Corona-Lockerungen

Museen erwachen nach Shut-Down wieder zum Leben

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Das Stadtmuseum öffnet für Besucher wieder die Türen.
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Ein Stück Kunst, Kultur und Geschichte findet seinen Weg zurück in den Alltag: Seit Montag dürfen in Bayern die Museen wieder öffnen. Bei einigen Einrichtungen im Landkreis müssen sich die Besucher aber noch ein paar Tage gedulden. Und in allen Museen gilt: Ohne Mund- und Nasenschutz geht nichts.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Fast zwei Monate mussten Kulturinteressierte darben: Wegen der Corona-Krise blieben sämtliche Museen geschlossen. Im Landkreis gehört nun das Tölzer Stadtmuseum zu den ersten, die die Lockerung der Regeln nutzen: Das Haus an der Marktstraße kann ab heute wieder besucht werden.

Doch auch hier gelten strenge Regeln: Maximal 20 Personen dürfen sich gleichzeitig auf den drei Ausstellungsebenen aufhalten, erklärt Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach. Am Eingang stehen Desinfektionsständer, außerdem herrsche beim Betreten Maskenpflicht. Vor allem in den Durchgangsräumen sei das wichtig. „Dort ist der Mindestabstand von 1,50 Metern kaum einzuhalten“, so Otterbach.

Kulturinteressierte kommen wieder auf ihre Kosten 

Noch keinen Termin für die Wiedereröffnung gibt es für das Heimatmuseum in Lenggries. „Das ist bei uns ein bisschen schwierig“, sagt Bürgermeister Markus Landthaler. Das Museum sei nur über die Tourist-Information zugänglich. Solange diese noch für Publikumsverkehr geschlossen sei, gelte das auch für das Museum. „Die Mitarbeiter sind so schon ausgelastet, die können nicht auch noch die Zugangskontrollen durchführen“, so der Rathaus-Chef. „Deshalb sehe ich in nächster Zeit nicht, dass das Museum geöffnet wird.“

Die Vorbereitungen zur Eröffnung laufen auch schon im Franz-Marc Museum.

Im Franz-Marc-Museum in Kochel laufen derweil die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit am kommenden Freitag, 15. Mai, wieder geöffnet werden kann. „Es wird eine Aufsicht mehr geben, eine Plexiglasscheibe an der Kasse, Desinfektionsmittel am Museumseingang und in den Toiletten, zudem gibt es einen getrennten Ein- und Ausgang“, sagt Pressesprecherin Bettina Pauly. Maximal 30 Personen – mit Mundschutz – dürfen gleichzeitig durch die Räume schlendern, pro Etage maximal zehn, im Erdgeschoss-Raum nur sechs. Den Museumsshop darf nur ein Kunde betreten. Zu sehen sind die laufenden Ausstellungen „Franz Marc. Die Skulpturen“ (bis 31. Januar 2021) sowie „Blauer Reiter. Das Moment der Abstraktion“ (bis 5. Juli), bevor am 12. Juni die um zwei Monate verschobene Anselm-Kiefer-Ausstellung beginnt.

Strenge Abstands- und Hygieneregeln gelten trotzdem 

Ab Dienstag, 19. Mai, ist auch das weitläufige Gelände des Freilichtmuseums Glentleiten wieder zugänglich. Die Freude, dass bald wieder Leben einkehrt, ist groß bei Dr. Monika Kania-Schütz. „Die Freilichtmuseum bietet viel Raum, um mit gebührendem Abstand zueinander die historischen Gebäude, Gärten, Wälder und Weiden zu genießen“, sagt die Museumsdirektorin. Sie betont, dass „die Sicherheit des Publikums und der Mitarbeiter höchste Priorität“ habe, weshalb nach den Vorgaben der Staatsregierung ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept entwickelt worden sei. So sei bei einigen Gebäuden eine Einbahnregelung vorgesehen. Erstmals zu sehen ist die Ausstellung „Utopie Landwirtschaft“ in der Zollingerhalle (bis 12. Juli), daneben ist die Sonderschau „Eine neue Zeit – Die goldenen Zwanziger in Oberbayern“ (bis 14. Juni) geöffnet.

Einige Museen sind bereits geöffnet, andere bereiten sich noch vor oder warten ab 

Ab Dienstag, 19. Mai, können Besucher auch in den Biergärten auf dem Gelände einkehren. Die Glentleitner Wirtschaft und Brauerei öffnet am 26. Mai. Veranstaltungen, Führungen und Kinderprogramme sind zunächst bis 30. Juni ausgesetzt, größere Veranstaltungen bis 31. August.

Einen Monat später als geplant wird im Kloster Beuerberg die Ausstellung „Tugendhaft! Neue Zeiten – alte Werte“ eröffnet. „Relativ geräuschlos“ werde der Start am Samstag, 30. Mai, ablaufen, sagt Dr.  Christoph Kürzeder, Direktor des Diözesanmuseums Freising – auch deshalb, weil nur ein Besucher pro 20 Quadratmeter Fläche erlaubt sei. Somit dürfen nur 70 Menschen zeitgleich durch die Kreuzgänge spazieren.

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