Kommunalwahl 2020

Landratswahl: So will die SPD-Kandidatin ein Zeichen für eine moderne Gesellschaft setzen

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Ins Tölzer Landratsamt will Filiz Cetin (SPD) 2020 einziehen - und zwar als Chefin.

Landratswahl 2020 Bad Tölz: Nach der überraschenden Bekanntgabe ihrer Kandidatur als Landrätin äußert sich die Tölzerin Filiz Cetin erstmals im Interview.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Überraschung war perfekt, als die Kreis-SPD vor einigen Tagen eine Landrats-Kandidatin aus dem Hut zauberte, die zuvor wohl keiner auf dem Schirm gehabt hatte: Filiz Cetin (43) ist in der Kreispolitik bisher nicht in Erscheinung getreten – ganz einfach, weil sie erst im August 2018 nach Bad Tölz gezogen ist. An ihrem vorigen Wohnort in Niederbayern war sie allerdings Kreis- und Gemeinderätin sowie Bürgermeisterkandidatin. Nun äußert sich Filiz Cetin erstmals persönlich gegenüber dem Tölzer Kurier. Das hatte seit Bekanntgabe ihrer Kandidatur noch nicht geklappt, da die Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen nach eigenen Angaben beruflich stark eingespannt war. Nun beantwortetet sie schriftlich einige Fragen.

Frau Cetin, was hat Sie zu dem Entschluss gebracht, bei der Landratswahl anzutreten?

Ich war schon immer eine aktive Politikerin, da man aus meiner Sicht nur dann auch die Möglichkeit hat, etwas zu bewegen und mitzugestalten. Gerade jetzt wo immer mehr Rechtsradikale in sämtliche Parlamente einziehen ist es mir unter anderem wichtig, mit meiner Kandidatur ein deutliches Zeichen für ein Miteinander und eine moderne Gesellschaft zu setzen. Auch sollen die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises eine „echte“ Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten haben. Hierzu gehört meines Erachtens auch, dass Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund kandidieren. Unsere vielschichtige Gesellschaft fordert das zu Recht.

Was hat Sie aus Niederbayern nach Bad Tölz verschlagen?

Ich bin aus beruflichen Gründen nach Bad Tölz gezogen. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt. Dort zu wohnen und zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist einfach nur schön.

Wo sehen Sie hier Herausforderungen für eine künftige Landrätin?

Durch meine Erfahrung als Kommunalpolitikerin weiß ich, dass es eine gute Kommunikation und Fingerspitzengefühl braucht, um die verschiedenen Interessen so zu vertreten, dass sich am Ende alle Bürgerinnen und Bürger mitgenommen fühlen und die Entscheidung verstehen und mittragen.

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Welche Chancen rechnen Sie sich bei der Landratswahl aus?

Wenn Sie in Niederbayern nach mir fragen würden, würde man Ihnen sicherlich antworten, dass ich jemand mit Gerechtigkeitssinn bin, die sozial ist und das Herz am richtigen Fleck hat. Wenn das die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis auch so sehen, dann werden sie mir ihr Vertrauen schenken. Ich freue mich heute bereits auf den Dialog mit ihnen.

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Kennen Sie Ihre beiden bislang feststehenden Gegenkandidaten, Amtsinhaber Josef Niedermaier (FW) und Anton Demmel (CSU), schon persönlich?

Ich kenne beide nicht persönlich. Das wird sich aber sicherlich in naher Zukunft ändern.

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