- VonAlexander Krausschließen
Seine Erleichterung war deutlich zu spüren: Hubert Mangold ist am Dreikönigsabend in Grafenaschau zum Bürgermeisterkandidaten für die neue Liste „Wir für unser Dorf Grafenaschau und Schwaigen“ (WUD) gewählt worden. Eine Woche vorher war der Rathauschef noch an Dr. Friedrich Glauner gescheitert, der als Bewerber von UVV ins Rennen gehen wird.
Grafenaschau - In der Woche zuvor war es genau andersherum: Die Wahl des Bürgermeister-Kandidaten bei „Unabhängig – Verbindend – Verbindlich“ hatte sich ewig hingezogen, die Bewerber für den Gemeinderat waren schnell gefunden. Diesmal, bei der Aufstellungsversammlung von „Wir für unser Dorf Grafenaschau und Schwaigen“, war Hubert Mangold als einziger Anwärter fürs Rathaus schnell in der Spur, dagegen hat es gedauert, bis sich eine Frau und drei Männer als Bewerber fürs Ortsparlament finden ließen.
Im Raum über dem Dorfladen lief’s jetzt wunschgemäß für den amtierenden Rathauschef, der vor Wochenfrist noch gescheitert war – bei der UVV-Aufstellungsversammlung waren überraschend zwei weitere Kandidaten aufgetaucht. Schließlich hatte sich Dr. Friedrich Glauner durchgesetzt – Mangold hatte das Nachsehen. Mangold räumte ein, dass der Gemeinderat beim Finanziellen in Bezug auf das Lichtblick-Projekt Lindenhof unklar geblieben sei. „Das ist nicht klar kommuniziert worden zum Bürger“, bedauerte der 61-Jährige. Nachdem Versammlungsleiter Franz Gaisreiter das Wahlergebnis verkündet hatte – 38 Ja-Stimmen, zwei ungültige, acht Enthaltungen – fielen Lasten von Mangold ab.
Auf diese Weise, über einen Umweg einer neuen Liste, hat er es doch noch geschafft, er hat die Chance, das Bürgermeisteramt, das er seit zwölf Jahren innehat, bei den Kommunalwahlen am 8. März fortzuführen. Die Aufstellungsversammlung von UVV, die so gar nicht nach dem Geschmack Mangolds gelaufen war, habe die Bevölkerung „wachgerüttelt“, ist er sich sicher. Das zeigten auch die knapp 70 Bürger im Saal. „Das ist ein Zeichen vom Dorf“, sagte der Kandidat.
Kurzzeitig war Mangold ins Grübeln gekommen, weil auch Dietmar Tilch-Becker, der zweite Unterlegene vom Dreikampf der Vorwoche, erschienen war. Der erkundigte sich beim Wahlleiter, hätte sich auch wieder aufstellen lassen können, verzichtete jedoch. „Wegen meines Hauptjobs stehe ich nicht zur Verfügung“, verriet er. Ein Problem weniger für Mangold, der schließlich die Nominierung schaffte. Eine weitere Hürde ist die Liste mit den mindestens 40 Unterstützern, die bis 19. Januar im Rathaus vorliegen muss. Dann ist der Weg frei fürs Duell um den Rathaussessel in Schwaigen gegen Glauner. Mangold geht voller Zuversicht ins Rennen. „Sonst tät’ ich es nicht machen.“
Vier Bewerber für den Gemeinderat
Es brauchte das ganze Geschick von Versammlungsleiter Gaisreiter und die Überzeugungskunst von Rathauschef Mangold, ehe sich vier Bewerber für den Schwaigener Gemeinderat fanden, die sich auf die WUD-Liste setzen ließen. Gaisreiter, Zweiter Bürgermeister von Ohlstadt, hielt ein flammendes Plädoyer für die Arbeit im Gemeinderat. Das Themenspektrum sei sehr weit gestreut – Schule, Kindergarten, Verkehr, Finanzen, Einheimischenmodell. „Aber es steckt ein zeitlicher Aufwand dahinter“, wollte der Versammlungsleiter nicht verhehlen.
Schließlich stand Benedikt Neuner als Erster auf. „Die Gemeinde ist mir wichtig.“ Loretta Reichert war die Nächste: „Wenn es was zu tun gibt, bin ich dabei.“ Matthias Mangold, Sohn des Bürgermeisters, hatte lange gezögert, war dann aber bereit, „tragende Aufgaben zu übernehmen“. Schließlich sagte auch Franz Straubinger zu. „Ich freue mich, wenn ich mich einbringen könnte“, sagte er. Der aktuelle Bürgermeister sah das Quartett voller Zufriedenheit: „Dann war es doch wert, dass wir eine Ehrenrunde gedreht haben“, betonte Mangold. Nun sei auch sichergestellt, dass es Nachrücker im Gemeinderat gebe.
Die Kandidaten:
1./2. Benedikt Neuner (32, Programmierer), 3./4. Loretta Reichert (49, selbstständige Personal-Coachin), 5./6. Matthias Mangold (32, Mechatronik-Techniker), 7./8. Franz Straubinger (38, Landschaftsplaner).
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