„Lichterzauber“: Glanz auch ohne Schnee

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Der Nikolaus war auch zu Besuch beim „Lichterzauber“.

Großer Andrang in Lenggries: Zum „Lichterzauber“ war im Brauneckdorf einiges geboten.

Lenggries – Schnee hat heuer nicht zur Weihnachtsstimmung beim „Lenggrieser Lichterzauber“ beigetragen. Doch von Föhnwolken und ein paar Regentropfen zwischendurch lassen sich die Dorfbewohner ihren Christkindlmarkt noch lange nicht verderben. Schon am Samstagnachmittag brannten überall kleine Feuerchen und Kerzen, und an den rund 50 Ständen herrschte gute Laune und freudige Erwartung auf die kommenden Stunden. Viele örtliche Vereine waren dabei, viele Helfer haben mit angepackt, dass die Zeit zwischen 15 und 21 Uhr zum stimmungsvollen Ereignis wird.

„Es ist ein zu großer Aufwand, den Markt länger dauern zu lassen“ , bedauert Bürgermeister Werner Weindl. Die Stände seien nicht abschließbar, und so müsste man sie abends aus- und am nächsten Tag wieder einräumen. Zudem sei es für die Vereine schwierig, Helfer für zwei oder mehr Tage zu stellen. „So ist es halt kurz und gemütlich“ , sagt Weindl. Im vergangenen Jahr hätten 26 Busse Christkindlkmarkt-Besucher von den Nachbarlandkreisen oder auch von weiter weg ins Brauneckdorf gebracht. Aber auch privat kämen viele extra an diesem Tag ins sonst so beschauliche Lenggries. 1980, so erinnert sich Weindl, hat die Bergwacht zum ersten Mal am Kirchplatz ein paar Standl aufgebaut – seitdem hat sich wahrlich einiges verändert.

Die neu gegründete Lenggrieser Werbegemeinschaft hat sich dann der Organisation des Marktes angenommen, und so wurde es über die Jahre ein großes Ereignis und ein fester Termin im Dorfleben. Die Bergwacht steht traditionell immer noch am selben Platz und schenkt Glühwein aus: Es ist eine der meistbesuchten Ecken auf der Lenggrieser „Scheibn“ rund um Bahnhof, Rathaus und Kirchplatz.

Es ist jedes Mal eine ganz besondere Stimmung, die man auf anderen, eher kommerziell ausgelegten Märkten nicht mehr so erlebt und vielleicht ist es ja deshalb so besonders, weil es eben nur sechs Stunden und nicht sechs Wochen dauert. Die Besucher erwartete wieder eine bunte Mischung mit Ständen von lokalen Firmen, der Gastronomie und Vereinen, aber auch welche, die von fleißigen Helfern aus Kindergärten oder Schulen betrieben wurden. Beispielsweise haben Siebt- und Achtklässler des Tölzer Förderzentrums tolle Holzsterne und -hirschen und anderen selbst gebastelten Weihnachtsschmuck verkauft. De Handarbeiterinnen der Lenggrieser „Maus-Manufaktur“ konnten über 200 selbst gestrickte Mützen jeglicher Art anbieten. Natürlich gab es noch unzählige andere Kleinigkeiten, die man kaufen konnte, von Weihnachtsdekoration bis hin zu Seifen, von selbst genähten Tascherln bis Schmuck und einigem mehr reichte die Palette – ganz so, wie man es vom „Lichterzauber“ kennt und erwartet.

Hungrig und durstig musste auch niemand nach Hause gehen. Das kulinarische Angebot von Gastronomie und den Vereinen war vielfältig, sodass jeder das Richtige finden konnte. Dass es tatsächlich nicht immer um Kommerz geht, beweist die Lenggrieserin Regina Kühnhauser, die seit neun Jahren die gemeinsam von vielen Helfern selbst gebackenen Lebkuchen verkauft und den Reinerlös an die Elterninitiative krebskranker Kinder in München spendet. Da ihre Tochter mit sechs Jahren an Leukämie erkrankte, wisse sie selbst ganz genau, wie viel Hilfestellung dieser Verein den Familien in der schlimmen Krankheitssituation bietet, und es sei ihr seitdem ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben. Ein wirklich schöner weihnachtlicher Gedanke. (Ines Gokus)

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