VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Die Gemeinde Lenggries baut ein neues Pflegeheim. Das war aber nicht der einzige Beschluss, der in der Sitzung fiel. So geht es jetzt weiter
Lenggries - Die Gemeinde wird einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ersatzneubau für das in die Jahre gekommene Pflegeheim investieren.
Beschlossen wurde in der Gemeinderatssitzung aber auch das
Exposé. Dieses wird an potenzielle künftige Betreiber verschickt und informiert über die Aufgaben, Zielvorstellungen und Rahmenbedingungen für das neue Heim. Darin geht es unter anderem um die Übernahme des jetzt beim Landkreis angestellten Personals, die angestrebte Größe des Heims, die Schaffung von Kurzzeitpflegeplätzen oder auch um Synergieeffekte beim benachbarten Haus der Senioren, ein Betreutes Wohnen, das die Gemeinde betreibt.
Angeregt wird auch, dass Teile des bestehenden Gebäudes in die Planungen mit einbezogen werden sollen. Dort könnten beispielsweise Dienstwohnungen für die künftigen Mitarbeiter entstehen.
Außerdem legt die Gemeinde im Exposé fest, dass „Bürger der Gemeinde Lenggries und deren Angehörige bevorzugt aufzunehmen sind, danach weitere Landkreisbürger“.
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Da die Betreibersuche gemeinsam mit dem Kreis erfolgt, müssen auch der Kreisausschuss (1. Oktober) und der Kreistag (17. Oktober) dem Papier zustimmen. Sobald das erfolgt ist, wird das Exposé an Heimbetreiber aus der Region verschickt. Sechs Wochen bleibt dann Zeit, um sich mit einem Konzept zu bewerben. „In dieser Zeit werden wir auch einen gemeinsamen Besichtigungs- und Fragetermin anbieten“, sagte Geschäftsleitende Beamtin Heidi Kiefersauer.
Die erste Sichtung der Bewerbungen übernimmt eine Arbeitsgruppe. Ihr gehören je zwei Fraktionsmitglieder aus dem Gemeinderat, drei Lenggrieser Verwaltungs- und zwei Landkreisvertreter an. Die Gruppe wird sich dann auch die Konzeptvorstellungen der ausgewählten Anbieter anhören und schließlich eine Empfehlung aussprechen. Die CSU entsendet Birgitta Opitz und Josef Wegscheider in die Arbeitsgruppe, die Freien Wähler Stephan Bammer und Günter Haubner. Die Verwaltung vertreten Bürgermeister Werner Weindl, Kämmerer Michael Wenig und Heidi Kiefersauer.
Über den künftigen Betreiber soll der Gemeinderat dann im Januar 2019 entscheiden. Zunächst ist eine Vermietung für 20 Jahre geplant – mit der Option auf Verlängerung um jeweils zehn Jahre.
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Ist der Betreiber gefunden, beginnt die Planung, da dieser seine Vorstellungen mit einbringen soll. Rund ein Jahr dürfte das dauern. Realistischer Baubeginn an der Karwendelstraße könnte Mitte 2020 sein. Allerdings hat der Kreis die Nutzungsvereinbarung für das bestehende Heim gekündigt. Der Vertrag läuft Ende 2019 aus. Es gibt hier mittlerweile vom Kreis aber offenbar schwache Signale, dass man bereit wäre, die Kündigung zurückzunehmen. Darauf hatte die Gemeinde stets gedrängt, bislang aber stets auf Granit gebissen.
