab, jedoch nicht alle. Daraufhin rückten die Beamten überaus robust vor. Protestierer und Autonome flüchteten teils panisch vor den Beamten. Die Stimmung war aufgeheizt, es gab Verletzte, Flaschen flogen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Ein Mitarbeiter des anwaltlichen Notdienstes vor Ort kommentierte das Geschehen mit den Worten: „Das war ganz bestimmt nicht rechtmäßig“. Nach übereinstimmenden Berichten ging von den Demonstranten keine Gewalt aus.  © Boris Roessler/dpa
Jahresrückblick 2017 - Hamburg
Anders war es am Morgen des 7. Juli 2017, als vermummte Gestalten über die noble Elbchaussee in Hamburg schritten, Böller warfen und Autos anzündeten. Anschließend stürmten Spezialkräfte der Polizei das Schanzenviertel. Bei dem Großeinsatz wurden 13 Menschen festgenommen. Im traditionell linken Schanzenviertel gab ein Zivilbeamter einen Warnschuss ab. Die Polizei sprach an diesem Tag des G20-Gipfels von etwa 3500 Gewalttätern auf Hamburgs Straßen. Während auf dem Kiez mehrere Demonstrationen gewaltfrei abliefen, lieferte sich die Polizei im Stadtteil Altona Gefechte mit Gewalttätern, die laut offiziellen Angaben mit Eisenstangen und Molotowcocktails auf Beamte losgingen. Die Bilanz: Ein Einsatzleiter sprach zunächst von 476 verletzten Beamten, später stellte sich jedoch heraus, dass diese Zahl mit Krankmeldungen und dergleichen aufgeblasen wurde und nicht zwingend mit Gewalt gegen Beamte zusammenhängt. 455 Beamte waren am Folgetag wieder einsatzbereit, zwei galten als schwerverletzt. Zur Gesamtzahl der verletzten Demonstranten gab es keine offiziellen Angaben. Dass es auch anders geht, beweist das G20-Treffen in Rom 2021. © Axel Heimken/dpa
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G-20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridas-for-Future. Sie protestierten friedlich.
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridays for Future. Sie protestierten friedlich für mehr Klimaschutz und Teilhabe. Es setzte sich ein Demozug von 5000 bis 6000 Menschen in Bewegung. Das Polizeiaufgebot war riesig, Polizisten mit Schildern und Hubschraubern drehten ihre Runden über die Demo. Zahlreiche Wasserwerfer waren vor Ort. Das Ziel war klar: Italien wollte keine Bilder von Chaos, Randale und Verwüstung wie etwa vom G20-Gipfel in Hamburg oder Jahre zuvor aus Genua. Dafür hatte die Regierung aus Rom über 5000 zusätzliche Sicherheitskräfte angefordert. Sogar das Militär war im Einsatz und sicherte zusätzlich wichtige Orte ab. Doch die Befürchtungen stellten sich als unbegründet heraus. Tanzend und trommelnd zogen die Demonstranten rund zwei Kilometer durch die Stadt. Nach einer Kundgebung ging es den gleichen Weg zurück. All dies geschah, ohne dass die Sicherheitskräfte hätten einschreiten müssen.  © Matteo Nardone via www.imago-images.de

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Erste Staatschefs landen am Samstag – auch Biden mit der Air Force One

Am Samstagabend treffen die ersten G7 Teilnehmer in Bayern ein. US-Präsident Joe Biden wird demnach bereits einen Tag vor dem Gipfel am Münchner Flughafen mit der Air Force One landen. Im Hubschrauber gehts dann weiter nach Elmau, falls das Wetter nicht mitspielt, ist ein Autokonvoi geplant. Dafür fliegen die Amerikaner das Präsidenten-Auto „The Beast“ ein. Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, der britische Premierminister Boris Johnson und natürlich Gastgeber Bundeskanzler Olaf Scholz reisen bereits am Samstag an. (tkip)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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