Bayerischer Innovationsring

„Man muss das Rad nicht neu erfinden“

+
Die Arbeit des bayerischen Innovationsrings und seine Auswirkungen auf die Landratsämter im Freistaat präsentierten (v.li.) Wolfgang Krause (Abteilungsleiter im Tölzer Landratsamt), Landrat Josef Niedermaier und Klaus Geiger, der BI-Referent beim bayerischen Landkreis-Tag.
  • schließen

Was macht eigentlich der bayerischen Innovationsring ? Landrat Josef Niedermaier stellte dessen Arbeit nun vor.

Bad Tölz Haben Sie schon einmal etwas vom bayerischen Innovationsring (BI) gehört? Nun, der BI ist beim Bayerischen Landkreistag angesiedelt und dient mit seiner Arbeit allen 71 bayerischen Landkreisen.

„Man muss doch das Rad nicht jedes Mal neu erfinden“, betonte Landrat Josef Niedermaier dieser Tage, als der BI der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zahlreiche Verfahrensabläufe und Problemkreise, die alle Landkreise gleichermaßen betreffen, werden hier untersucht, ausgewertet und schließlich allen Landratsämtern zur Verfügung gestellt. Das betrifft die kommunalen Finanzen genauso wie die demografische Entwicklung, die Erwartungshaltung der Bürger gegenüber ihren Verwaltungen und nicht zuletzt die zunehmende Digitalisierung. „Wir waren von Anfang an beim BI dabei, sind sogar Gründungsmitglied“, betonte Niedermaier, der seit 2014 den BI leitet.

Bereits 1994 hatten sich hier 26 Landkreise zusammengeschlossen, praktisch als Dienstleister für alle Landkreise. Aufgeteilt ist der BI in einzelne Projektgruppen, immer unter der Führung eines Landrats. „Personal und Führung“ befasst sich mit den Herausforderungen der demografischen Entwicklung für das Personal der Landratsämter. Es wurden eine gesamtbayerische Stellenbörse geschaffen und gemeinsame Ausbildungsrichtlinien festgelegt. Weiter findet sich die Projektgruppe Betriebswirtschaft und eine, die als „Organisation/eGovernment“, bezeichnet wird. „Hier werden sehr komplexe Prozesse abgearbeitet, deren Umstellungen bei den Kosten schnell in den sechsstelligen Bereich gehen können“, führte der Landrat aus. Letztlich hat dann die Projektgruppe „Service- und Kundenorientierung“ die Aufgabe weitere Verbesserungen in Sachen Bürgerfreundlichkeit auszuarbeiten.

Raubzug durch die Jachenau: Polizei klärt die Tat auf

Als riesengroße aktuelle Herausforderung für die Landratsämter bezeichnete Niedermaier dabei die zunehmende Digitalisierung. Hier wurde bereits mit dem bayerischen Portalverbund für die Mitarbeiter aller Landratsämter „eine Art Facebook oder WhatsApp eingerichtet“. Diese Plattform, eine Art Intranet, sei überaus effizient und bringe für viele Fragen oftmals schnelle Hilfe.

Geschenke in Hülle und Fülle: Tausende Besucher auf dem Benediktbeurer Christkindlmarkt

Überaus problematisch bei der Digitalisierung von Anträgen, also bei Anträgen via Internet, ist dabei etwa die Legitimierung. „Mit diesem Problem beschäftigt sich die Bundesregierung schon seit drei Jahren“, führte Niedermaier aus. Dabei sei die herkömmliche Alternative, also eine Unterschrift des Antragstellers, „ziemlich leicht zu fälschen“. Doch erste Erfolge zeichnen sich ab. So können mittlerweile der Jagdschein, eine Gaststätten-Erlaubnis oder verkehrsregelnde Maßnahmen an einer Baustelle bereits digital beantragt werden.  

So schön war der „Lichterzauber“ heuer in Lenggries

Kommentare