„Lasst Schwimmverein nicht untergehen“

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Erfolglose Suche nach einem neuen Abteilungsleiter für die Schwimmsparte (v. li.): Peter Sindlhauser (TSV-Vorsitzender), Stefanie Kösterke (bisherige Abteilungsleiterin), Andrea Schambeck (Stellvertreterin) und Bürgermeister Hans Kiefersauer.
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Der TSV Benediktbeuern-Bichl sucht dringen einen Vorsitzenden. Nach der erfolglosen Neuwahl sind die Schwimmer weiterhin ohne Spitze.

Benediktbeuern Nachdem sich die komplette Führung der Schwimmabteilung des TSV Benediktbeuern-Bichl vor einiger Zeit von ihren Ämtern zurückgezogen hatte, sollten außerordentliche Neuwahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung für eine neue Vereinsspitze sorgen. Doch der Versuch scheiterte. Es konnte kein Kandidat für die Nachfolge von Abteilungsleiterin Stefanie Kösterke gefunden werden.

Trotz engagierter Suche im Vorfeld des Treffens in der „Friedenseiche“ als auch beim Versammlungstermin selbst stellte sich niemand zur Wahl. Die Entscheidung wurde um drei Monate vertagt. In dieser Zeit steht die Abteilung unter der Leitung von Peter Sindlhauser, dem Vorsitzenden des Hauptvereins. Die Aktivitäten ruhen. Mit dem Wintertraining in Bad Tölz wird ausgesetzt, die dafür reservierten Zeiten werden allerdings weiter bezahlt, um bei einer hoffentlich baldigen Lösung sofort wieder loslegen zu können, so Kösterke. Möglicherweise finden sich in der Zwischenzeit andere Vereine, die das Becken in Bad Tölz so lange nutzen wollen.

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Bürgermeister Hans Kiefersauer gab den Teilnehmern der Versammlung als „Hausaufgabe“ die Suche nach einem geeigneten Kandidaten mit auf den Weg. „Das ist nicht einfach, es wird vielmehr eine harte Sache“, vermutet Peter Sindelhauser, der sich als Wahlleiter um eine Lösung bemühte. Sollte es zu keiner Neubesetzung kommen, droht die Auflösung der Abteilung.

„Das würde mir mein Herz brechen“, gestand Kösterke, die seit 1978 zur Schwimmabteilung gehört und unter deren Führung die Mitgliederzahl im zurückliegenden Jahr erstmals auf über 300 angewachsen ist. Ihr Rückblick auf das abgelaufen Jahr machte deutlich, wie schwer eine Auflösung nicht nur den Verein, sondern ganz besonders die Familien der Gemeinde Benediktbeuern treffen würde. 86 Kinder betrug die höchste Teilnehmerzahl beim Sommertraining, und auch von der Vereinsmeisterschaft konnte mit 106 Startern ein Rekord vermeldet werden.

An erster Stelle ihrer Prioritäten nannte die scheidende Abteilungsleiterin jedoch die Wichtigkeit, dass möglichst viele Kinder schwimmen lernen: „Es muss nicht immer Leistungssport sein. Überleben ist wesentlich wichtiger als Pokale.“

Nachdem Mitglieder der Vorstandschaft zugleich als Trainer tätig waren, werden auch diesbezüglich neue Helfer gebraucht. Die Prüfung als Rettungsschwimmer müsste dafür vorhanden sein oder abgelegt werden.

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Detailfragen zum Rücktritt der Vorstandschaft wurden in einem Gespräch zwischen der Führungsriege und Gemeinde geklärt, hieß es. Trotzdem sehen die bisherigen Funktionäre eine Neubesetzung der Vorstandschaft als unumgänglich. Kösterke beendete die Versammlung mit der eindringlichen Bitte: „Lasst den Schwimmverein nicht untergehen.“

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