Sensation beim Moosburger Königsfischen

Elfjähriger zieht Riesenkarpfen an Land und knackt Allzeit-Vereinsrekord

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Simon Stauber (11) hat mit seinem 13,68-Kilo-Riesenkarpfen beim Moosburger Königsfischen einen neuen Rekord aufgestellt.

Da sah die erwachsene Konkurrenz alt aus: Jugendkönig Simon Stauber hat mit seinem Fang beim Moosburger Königsfischen sämtliche Vereins-Rekorde übertroffen.

Moosburg – Es ist eigentlich üblich, dass bei der Siegerehrung des Moosburger Königsfischens zuerst der Jugendkönig bekanntgegeben wird, und dann folgt als Krönung der Erwachsenenkönig. Diesmal tauschte der Vorsitzende des Anglervereins, Michael Hartl, die Rangfolge und hatte dafür einen guten Grund. Der Fischerkönig Christian Spanfelner war nur das Vorprogramm des Jugendkönigs Simon Stauber, der dieses Wochenende Geschichte geschrieben hat.

Der elfjährige Jungfischer hatte sich an den RSK-Weiher gesetzt, das benachbarte Gewässer des Aquaparks. Und dort biss ein Karpfen an, der mit 85 Zentimetern Länge nicht viel kleiner als der junge Angler war. Der 13,68 Kilo schwere Fisch ist der größte Fang, der jemals an dem Tag des Königsfischens gelang. Und so ganz nebenbei ist das auch für Simon Stauber sein persönlicher Rekord. Er holte bereits einmal einen Hecht aus dem Wasser, aber der war 100 Gramm leichter als der Riesenkarpfen.

Rekord-Jungfischer hat simplen Tipp für seine Vereinskollegen

Den Volltreffer spürte der Bub schon, als er den Karpfen an Land zog. Dann hatte er eigentlich nur noch die Sorge, dass der Fisch zu groß für den Kescher sei. Den anderen Fischern gab Simon Stauber später nur einen Tipp: „Man muss es immer weiter probieren und darf nie aufgeben.“ Der Jugendfischer war nach seinem Rekordtag und dem ersten Königstitel noch lange nicht satt: „Nächstes Jahr probiere ich es wieder.“

Stolze Petrijünger: Der bereits beachtliche Fang von Fischerkönig Christian Spanfelner (l.) wurde von Jugendkönig Simon Stauber auf spektakuläre Weise noch übertroffen.

Fischerkönig wurde der 36-jährige Christian Spanfelner aus Inkofen, und der ließ dem jungen Rekordfischer gerne den Vortritt. Spanfelner hatte sich am Langenpreisinger Weiher auf die Lauer gelegt und von dort einen 5,73 Kilogramm schweren Karpfen mitgebracht. 

Er war schon einmal Jugendkönig und hat nun mit dem ersten Sieg bei den Erwachsenen sein persönliches Titel-Double komplettiert. Er riet seinen Vereinskollegen, lieber am Weiher zu angeln, als an der Isar. „Außerdem sind am Weiher weniger Mücken“, sagt er mit Blick auf so manchen komplett zerstochenen Kollegen, der den Preis für die Jagd nach dem Rekordfisch mit juckender Haut bezahlen musste.

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Die Plätze zwei bis fünf des Königsfischens belegten Johannes Stork (1,49 Kilogramm; Regenbogenforelle), Eduard Fischler (1,42 Kilogramm; Brachse), Hans Englert (0,51 Kilogramm; Bachforelle) und Bastian Pelzer (0,5 Kilogramm; Flussbarsch). Angesichts der extremen Sommertemperaturen waren es mit 49 Teilnehmern rund 20 Mitglieder weniger beim Königsfischen. 29 Angler waren an ihren ausgewählten Gewässern erfolgreich. Gefangen wurden 33 Fische, die sich aufteilen in 17 Regenbogenforellen, zehn Karpfen, vier Brachsen, einer Bachforelle sowie einem Flussbarsch. Die Besten bekamen Sachpreise wie Angeln und Rollen, mit denen sie die Ausrüstung aufstocken konnten.

Vereinschef gibt Informationen zum Pachtvertrag am Aquapark

Es ist gute Tradition, dass die Mitglieder des Moosburger Anglervereins in einer kleinen Versammlung zum Königsfischen über Aktuelles aus dem Verein informiert werden. Und da zeigte sich Vorsitzender Michael Hartl vorsichtig optimistisch, dass man den Pachtvertrag für das Gelände am Aquapark verlängern könne. „Wir befinden uns in guten Gesprächen“, berichtete Hartl. Mehr könne er nicht sagen. Der Verein bemühe sich darum, mit den Besitzern des Sees eine Lösung zu finden. Den Mitgliedern versprach er vollen Einsatz: „Wir sind schwer am Arbeiten, um den Aquapark weiter zu pachten.“

Fisch-Skandal: Verein brachte die Malachit-Affäre ans Licht

Der Vorsitzende zeigte sich auch stolz darauf, dass sein Verein mit der Klage gegen durch Malachitgrün kontaminierte Fische eines Züchters den Stein ins Rollen gebracht hatte. „Der Fischzüchter ist jetzt pleite“, sagte Hartl, „und es war auch wichtig, dass wir die Sache aufgedeckt haben und die Sache in Bewegung gebracht haben.“ 

Hartl vermutete, dass ohne die öffentliche Offensive des Vereins der Skandal im Verborgenen geblieben wäre. „Für uns ist die Sache jetzt erledigt“, sagt Michael Hartl, der zusammen mit anderen Züchtern gegen den Betrieb geklagt hat. Die Firma hatte belastete Fische unter anderem an den Moosburger Verein verkauft und damit gesundheitliche Schäden von Menschen in Kauf genommen.

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