VonMelina Staarschließen
Viele junge Leute gehen derzeit auf die Straße, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Auch am Gymnasium Hohenburg machen sich die Schülerinnen Gedanken über umweltbewusstes Verhalten. Eine Elftklässlerin war jetzt bei der Jugendklimakonferenz.
Lenggries – „Fridays for future“ heißt es momentan wöchentlich. Schüler demonstrieren an Freitagen für einen Bewusstseinswandel in Sachen Klimapolitik. Paula Eriskat (16), Schülerin am Gymnasium Hohenburg, hat auf andere Weise mitgeholfen, Klimabewusstsein zu schaffen: Sie nahm an der Jugendklimakonferenz in München statt.
In der Hochschule für Film und Fernsehen kamen Schüler aus verschiedenen Gebieten Bayerns zusammen. Vor Ort waren zudem Umweltminister Thorsten Glauber sowie verschiedene Experten. „Es gab Workshops zu verschiedenen Themen“, berichtet Eriskat. In Kleingruppen bearbeiteten die Schüler verschiedene Themenbereiche. „Im Plenum gab es dann ein offenes Mikrofon, und am Ende haben wir Beschlüsse gefasst.“ Sie selbst habe nicht im Plenum gesprochen, da der Andrang einfach zu groß gewesen sei. „Es war ja jede Schule angeschrieben worden und durfte einen Delegierten hinschicken.“ Vom Nachhaltigkeitsteam der Schule wurde sie gewählt. Von ihren Erlebnissen wird sie einen Bericht verfassen.
Schon im Vorfeld hatte das Nachhaltigkeitsteam, das aus Schülern aller Jahrgangsstufen besteht und sich einmal wöchentlich während der Unterrichtszeit trifft, ein Manifest verfasst. „Jede Klasse konnte darin Forderungen formulieren.“
Unterstützer für Manifest gesucht
Die Forderungen betreffen zum einen die Bundesebene: Den Nahverkehr ausbauen, Flugbenzin besteuern, Recyclingmethoden verbessern steht da beispielsweise. Des Weiteren haben die Schüler formuliert, was jeder von ihnen selbst zum Klimaschutz beitragen kann. „Ich akzeptiere ein Tempolimit auf den Autobahnen“, steht da. Oder: „Ich vermeide Plastik durch Verwendung von Glasflaschen, Mehrwegverpackungen und den Kauf unverpackter Produkte.“
Außerdem hat das Team sich überlegt, was die Schule selbst tun kann. Es sollen Fahrgemeinschaften gebildet werden, regionale Produkte in der Mensa gefördert werden, ebenso wie Recycling. Eine Idee ist auch ein schulischer Kleiderkreisel. „Der ist in der Startphase“, sagt Eriskat. Die Schülerinnen überlegen gerade, wie sie das Austauschen von Kleidung koordinieren könnten. Gedacht ist erst einmal eine WhatsApp-Gruppe.
„Jetzt suchen wir möglichst viele Leute, die das Manifest unterschreiben“, berichtet die 16-Jährige. Dann soll es ans Umweltministerium geschickt werden. „Alle Schüler sind angehalten, Eltern, Freunde zu motivieren, damit wir mehr Schlagkraft haben.“ Die Unterstützung der Lehrer sei sehr gut. „Es wird von allen gut angenommen.“
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