Lindenschmitstraße

„Auf die Stadtspitze ist kein Verlass“: Gericht stoppt Wohnungsbau und rettet Bäume in Sendling

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Baumschutz oder Wohnungsbau: Der Verwaltungsgerichtshof hat sich für Bäume entschieden. Anwohner und Poliker sind erfreut.

München – Was hat in München Vorrang: Baumschutz oder Wohnungsbau. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat sich für die Bäume entschieden. Die Juristen haben die Baugenehmigung für ein zusätzliches Wohngebäude hinter einem denkmalgeschützten Altbau an der Lindenschmitstraße 25 in Sendling vorerst gekippt. Das Verwaltungsgericht hatte in erster Instanz für den Wohnungsbau entschieden.

Lindenschmitstraße 25 in Sendling: Hier sollen alte Bäume gefällt werden.

Baugenehmigung für die Lindenschmitstraße stößt auf Kritik: Anwohner starten Petition gegen Luxuswohnungen

Gegen die Baugenehmigung der Stadt hatte der Naturschutzverband Wildes Bayern geklagt, um das Fällen von alten Bäumen zu verhindern. Auch die Anwohner hatten mobil gemacht, unter anderem mit einer Online-Petition. Den Bürgern ging es aber nicht nur um den Baumbestand, sondern auch die Nachverdichtung im Hinterhof. Sie warnten vor Luxuswohnungen, die an der Lindenschmitstraße entstehen sollten.

Linken-Chef Stefan Jagel freut sich über die Gerichtsentscheidung. „Die Mieter der Lindenschmitstraße haben gezeigt: Auf die Stadtspitze ist kein Verlass, und selbst handeln lohnt sich.“ Die Verwaltung habe immer wieder behauptet, man könne in dem Fall nichts tun. „Dass das Gericht dies jetzt anders sieht, zeigt, dass sie es nicht ernsthaft probieren wollen.“ Das Projekt sei von Anfang an absurd gewesen. „Eine Hinterhofbebauung, die keinerlei bezahlbaren Wohnraum geschaffen hätte – nur damit ein Investor nachverdichten darf.“

Lindenschmitstraße in Sendling: Grüne fordern ein Umdenken – Wohnraum sei zwar wichtig, der Erhalt von Grünflächen aber auch

Grünen.-Vize Sibylle Stöhr sagte, ihre Partei fordere schon seit Langem einen Kulturwandel: bei der Genehmigung von Bauprojekten. „Es ist wichtig, Wohnraum zu schaffen. Doch dieser muss vor allem bezahlbar sein. Und gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass wertvolles Grün, das wichtig für die Stadtviertel ist, erhalten bleibt.“

Rubriklistenbild: © ÖDP

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