Noch ist der Karl-Lederer-Platz aufgerissen, bald wird das Wohnzimmer der „Neuen Mitte“ aber eingerichtet. Wie es aussehen soll, wird gerade geplant.
Geretsried – Keine Parkplätze auf dem Karl-Lederer-Platz, stattdessen kleine Fontänen im Wasserlauf. Anregungen wie diese haben Bürger zur Oberflächengestaltung der „Neuen Mitte“ beigetragen. Die Wünsche sind in den finalen Vorentwurf eingeflossen, den Architekt Klaus Kehrbaum am Dienstag dem Stadtrat vorstellte.
Kosten wird die Wiederherstellung samt Umgestaltung des Karl-Lederer-Platzes voraussichtlich zwischen 3,8 und 4 Millionen Euro. Möglich seien Zuschüsse der Regierung von Oberbayern in Höhe von bis zu 60 Prozent. Außerdem gebe es ein Budget aus dem Grundstücksverkauf der Stadt an den Investor Krämmel.
In der Oktobersitzung hatte Kehrbaum einen ersten Entwurf gezeigt, der im Anschluss für zwei Wochen im Bauamt öffentlich ausgelegt wurde (wir berichteten). Bürger konnten sich in dieser Zeit zu den Plänen äußern. Die Platzgestaltung basiert auf Vorschlägen aus einem Bürger-Workshop im Juli.
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Nachdem der Stadtrat den Vorentwurf nun einstimmig gebilligt hat, will Kehrbaum die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung fertigstellen, damit der Baubeschluss am 29. Januar gefasst werden kann. Zwischen April und Oktober soll der Karl-Lederer-Platz, unter dem derzeit an der Tiefgarage gearbeitet wird, wiederhergestellt und umgestaltet werden. An die breite Straße mit den kostenlosen Parkplätzen und den Fußgängerbereich mit dem künstlichen Bachlauf wird dann nichts mehr erinnern. Bleiben werden aber die drei Wasserträgerinnen des Bildhauers Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer, die zuletzt auf Höhe des Schnellimbisses standen. Kerhbaum schlägt einen neuen Standort vor dem Rathaus vor. „Das finde ich ganz charmant. Es könnte ein Signet von Geretsried werden“, sagte er. Statt des eingelassenen Bachlaufs arbeitet Kehrbaum mit einem drei bis fünf Zentimeter tiefen Wasserfilm auf Granitboden. Auf Wunsch einiger Bürger hat er Fontänen auf der Mitte des Platzes eingearbeitet. „Wir müssten die bestehende Brunnenstube im Rathaus optimieren und mit Verteilern ausstatten“, erklärte der Architekt. Kosten würde das Thema Wasser summa summarum 720 000 Euro.
Dass man unbedingt einen Wasserlauf brauchen werde, betonte Volker Reeh (CSU) in der anschließenden Diskussion. Ihm zufolge hat die Stadt 280 000 Euro für den Bachlauf bezahlt, der vor gut zehn Jahren auf dem Karl-Lederer-Platz geschaffen wurde. Die dazugehörige Technik im Rathaus wird bleiben.
Aufgrund der Bauarbeiten ist der Karl-Lederer-Platz derzeit für den Verkehr gesperrt. Das wird so bleiben. Solange an der Egerlandstraße gearbeitet wird, wo die Baugenossenschaft ihr Gebäude mit den Hausnummern 58 bis 74 abreißt und als BGZ2 neu errichtet, plant Kehrbaum den Karl-Lederer-Platz als Fußgängerzone – mit dem Martin-Luther-Weg als Einbahnstraße in Richtung Innenstadt und dem Hermann-Löns-Weg als Sackgasse. Später sieht er einen sogenannten Shared-Space-Bereich mit Tempo 20 oder Schrittgeschwindigkeit vor. „Die klare Aussage von den Bürgern war: verkehrsberuhigt“, sagte der Architekt.
Volker Reeh hätte statt dem eingefärbten Bitumen lieber Naturstein gesehen, was Kehrbaum zufolge jedoch das Dreifache kosten würde. Für den Bodenbelag rechnet der Stadtplaner mit Kosten in Höhe von 1,6 Million Euro. Noch nicht ganz zufrieden mit den von einer Landschaftsarchitektin vorgeschlagenen Bäumen mit Herbstfärbung war Heidi Dodenhöft (Freie Wähler). Sie wünschte sich auch blühende Bäume. Wolfgang Werner (SPD) regte an, einen Trinkbrunnen bereitzustellen und an ausreichend Mülleimer zu denken. sw