VonSascha Karowskischließen
Die Stadt München prüft, Wertstoffhöfe 24 Stunden an sieben Tagen die Wochen zu öffnen - mittels App könnten Kunden Zeitfenster buchen.
München - Alte Schränke, Sofas, Sessel – wer derlei Mobiliar in München loswerden möchte, hat an den Wertstoffhöfen der Stadt dazu Gelegenheit. Allerdings nur während der Öffnungszeiten – und die wiederum liegen meist parallel zu den Arbeitszeiten der Münchner, außer samstags. Und da wiederum kommt es dann mitunter zu großem Andrang. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) will nun aber sein Angebot erweitern und Wertstoffhöfe rund um die Uhr öffnen – an sieben Tagen die Woche. Keine Sperrstunde mehr für Sperrmüll!
Erster digitaler Wertstoffhof in Bayern: München beobachtet Pilotversuch im Landkreis Starnberg
Das System gibt es bereits, in Pöcking (Landkreis Starnberg) hat im Sommer vorigen Jahres der erste digitale Wertstoffhof Bayerns einen Self-Service-Bereich eröffnet. Wer seinen Müll nur außerhalb der regulären Öffnungszeiten entsorgen kann. Nutzer müssen sich bei der MAEX-App des Unternehmens Remondis registrieren und erhalten mittels Bluetooth Zutritt zu einem separaten Bereich im Wertstoffhof, um dann im zuvor gebuchten Zeitfenster von 15 Minuten Grüngut, Altkleider, den Gelben Sack, Papier und Kartonagen, Metallschrott und Sperrmüll in Behälter zu werfen. Awista-Sprecher Sebastian Roth: „Wir finden dieses neue System als sehr zukunftsweisend und wissen über Remondis, dass es gerade in Nordrhein-Westfalen sehr gut funktioniert.“
Die Anlieferung und Abgabe werden mit Videokameras überwacht, so dass illegale Ablagerungen immer nachverfolgt werden können. Und wer ein Chaos hinterlässt, muss die Reinigungskosten tragen.
24-Stunden-Wertstoffhof in München: Welche anderen Neuerungen der AWM derzeit plant
Der Test in Pöcking läuft noch, wurde zuletzt verlängert, da die Resonanz in den ersten drei Monaten offenbar überschaubar war. Zunächst nämlich hatten die Bürger drei Euro Gebühr zahlen müssen. Die entfällt nun für die nächste Testphase. Erst an deren Ende will der Starnberger Abfallwirtschaftsbetrieb (Awista) eine Bilanz ziehen.
Die könnte dann auch für München entscheidend sein, denn die Stadt beobachtet den Testlauf sehr genau. In einer Vorlage für den Stadtrat heißt es, der AWM sei laufend bemüht, den Bedürfnissen der Münchner entgegenzukommen und suche immer nach zusätzlichen Lösungen. So hat das Unternehmen beispielsweise im Sommer und Herbst 2023 Nachbarschaftstage durchgeführt, bei denen Bürger an zentralen Orten im Viertel an Samstagen ihren Sperrmüll oder Elektroschrott abgeben oder sogar tauschen konnten. Dieses Angebot sei gut angenommen worden, daher wird auch hier geprüft, das Angebot dauerhaft einzurichten.
