Eine Olympiafackel spielt eine Rolle

Museum der Stadt Geretsried wird erweitert: Das ist geplant

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Wurde vor fünf Jahren eröffnet: Das Museum der Stadt Geretsried an der Graslitzer Straße.

Ein Teil der Geschichte der Stadt fehlt im Geretsrieder Museum. Das soll nun geändert werden - auf besondere Art und Weise.

Geretsried – Das Museum der Stadt Geretsried nimmt den Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt mit – ein Teil dieser Vergangenheit fehlt aber. Das soll sich nun ändern. Die Ausstellung wird inhaltlich und medial erweitert, damit auch die Vorgeschichte Geretsrieds und die Zeit von 1950 bis heute erlebbar wird.

Eine Idee, wie dies aussehen könnte, stellte Museums- und Ausstellungsgestalter Christian Laißle vom Münchner Büro „Die Werft“ am Dienstag im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport vor. „Die Werft“ gestaltete auch die bestehende Dauerausstellung, die am 4. Oktober 2013 eröffnet wurde.

„Für die Vorgeschichte haben wir uns etwas Ungewöhnliches einfallen lassen, weil Geretsried ,einfach anders‘ ist“, erklärte Laißle. Der Museums- und Ausstellungsgestalter schlug vor, ein „Serious Game“ auf einem Bildschirm anzubieten. Das ist eine Art Spiel, in dem der Besucher selbst Teil der Geschichte wird. „Die Mission ist, die Urkunde zu finden, in der Geretsried erstmals erwähnt wurde“, erläuterte Laißle.

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Zu Beginn kann der Spieler beispielsweise auswählen, ob er den Bürgermeister, den Gymnasiallehrer oder den ältesten Geretsrieder befragen möchte. Danach geht es weiter ins Archiv, wobei der Spieler entscheiden muss in welches. Später muss er einen Hinweis auf einem Foto der Nikolauskapelle finden und so weiter. Räumlich würde der Architekt das „Serious Game“ mit Sitzgelegenheiten im Sonderausstellungsbereich unterbringen. „Das kann man einfach integrieren, ohne die Nutzung des Raums einzuschränken, weil man es zur Seite schieben kann.

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Für die Ergänzung um Geschehnisse in der Zeit von 1950 bis heute sollen hingegen zwei Tafeln an der Treppe im Obergeschoss Platz machen. Laißle möchte eine Tafel gestalten, auf der Text, Filme, Fotos und Gegenstände ansprechend Geschichte aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport vermitteln. Sie soll einen Zusammenhang von der überregionalen Geschichte mit den Geschehnissen in der Stadt herstellen. „Wir wollen Menschen auf emotionaler Ebene berühren.“ Für das Thema Olympia 1972 hatte Anita Zwicknagl, Museumsfachkraft der Stadt, eine Original-Fackel aufgetrieben, die die Firma Tyczka zu den Olympischen Spielen 1972 in München, entwickelt hatte. „Dazu könnten wir den Fackelläufer interviewen, der damals das Feuer in Geretsried entzündet hat“, schlug Laißle vor.

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Der Stadtratsausschuss beauftragte das Architekturbüro „Die Werft“ einstimmig, das Erweiterungskonzept zu realisieren. Geschätzte Kosten: 75 600 Euro für die Vor- und 27 000 Euro für die jüngere Geschichte. Darüber hinaus will sich Bürgermeister Michael Müller für einen Museumsverbund mit dem neu eröffneten Erinnerungsort Badehaus in Waldram einsetzen, kündigte er an. In einem weiteren Schritt könne man auch mit Wolfratshausen über eine Kombikarte für beide Ausstellungen reden.

sw

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