Awareness-Konzept

Nach Diskussionen um Rammstein-Konzerte in München: KVR-Chefin überwacht persönlich Row Zero

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Wegen Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann gab es einige Änderungen bei den Konzerten in München - die überprüfte das KVR persönlich.

München - Am Mittwoch, 7. Juni, spielte Rammstein vor zehntausenden Fans das erste von vier Konzerten in München. Schon Tage zuvor stand die Band um Sänger Till Lindemann im öffentlichen Fokus. Grund waren Anschuldigungen, die zahlreiche Frauen - teils anonym - gegen den Frontmann erhoben hatten. Eine Rolle spielte dabei auch die exklusive vorderste Reihe für Konzertbesucherinnen.

Rammstein im Münchner Olympiastadion - Keine Row Zero

Am Abend des ersten Konzerts fanden sich deshalb auch etliche Demonstranten vor dem Olympiastadion ein. Rund 60 Menschen versammelten sich mit Megafon und Transparenten mit Aufschriften wie „Das Opfer ist nie schuld“, „Keine Show für Täter“ und „Glaubt Opfern sexualisierter Gewalt“.

Vor dem Auftakt waren für die Veranstaltungen in München bereits einige Veränderungen angekündigt worden. So sollten in der Row Zero - dem Sicherheitsbereich unmittelbar vor der Bühne - keine Konzertbesucher mehr sein, wie das Kreisverwaltungsreferat auf der Website der Stadt München mitteilte. Auch ein Awareness-Konzept wurde in Auftrag gegeben.

Rammstein – brachiale Musik und feurige Shows

Till Lindemann von Rammstein beim Wacken Open-Air-Festival 2013
Till Lindemann, Sänger der Band Rammstein, steht beim Wacken Open-Air-Festival 2013 auf der Bühne. © Axel Heimken/dpa
Rammstein im Berliner Olympiastadion
Paul Landers (l-r), Rhythmusgitarrist von Rammstein, Till Lindemann, Frontsänger von Rammstein, und Richard Kruspe, Leadgitarrist von Rammstein, treten beim Konzert der Band Rammstein im Olympiastadion auf. © Christoph Soeder/dpa
Rammstein-Sänger Till Lindemann bei einem auftritt in Russland
Till Lindemann, Sänger der deutschen Rockband Rammstein, tritt 2021 beim Spasskaya Tower Military Music Festival auf dem Roten Platz in Russland auf.  © Marina Lystseva/dpa
Rammstein Tour 2019 - Hannover
Paul Landers, Rhythmusgitarrist von Rammstein, tritt beim Konzert der Band Rammstein in der HDI-Arena in Hannover, während deren Europa Stadion Tour 2019 auf. © Christophe Gateau/dpa
Rammstein Tour 2019 - Hannover
Richard Kruspe ist der Leadgitarrist der Neue-Deutsche-Härte-Band Rammstein. Hier spielt er ebenfalls in der HDI-Arena Hannover im Jahr 2019. © Christophe Gateau/dpa
Rammstein in Berlin
Schlagzeuger der Band ist Christoph „Doom“ Schneider. Hier zu sehen bei einem Auftritt im Berliner Olympiastadion. © Christoph Soeder/dpa
Rammstein mit großer Fanbase
Eine große Fanbase hat die Band zu bieten. National wie international sind ihre Konzerte nahezu immer ausverkauft. © Christophe Gateau/dpa
Till Lindemann mit einem Flammenwerfer auf einem Rammstein Konzert
Rammstein Frontsänger Till Lindemann (r.) feuert während des Titels „Mein Teil“ auf der Bühne einen Flammenwerfer ab. © Malte Krudewig/dpa
Das Berliner Olympiastadion während eines Konzertes der Band Rammstein
Das Berliner Olympiastadion während eines Konzertes der Band Rammstein. © Christoph Soeder/dpa
Rammstein Konzert im Olympiastadion
Einzigartiges Bühnenbild und eine Show mit viel Pyrotechnik sind die Markenzeichen eines Auftritts von Rammstein. © Jens Koch/dpa
Rauch über dem Berliner Olympiastadion während eines Rammstein Konzert
Rauch steigt während eines Konzerts der Band Rammstein über dem Olympiastadion Berlin auf. Ein gigantisches Konzertspektakel mit einer Menge Pyrotechnik. © Christoph Soeder
Rammstein Konzert im Olympiastadion Berlin
Die Band Rammstein begeistert ihre Fans mit ihren einmaligen Shows und ihrer musikalischen Performance auf der Bühne. © Jens Koch/dpa
Rammstein stellt eine Doku-DVD über ihren Erfolg in Amerika vor
Neben ihrer Musik hat die Band auch eine Dokumentation über ihren Erfolg in Amerika veröffentlicht. © Britta Pedersen/dpa
Rammstein zusammen mit Heino auf dem Wacken Open-Air-Festival 2013
Zwei Musikwelten, die aufeinandertreffen. Der deutsche Sänger Heino zusammen mit Rammstein-Frontmann Till Lindemann auf der Bühne des Wacken Open-Air-Festivals 2013. © Carsten Rehder/dpa
Einmalige Konzerte der Band Rammstein weltweit
Von der Gestaltung der Bühne bis zum Outfit der Bandmitglieder. Den Rammstein-Fans werden überall auf der Welt besondere Konzerte geboten. © Christoph Soeder/dpa

KVR bei Rammstein-Konzert vor Ort - Team hat Row Zero im Blick

Das KVR machte sich dann am ersten Konzertabend auch selbst ein Bild. Chefin Hanna Sammüller-Gradl und ihr Team waren die ganze Zeit „mit voller Einsatzstärke“ vor Ort, erklärt sie, also insgesamt 30 Personen. Sie sprachen auch mit Polizei und Gegendemonstranten. Die Gewerbeaufsicht war ebenfalls mit am Veranstaltungsort, um die Ordner zu kontrollieren, wie die KVR-Chefin gegenüber tz.de ausführt. Auch den Bühnengraben, die sogenannte Row Zero, habe man die ganze Zeit über im Blick behalten, da sich nur berechtigte Personen darin aufhalten durften.

KVR-Chefin Hanna Sammüller-Gradl hat die Row Zero im Blick.

„Der Veranstalter war kooperativ und hat uns, unter Wahrung der Privatsphäre der Künstler, ermöglicht, den Backstagebereich anzuschauen”, hieß es noch am Abend in einem offiziellen Statement des KVR.

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Awarenessteam bei Rammstein-Konzerten im Olympiastadion

Sammüller-Gradl besuchte vor und nach dem Konzert auch das Awareness-Team. Dieses besteht aus Personen mit pädagogischem und psychologischen Hintergrund. Das KVR brachte dort unter anderem Frauen-Nachttaxi-Gutscheine vorbei.

Die Row Zero beim Rammstein-Konzert am 7. Juni: Konzertbesucher hatten dort keinen Zutritt mehr.

Am Veranstaltungsort gab es auch ein Zelt, in dem Frauen uneinsehbar betreut werden können. Der Verein „Inklusion muss laut sein“ zeichnet sich dafür verantwortlich. Das Team sei am Abend durch das Publikum gelaufen und war anhand von Aufklebern gut erkennbar. Sie seien alle mit Funk zu Sanitätsdienst und Security verbunden gewesen.

Die Vorwürfe seien „ausnahmslos unwahr“, heißt es in einer Stellungnahme der Anwälte. Gegen einzelne Personen, die behaupten, von Lindemann unter Betäubungsmitteln gesetzt und so gefügig gemacht worden zu sein, gehe man nun rechtlich vor. Auch die Berichterstattung vieler Medien werde geprüft und dagegen gegebenenfalls rechtliche Schritte eingeleitet.

Sammüller-Gradl mit Pressesprecherin Stefanie Strehler (r.).

Am Donnerstag, 8. Juni, steht bereits der zweite Auftritt im Olympiastadion an - wohl bei Gewitter und Regen. Am 10. und 11. Juni spielt Rammstein dann die beiden abschließenden Konzerte in München. (kam)

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Transparenzhinweis vom 8. Juni 2023, 19.30 Uhr: Dieser Artikel wurde mit den Aussagen von Till Lindemanns Anwälten ergänzt.

Rubriklistenbild: © KVR

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