VonSascha Karowskischließen
München OB Dieter Reiter (SPD) rechnet mit erheblichen Investitionen durch Bund und Freistaat, sollte die Stadt den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2040 erhalten.
München - Wohnungsbau, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs: Durch die Olympischen Sommerspiele in München könnte die bayerische Landeshauptstadt einen enormen Aufschwung erleben. Das sagte OB Dieter Reiter (SPD) Dienstag (11. Februar) am Rande des Presse Clubs in München.
Olympische Spiele 2040 in München: Rathaus-Chef rechnet mit erheblichen Investitionen durch Bund und Freistaat
Der Rathaus-Chef erhofft sich nämlich erhebliche Investitionen, die der Bund und der Freistaat in München tätigen würden, beispielsweise in die U-Bahn-Entlastungsspange U9 oder die zweite Stammstrecke, bei der dann zumindest sichergestellt sei, dass der nun gesteckte zeitliche Rahmen eingehalten würde. „Und es würden ein paar Tausend Wohnungen für die Athleten entstehen, die uns ja nach den Spielen bleiben würden.“ All diese Vorteile gelte es, den Münchnern vor einem Bürgerentscheid zu vermitteln, sagte Reiter.
Wie berichtet, will sich München für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2040 bewerben. Zunächst war das im Verbund mit anderen deutschen Städten geplant, die Wettbewerbe hätten dann an unterschiedlichen Orten ausgetragen werden können, etwa in München, Hamburg und Berlin. Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich aber zwischenzeitlich anders entschieden und favorisiert nun sogenannte Regionalkonzepte. Der Stadtrat hatte am 5. Februar die Verwaltung mit der Erstellung eines solchen beauftragt: „München+“ heißt der Arbeitstitel – und er gibt bereits vor, dass möglicherweise nicht alle Wettbewerbe in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen werden.
Olympische Spiele in München: Möglich wäre, dass auch Augsburg oder Nürnberg Wettbewerbe ausrichten
München verfügt zwar nach wie vor noch über die Sportstätten von den Olympischen Spielen 1972 und investiert seit Jahren kräftig in den Erhalt, etwa nun in die Sanierung des Stadions. Die Stadt müsste entsprechend weniger neu bauen. Es fehlt aber etwa eine Olympia-taugliche Schwimmarena oder ein Radstadion. Reiter nannte beispielhaft Augsburg oder Nürnberg als mögliche weitere Austragungsorte und deutete an, dass der Freistaat entsprechenden Investitionen gegenüber nicht abgeneigt sei. „Wenn Markus Söder den Augsburgern sagt, wir stellen Euch ein Schwimmstadion da hin, dann werden die kaum ablehnen.“
All diese Fragen werden nun im Konzept aufgegriffen. Bis Ende Mai muss der Stadtrat dem zustimmen. Reiter rechnet damit, dass im Oktober oder November die Bürger befragt werden. Neben München werden offenbar auch „Berlin+“, Rhein-Ruhr und Hamburg/Berlin als One-Village-Grobszenarien weiterverfolgt.
Olympische Spiele in München: Deutscher Olympischer Sportbund will im Dezember entscheiden
Der DOSB wird dann im Dezember festlegen, mit welchem Konzept sich Deutschland für eine Austragung der Olympischen Sommerspiele bewerben wird.
Zwar hatten die Bürger es einst abgelehnt, dass sich München um die Olympischen Winterspiele 2018 bewirbt. Reiter glaubt aber, dass es für Sommerspiele durchaus mehr Sympathien geben werde. Schließlich sei die Stimmung bei den European Championships 2020 herausragend gewesen.
