Nach Corona-Schließung: Bergbahnen in den Startlöchern

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Die Brauneckbahn will am 18. Mai in Betrieb gehen.
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Die Revision der Brauneck-Bahn ist abgeschlossen, am Blomberg steht diese Woche noch die TÜV-Überprüfung an. Die Bergbahnen warten auf die Wiederöffnung. Ein Hygienekonzept gibt es.

Bad Tölz-Wolfratshausen –Wann können die Bergbahnen im Landkreis wieder ihren Betrieb aufnehmen? Am Brauneck und Blomberg stehen die Verantwortlichen in den Startlöchern.

Am Blomberg stehen in dieser Woche die üblichen Überprüfungen durch den TÜV an, wie Betreiber Hannes Zintel sagt. Ein eindeutiges Signal, wann es losgehen könne, gebe es zwar bislang noch nicht. „Aber es gibt jetzt ein Hygienekonzept des Seilbahn-Verbands“, so Zintel. Dieses müsse noch behördlich abgesegnet werden.

An der Blombergbahn sei es relativ leicht umsetzbar. „Bei uns ist ja alles draußen.“ Daher verstehe er auch nicht ganz, warum die Bergbahnen von Behördenseite aus in die gleiche Kategorie wie Kinos oder Schwimmbäder fallen. „Wir haben eine offene Doppelsesselbahn, die einzelnen Sessel sind 30 Meter voneinander entfernt.“ Das Konzept sieht vor, dass im Kassenbereich regelmäßig desinfiziert werde. Auch für den Abstand beim Anstehen werde gesorgt, ebenso gelte eine Maskenpflicht im Stationsbereich. Ebenso bestehe für die Nutzung der Sommerrodelbahn keine höhere Ansteckungsgefahr.

Die vergangenen acht Wochen seien ein „Desaster“ gewesen, sagt Zintel. „Nach dem schlechten Winter hatten wir uns auf eine gute Sommersaison gefreut.“ Die Umsatzeinbußen seien verheerend. Klar habe er Soforthilfe beantragt. Die Kosten würden schließlich weiterlaufen.

Blomberg: Viele Anfragen am Muttertags-Wochenende

Die Nachfrage von seiten der Gäste sei da. „An den schönen Tagen war der Parkplatz immer zu 40 Prozent voll durch Wanderer.“ Auch habe er gerade jetzt am Muttertags-Wochenende zahlreiche Anfragen erhalten. „Über Google sind das sonst ein bis zwei Nachrichten – diesmal waren es 50.“

Als zweiter Vorsitzender des Seilbahn-Verbands „Alpen Plus“ hat Peter Lorenz an dem Hygienekonzept mitgearbeitet. Man habe lange auf ein Zeichen der Behörden gewartet, sei in der Luft gehangen. Daher habe der Verband beschlossen, selbst tätig zu werden. „Wir hoffen, dass wir am 18. Mai zusammen mit der Außengastronomie wieder öffnen können.“ Sollte es nicht der 18. werden, „hoffen wir, dass wir diese Woche wenigstens ein Datum bekommen. Denn die Leute wollen ja auch alle wieder an die frische Luft“. Das Landratsamt habe das Konzept bereits für gut befunden.

Am Brauneck werden künftig die Besucher bereits am Parkplatz gebeten, nicht zu eng zu parken. „Zwei Kassen werden geöffnet sein“, sagt Lorenz. Diese seien bereits in der Vergangenheit geschlossen gewesen, so dass es keinen direkten Kontakt zwischen Kassier und Gast gebe. Bezahlt werden solle nach Möglichkeit mit Karte, um den Kontakt über Bargeld zu vermeiden.

Brauneck: Einstieg in Gondeln künftig nur mit Mundschutz

„Für das Anstellen gibt es auf dem Boden eigene Linien. Aber die meisten Leute sind inzwischen schon daran gewöhnt und verhalten sich vernünftig.“ An besonders überfüllten Tagen kann sich Lorenz vorstellen, dass eine Aufsicht darauf achtet, dass die Abstände eingehalten werden.

In den Einstiegsbereich der Gondel darf man künftig nur mit Mundschutz, auch in der Kabine muss er getragen werden. Maximal vier Leute aus dem gleichen Haushalt dürfen gemeinsam fahren. Kommt eine Einzelperson, wird diese alleine befördert. Regelmäßig werden dann bereiche wie Handläufe desinfiziert. An den Ausgängen stehen Spender für Desinfektionsmittel. „Wir haben vorgearbeitet“, sagt Lorenz.

Normalerweise wäre der Sommerbetrieb am 1. Mai losgegangen. Davor stand die Revision an. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir mit der neuen Situation leben können“, so Lorenz. „Wenn wir den Betrieb unter der Woche starten dürfen, ist nicht so viel los. Dann können wir uns langsam auf alles einstellen und lernen.“

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