Zoff um Prestige-Projekt

„Still und heimlich von Grün-Rot beerdigt“: Brücke am Giesinger Berg fällt Rotstift zum Opfer

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So haben sich die Planer die Brücke am Giesinger Berg vorgestellt.
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Die Stadt hat ein Prestige-Projekt für Giesing gestrichen: die Brücke am Giesinger Berg. Grund: Es muss gespart werden. Politiker wollen das Vorhaben dennoch umsetzen.

München – Sie ist ein lange gehegter Wunsch: die Fuß- und Radweg-Brücke am Giesinger Berg. Denn: Die Verbindung von Obergiesing aus Richtung Isar ist für Fußgänger und Radfahrer abgeschnitten. Eine Brücke zwischen Heilig-Kreuz-Kirche und Lutherkirche soll, als Lückenschluss zwischen dem Gasteig und Harlaching, eine durchgehende Verbindung entlang der Isar beziehungsweise des Isar- Hochufers ermöglichen.

Brücke am Giesinger Berg in München: Prestige-Projekt fällt dem Rotstift zum Opfer

Doch das Projekt ist dem Rotstift zum Opfer gefallen, wie aus einem Schreiben des Baureferates hervorgeht. Die Stadt muss sparen. CSU und Freie Wähler wollen das Vorhaben aber trotzdem durchsetzen.

Die Stadt hatte in mehreren Verfahren einen Siegerentwurf für das Projekt gekürt. Demnach soll die neue Brücke von der Straße „Am Bergsteig“ auf dem Plateau der Heilig-Kreuz-Kirche, über die Straße Giesinger Berg, zur Bergstraße an der Isarhangkante nördlich der Lutherkirche geführt werden.

Brücke am Giesinger Berg in München: Neubau soll rund zehn Millionen Euro kosten

Der Stadtrat hatte das Projekt im Dezember 2022 genehmigt. Das Baureferat hat daraufhin die Pläne erarbeitet und die rund zehn Millionen Euro Projektkosten für den Haushalt 2025 angemeldet. Weil aber der Haushalt drohte, in Schieflage zu geraten, hatte der Kämmerer alle Referate gebeten, nach Einsparungen zu suchen. Und dem Vorgang ist die Brücke am Giesinger Berg nun zum Opfer gefallen. Die Umsetzung könne erst erfolgen, wenn wieder ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stünden.

„Still und heimlich hat die grün-rote Stadtregierung eines der sinnvollsten Radprojekte der letzten Jahre beerdigt“, schimpft CSU-Chef Manuel Pretzl. Hier zeige sich wieder einmal eine völlig falsche Prioritätensetzung bei der Verkehrsplanung. „Für die Brücke sind angeblich keine zehn Millionen Euro da, während für sinnlose neue Radwege an der St.-Magnus-Straße vier Millionen Euro, für den geschäftsschädigenden Umbau der Lindwurmstraße fast 20 Millionen Euro und für provisorische Radwege an der Schwanthalerstraße drei Millionen Euro verpulvert werden.“

CSU-Chef Manuel Pretzl: „Am Giesinger Berg könnte man mit einer Brücke die Lage verbessern“

Er fordert, das Brücken-Projekt umzusetzen. „Der Unterschied zu den grün-roten Lieblingsprojekten ist: Am Giesinger Berg könnte man mit einer Brücke die Lage verbessern, ohne Autofahrer zu schikanieren. Wahrscheinlich ist es deshalb politisch nicht gewünscht.“

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