Nach Kernsanierung und Umbau

Ohne sie gäbe es keine OPs: Krankenhaus Agatharied eröffnet neue Sterilisation

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Einblicke in die später keimfreie Zone holten sich Klinik-Vorstand Benjamin Bartholdt (hinten 3.v.r.), Landrat Olaf von Löwis (hinten 2.v.r.) und Vize-Vorständin Carina Gilke (hinten 3.v.l.) von der stellvertretenden Bereichsleiterin Barbara Vuzem (hinten 4.v.r.) und ihrem Team.
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Ohne sie gäbe es keine OPs: Die Zentrale Sterilgutversorgung ist eine der wichtigsten Abteilungen im Krankenhaus Agatharied. Jetzt wurde sie mit einer Party neu eröffnet.

Agatharied - Kuchengabeln klappern auf den Tellern, Sektgläser klirren, im Hintergrund rauscht die Spülmaschine: Szenen wie bei einer Küchenparty spielen sich in der neuen „Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung“ (kurz ZSVA) im Krankenhaus Agatharied ab. Doch der lockere Eindruck bei der Eröffnungsfeier ist nur von kurzer Dauer. Denn sobald die Gäste weg sind, wird hier sauber gemacht. Und zwar nicht nur mit Lappen und Besen, sondern mit modernster Desinfektions- und Sterilisationstechnik: Dann wird die Abteilung vom „unreinen“ zum „reinen“ Bereich. Eine hermetisch von der Außenwelt abgeriegelte Zone, in der Keime keine Chance haben.

Als „Herzstück des Krankenhauses“ adelt Klinik-Vorstand Benjamin Bartholdt die neue ZSVA. Und fügt gleich hinzu, dass es auch für ihn etwas besonderes ist, hier einen Blick hineinwerfen zu dürfen. Wie schon in anderen Abteilungen, die die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses in seiner neuen Reihe „Meet & Greet“ ihren Kollegen aus anderen Bereichen präsentiert haben, werde ihm auch hier wieder vor Augen geführt, „dass es deutlich spannendere Jobs als meinen gibt“.

Sieben Tage pro Woche im Zwei-Schicht-Betrieb

Ein Teil dieser Spannung liegt sicher auch darin begründet, dass die Arbeit der 14 Kollegen in der ZSVA Grundlage für den OP-Betrieb ist. 6000 stationäre Eingriffe finden pro Jahr in den sieben OP-Sälen im Krankenhaus statt, dazu noch 2000 ambulante in zwei Sälen in Holzkirchen. Sämtliche wiederverwendbaren Medizinprodukte wie etwa das Operationsbesteck werden in der Sterilgutversorgung von hochmodernen Maschinen automatisch gereinigt und thermisch desinfiziert, dann von den Mitarbeitern kontrolliert, geprüft, gekennzeichnet und für die abschließende Sterilisation verpackt. Im Schnitt 150 Container schafft die Abteilung laut der stellvertretenden Bereichsleiterin der ZSVA, Barbara Vuzem, pro Tag. Dafür arbeiten die Kollegen an sieben Tagen pro Woche im Zwei-Schicht-Betrieb. „Wenn hier etwas schiefgeht, stocken die OPs“, betont Bartholdt.

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Damit es nicht so weit kommt, hat der Landkreis 2,1 Millionen Euro in die Kernsanierung und Digitalisierung der ZSVA investiert, berichtet der Vorstand. 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen habe man dafür vom Freistaat bekommen. Vier Jahre hätten die Planungen in Anspruch genommen, der eigentliche Umbau habe zehn Monate gedauert. Während dieser Zeit sei die ZSVA übergangsweise im Bereich des ehemaligen Bewegungsbads untergebracht gewesen. Der Umzug – nach kompletter hygienischer Reinigung – sei für den 19. Januar avisiert.

Landrat sichert politische Unterstützung zu

Auch für den Landrat ein schöner Anlass im 25. Jahr des Bestehens des Kreiskrankenhauses. Er sei ein „Fan“ der Klinik, outet sich Olaf von Löwis bei der Eröffnungsfeier. „Nicht, weil ich Landrat bin, sondern weil ich hier schon mehrfach gut behandelt wurde.“ Die ZSVA sei ein wesentlicher Bestandteil des Krankenhaussystems und entscheidend für die Patientensicherheit. Als kleines Gastgeschenk zur Party hat von Löwis das Versprechen mitgebracht, alles politisch Mögliche zu tun, um das Kreiskrankenhaus als solches zu erhalten.

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Doch auch Vuzem hat noch etwas zu enthüllen: Sie lüftet eine grüne OP-Decke, unter der sich Instrumente und Mikrofone eines Live-Musik-Duos verbergen. Während dieses dann für Unterhaltung sorgt, erklären die Mitarbeiter den interessierten Gästen die einzelnen Stationen und Geräte in der ZSVA. Und Vuzem versichert auf Nachfrage unserer Zeitung schmunzelnd, dass das Geschirr nach der Party selbstverständlich nicht in den Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen, sondern in der Krankenhaus-Küche gespült wird. Der Reinraum wirft seine Schatten voraus.

sg

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