VonDieter Dorbyschließen
Die Situation habe die Stadt überrollt, hieß es nun im Stadtrat. Doch der Blick ins Merkur-Archiv zeigt: Schon vor drei Jahren warnten Gutachter vor akuten Engpässen.
Im Miesbacher Stadtrat war man bei der CSU bemüht, möglichst wenig Angriffsfläche bei den fehlenden Betreuungsplätzen zu bieten. „Wir sollten nach vorne schauen“, forderte Fraktionssprecher Franz Mayer. „Diese Entwicklung war 2017 nicht absehbar.“ Erst Anfang 2019 habe man das Ausmaß erkannt, ergänzte er. Was so nicht stimmt.
Wie berichtet, weiß der Stadtrat bereits seit drei Jahren, dass es eng wird in Sachen Kinderbetreuung. Im April 2016 hatten Robert Hobelsberger und Stephan Mahlert von der Beratungsagentur MUC Consulting gewarnt: Aktuell sei der Bedarf zwar gedeckt, doch bis 2018 gebe es Lücken. Trotz der damaligen Bedarfsabdeckung stellten die Experten fest, dass alle Einrichtungen belegt und voll ausgelastet sind – auch Hort und Krippe.
Ebenfalls interessant: Schon 2016 regten die Experten an, nahe der Schule einen Hort einzurichten – ideal wären Krippe, Kindergarten und Hort unter einem Dach. Als Standort käme das neben Grund- und Mittelschule gelegene Klostergelände infrage. Während Markus Seemüller (FW) die alte Klosterschule damals schon in diese Überlegungen miteinbeziehen wollte, widersprach Bürgermeisterin Pongratz: „Unser Grundsatzbeschluss sieht dort das Museum vor.“ Erst vor einem Jahr schwenkte sie um. Im Juni 2018 folgte der Beschluss pro Kinderhaus.
ddy
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