Dieser Phase sehen Anwohner und Geschäftsleute mit Bangen entgegen: Die Nockhergasse wird vier Monate gesperrt. Viele ärgern sich über die Informationspolitik.
Bad Tölz – Vier Monate Baustelle in einer Straße, in der gearbeitet und gewohnt wird: Die Anwohner der gesamten Tölzer Nockhergasse müssen sich ab diesem Montag auf dieses Szenario gefasst machen. Dementsprechend emotional lief eine Informationsveranstaltung der Stadtwerke am Donnerstag im „Kolberbräu“ ab.
120 Jahre alte Wasserleitungen sowie mehr als 60 Jahre alte Leitungen für Strom und Gas werden erneuert. Im Zuge dessen wird auch eine neue Straßenbeleuchtung installiert. Verärgert waren die 25 Anwohner der Nockhergasse allerdings über die Informationspolitik der Stadtwerke: zu kurzfristig seien die Ankündigungen erfolgt.
Dieser Kritik stellten sich Geschäftsführer Walter Huber zusammen mit Wolfgang Stahl (Gas- und Wasserversorgung), Christian Steinbacher (Leiter Netzbetrieb Strom), Christian Lechermann (Technischer Leiter) sowie Bodo Dreisbach, Bauleiter Tiefbau der Firma Kilian Willibald.
Baustelle Nockhergasse: Stadtwerke-Chef verteidigt sich gegen Kritik
„Wir wussten selbst nicht, wann wir beginnen können“, so Huber. Schwierige Tiefbauarbeiten in der Bairawieserstraße, Ecke Nockhergasse, seien für den verspäteten Baubeginn erst im Juli verantwortlich. Die beruhigende Nachricht war, dass es zwei Bauphasen geben wird: Der erste Teil der Aufgrabungen geschieht im Abschnitt von der Bairawieser Straße bis kurz vor dem Maierbräugasteig. „In dieser Zeit ist der übrige Teil der Nockhergasse über den Maierbräugasteig erreichbar“, erklärte Stahl. In der zweiten Bauphase zwischen Maierbräugasteig und Fröhlichgasse wird die Einbahnstraße Säggasse aufgehoben.
Mit vier Monaten sei zeitlich großzügig geplant, so Stahl. Auf „Überraschungen“ vor Ort seien alle gefasst, ergänzte Dreisbach. „Wir haben alle erhältlichen Pläne, aber es kann in der Grube vollkommen anders aussehen“, erklärte der Ingenieur.
Er erläuterte die Vorgehensweise: Die neuen Rohre würden bis zu den Anschlüssen der Häuser verlegt. Ein Bauabschnitt von 30 Metern werde nach und nach bearbeitet. Pro Tag könne im günstigen Fall ein Zwölf-Meter-Rohr verlegt werden. Dann würden die Hausanschlüsse umgesetzt auf die neuen Leitungen. „Dabei wollen wir drei oder vier Häuser zusammenfassen, sodass dort Wasser, Strom oder Gas kurzfristig abgeschaltet werden“, sagte Stahl. „Beim Strom kann das eineinhalb Stunden sein“, präzisierte Steinbacher. Vorab würden die Anwohner informiert. Nutzer von Tiefgaragen könnten möglicherweise die Zufahrt höchstens einen Tag oder eine Nacht nicht nutzen.
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Ein heiß debattiertes Thema waren die Zufahrtswege der Zulieferer. Eine Zufahrt über Lenggrieser Straße und Jägergasse sei die absolute Ausnahme, so Stahl. „Die Stadt will nicht, dass sich das einschleicht in der Fußgängerzone.“
Große Zulieferer müssten sich mit der Bauleitung absprechen. „Die Müllabfuhr wird wie gewohnt reinfahren“, so Stahl. Anwohner könnten bis an die Baustelle heranfahren, sagte Dreisbach. „Aber jedes Abbrechen der Arbeiten fürs Rein- und wieder Rauslassen zögert alles hinaus“, mahnte er.
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Die Versammelten erreichten, dass die Stadtwerke für sie eine Autokarte mit Stempel organisieren, sodass sie als Anwohner erkennbar sind. Andrea Bacher, Assistentin der Geschäftsleitung der Stadtwerke, ist ständige Ansprechpartnerin für die Betroffenen (Telefon 08041/797-201). Zusätzlich liefert die Internetseite aktuelle Infos über die Baustelle. Eine Beschilderung schon an den Zufahrtsstraßen zur Nockhergasse leitet den Verkehr um auf die Umgehung.
Birgit Botzenhart
