Proteste mehren sich

Wegen Max-Josephs-Platz: Stadtrat vertagt Entscheidung zur IAA in München

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IAA 2023: „Open Spaces“, hier auf dem Max-Joseph-Platz vor dem Nationaltheater.
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Der Stadtrat hat eine Entscheidung über eine erneute Bewerbung zur IAA vertagt. Grund sind Bauarbeiten auf dem Max-Josephs-Platz. Dieser sollte eigentlich Ausstellern zur Verfügung stehen.

München - Ob die IAA 2027, 2029 und 2031 in München stattfindet, ist weiter offen. Der Stadtrat hat am Mittwoch (27. November) eine Entscheidung für eine weitere Bewerbung vertagt. Grund sind die Bauarbeiten für den Umbau des Max-Josephs-Platzes. Gegen die IAA selbst mehren sich die Proteste.

IAA in München: Nutzung der öffentlichen Flächen stößt weiter auf Kritik - Demonstranten im Rathaus

Die Internationale Automobilausstellung Mobility (IAA) hatte in den Jahren 2021, 2023 und wird im nächsten Jahr nicht nur auf dem Messegelände stattfinden, sondern auch auf einigen öffentlichen Plätzen in der bayerischen Landeshauptstadt, beispielsweise auf dem Königs- oder eben auf dem Max-Josephs-Platz. Dieses sogenannten Open Spaces waren Voraussetzung dafür, dass München den Zuschlag für die IAA erhalten hatte.

Vor dem Reiterdenkmal hatten Umwelt-Aktivisten gegen die IAA demonstriert.

Gerade wegen der Nutzung öffentlichen Raums gab und gibt es Kritik. Erst am Dienstag hatten Umwelt-Aktivisten vor dem Reiterdenkmal gegen eine erneute Bewerbung protestiert, eine kleine Gruppe hatte sich zudem ins Rathaus begeben und sich mit Plakaten auf den Fluren positioniert. Umweltverbände wie etwa Greenpeace hatten sich klar gegen die IAA ausgesprochen. Die ÖDP im Stadtrat hatte zudem mittels Antrag eingefordert, die Standgebühren deutlich zu erhöhen, da die Stadt die Flächen relativ günstig an den Ausrichter der Automesse vergebe, dieser aber wiederum exorbitant Hohe Gebühren von den Ausstellern verlange.

IAA in München: Eine Bewerbung für 2027, 2029 und 2031 wäre mit den Stimmen von CSU und SPD gesichert

Klar ist, dass es für eine erneute Bewerbung – Stand jetzt – eine Mehrheit mit den Stimmen der SPD und der CSU gibt. Die Vertagung erfolgte allein aus dem Grund, weil der Max-Josephs-Platz aktuell umgebaut wird. Wie berichtet, soll der Platz generell umgestaltet, die Zufahrt zur Tiefgarage verlegt werden. Das ist aber erst möglich, wenn die Baustelle für die zweite Stammstrecke nicht mehr über die Maximilianstraße bedient werden muss. Bis dahin soll der Platz vor der Oper zumindest vorübergehend schöner werden.

Geplant sind große Aufenthaltsflächen vor der Oper, der Residenz und dem Residenztheater. Im Rondell entstehen Rasenflächen mit strahlenförmig angelegten Kieswegen, die auf das Denkmal zulaufen. Die Arbeiten sollen 2025 beendet sein, zu klären ist daher, ob und wie der Platz für die Automesse genutzt werden kann. „Da müssen wir schon schauen, ob wir uns Vertragskonform verhalten“, sagte OB Dieter Reiter (SPD). Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) betonte in der Sitzung des Stadtrates, dass ihr Referat in Gesprächen mit der Messe sei. „Wir sind dabei, Lösungen zu finden.“

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