Auf Antrag der CSU-Fraktion

Neue Rad-Service-Stationen im Stadtgebiet sollen Bad Tölz fahrradfreundlicher machen

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Sie sieht eine Radservice-Station aus: Neben einer Luftpumpe ist auch Werkzeug für kleinere Reparaturen angebracht.

In den vergangenen Jahren tat sich in Bad Tölz nicht viel für Fahrradfahrer. Das soll sich jetzt ändern. Zwei Service-Stationen für Fahrräder soll es in der Kurstadt künftig geben.

Bad Tölz – Wie fahrradfreundlich ist Bad Tölz? Naja, meint Michael Lindmair (FWG), gar so toll sei das nicht, was die Stadt in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt habe. Im Kur- und Tourismusausschuss nannte er spöttisch zwei Quadratmeter Radler-Aufstellfläche auf der Isarbrücke. Sonst sei man, etwa bei der Ost-West-Radtrasse, nicht viel weitergekommen.

Ein weiterer Mosaikstein zur fahrradfreundlichen Stadt, wie es Ingo Mehner (CSU) formulierte, wird jetzt doch gesetzt. Die CSU-Fraktion hatte im März einen Antrag auf Errichtung von zwei Radservice-Stationen im Stadtgebiet gestellt. Die Tourist-Info begrüßt den Vorstoß, da so ein Service für Fernwegradler genauso attraktiv sei wie für radelnde Bürger oder Übernachtungsgäste. Man schlug sogar drei Stationen (Vichyplatz, Max-Höfler-Platz, Isarradweg) vor. 

Service-Station für Fahrräder in Bad Tölz: Edelstahl-Version kostet 3100 Euro

Kurdirektorin Brita Hohenreiter trug die Ergebnisse der Recherchen vor. Rund 3100 Euro kostet eine Radservice-Station in Edelstahl, die zum Beispiel eine Luftpumpe und an Stahlkabeln gesichertes Werkzeug für kleinere Reparaturen vorhält. Rund 1000 Euro billiger wäre die gleiche Konstruktion aus pulverbeschichtetem Stahl.

Auf jeden Fall die qualitativ höherwertige Version zu nehmen, empfahl Florian Rein (FWG), der ähnliche Stationen vom Gardasee her kennt. Die seien fast immer belegt. Rein empfahl jedenfalls, auf beiden Seiten der Isar Stationen zu errichten, nicht nur im Badeteil.

Peter Priller (Grüne), den die Kosten etwas schreckten, wollte wissen, ob man da nicht gleich Schnellladegeräte für E-Bikes anfügen könnte. Eher nicht, antwortete Brita Hohenreiter. Die Erfahrung zeige, dass „niemand sein teures E-Bike irgendwohin zum Laden hinstelle“. Eine solche Station habe die TI schon einmal am Eingang der Ludwigspromenade aufgestellt. „Da war nie jemand.“ 

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Ins selbe Horn stieß Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG), der erst vor Kurzem vorgeschlagen hatte, absperrbare Radboxen in Marktstraßennähe zum Beispiel an der alten Knabenschule aufzustellen. Anders gehe das nicht. Jeder wolle sein Rad im Auge behalten oder wissen, dass es gesichert ist. Man sei schon auf der Suche nach einer Lösung. Das Problem momentan noch: An wen wendet sich der Nutzer, wenn die elektronische Sperre aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert? Da müsse noch ein Weg gefunden werden.

Statt drei Standorten nur zwei neue Fahrrad-Service-Stationen

Drei Standorte fand Jürgen Renner (SPD) als zu viel. „Das ist schon ein bisschen Luxus. Schauen wir doch erst einmal, wie eine angenommen wird.“

Schließlich einigte man sich auf zwei Standorte. Einer soll an der Tourist-Info am Max-Höfler-Platz sein, der andere am Isarradweg in der Nähe der Isarbrücke. Die Service-Stationen sollen auch auf der Homepage und den Werbeplattformen der Stadt vermarktet werden. 

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