Seesauna Tegernsee

Noch kein Druck für weitere Schritte

+
Die Seesauna Tegernsee wird erst geschlossen, wenn die staatliche Anweisung kommt.
  • schließen

Wie reagieren Einrichtungen wie die Seesauna Tegernsee auf die Energiekrise? Monte Mare und die Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe äußern sich dazu.

Tegernsee – Seit 1. September gilt die erste Energiesparverordnung des Bundes. Darin sind Maßnahmen enthalten, um Energie einzusparen. Vielerorts sind Städte und Kommunen der Verordnung schon zuvorgekommen und haben Saunen und Bäder bereits länger geschlossen – etwa in München, wo die Stadtwerke seit 1. August ihre zehn Saunen vorübergehend geschlossen haben.

Seesauna Tegernsee: Schließung erst, wenn die staatliche Anordnung kommt

Könnte dies auch in Tegernsee drohen? „Vorerst nicht“, gibt Manfred Pfeiler, Geschäftsführender Werkleiter der stadteigenen Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV) Entwarnung. Die 2008 eröffnete Seesauna wird von der Monte Mare Tegernsee GmbH betrieben, die wiederum zur Hälfte den stadteigenen TKV gehört. Bei der TKV macht man sich schon seit Längerem Gedanken über die Energieversorgung, die in der Seesauna ein Blockheizkraftwerk übernimmt, das von Gas versorgt wird und Strom und Wärme erzeugt. Ein ebenfalls mit einem Gasbrenner betriebener Spitzenlastkessel kann bei Bedarf dazu geschaltet werden. Für Pfeiler gilt folgende Marschroute: „Erst wenn die staatliche Anordnung kommt, dann schließen wir, vorher nicht.“ Er meint damit die dritte Stufe des „Notfallplans Gas“. Seit Juni gilt die „Alarmstufe“, sie folgte auf die Ende März ausgerufene „Frühwarnstufe“.

Anders als etwa bei den Stadtwerken München laufe die Seesauna keinesfalls defizitär. „Das ist der Unterschied“, sagt Pfeiler. „Wir haben gute Besucherzahlen. Zudem berücksichtigen wir nach wie vor die Hygienekonzepte, indem wir zum Beispiel die maximale Besucherzahl um 15 Prozent gesenkt haben.“ Pfeiler sieht die Seesauna ohnehin als Einrichtung für die „Gesundheits-Prävention.“

Seesauna Tegernsee: Krisenstab bei Monte Mare befasst sich mit Szenarien

In der Unternehmenszentrale der Monte Mare GmbH im rheinland-pfälzischen Rengsdorf hat man die Situation ebenfalls seit Längerem auf dem Schirm. Ein Krisenstab sei gebildet worden, um die Entwicklung in enger Abstimmung mit den Energieversorgern im Blick zu haben, berichtet Jörg Zimmer, Marketingleiter und Sprecher der Monte Mare Betriebs GmbH. „Monte mare hat sich in den vergangenen Monaten auf mehrere Szenarien vorbereitet und ist in der Lage, kurzfristig zu reagieren. Die notwendigen Maßnahmen werden dann mit der erforderlichen Sorgfalt geprüft, umgesetzt und kommuniziert“, sagt Zimmer und betont: „Die Energieversorgung ist derzeit gesichert.“ Die allgemeine Steigerung der Energiepreise sowie die Maßnahmen einer energetischen Optimierung seien bereits lange vor der aktuellen Energiepreisentwicklung eine zentrale Herausforderung für alle Standorte von Monte Mare.

Erfreut sei das unternehmen darüber, dass die Bundesregierung der Position des europäischen Bäderverbandes (EWA) folge und in ihrer unlängst veröffentlichten Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen kein allgemeines Betriebsverbot für öffentliche Bäder vorsehe.

Zimmer sieht derzeit noch keinen Druck für weitere Schritte: „Unsere Gäste haben lange warten müssen, bis sie nach den pandemiebedingten Einschränkungen wieder baden und saunieren gehen und damit aktiv etwas für ihre Gesundheit tun konnten.“ Monte Mare berücksichtige daher auch die negativen volkswirtschaftlichen Effekte aus einer möglichen Verschlechterung dieses Angebots und setze alles daran, „den gewohnten Aufenthaltskomfort für Besucher zu erhalten und die Erwartungshaltung an einen erholsamen Urlaub vom Alltag zu erfüllen“.  

Lesen Sie hier: So geht die Vitalwelt in Schliersee mit dem Thema Energie um.

Alle neuesten Infos aus der Region lesen Sie hier.

gr

Kommentare