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Fehlbeleger müssen ausziehen - Gemeinde Otterfing sucht Ersatzquartiere

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Flüchtlinge und Einheimische haben das einjährige Bestehen der Unterkunft am Pitzarweg gefeiert. Nun müssen viele ausziehen.
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Bei der Unterbringung von Geflüchteten zieht der Landkreis jetzt alle Register – mit Folgen auch für bestehende Unterkünfte in Otterfing.

Otterfing – Wie Rathauschef Michael Falkenhahn (SPD) am Donnerstag in der Bürgerversammlung berichtete, müssen in absehbarer Zeit bis zu zwölf Fehlbeleger die beiden Otterfinger Quartiere am Pitzarweg und an der Birkenstraße verlassen. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. „Und für Obdachlose ist die Gemeinde zuständig“, betonte Falkenhahn. Er appellierte dringend an alle Gemeindebürger, dem Rathaus Unterkünfte anzubieten, „und sei es nur vorübergehend“.

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Der Landkreis sei mächtig unter Druck, den Zustrom an Geflüchteten unterzubringen, erklärte der Bürgermeister. Alle zwei Wochen trifft ein Bus aus den Ankerzentren ein, die Menschen brauchen dann ein Dach über dem Kopf. Die Notsituation sei so groß geworden, dass es jetzt auch die bisher geduldeten Fehlbeleger trifft, die teilweise seit Jahren in den beiden Otterfinger Flüchtlingsunterkünften wohnen. Das sei immer gut gelaufen, erklärte der Bürgermeister, auch mit den jungen Männern dort gebe es keine Probleme. „Doch jetzt müssen sie raus, jeder Platz wird gebraucht“, erklärte der Bürgermeister. Der Landkreis habe klar gemacht, die Räumungen durchzuziehen.

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Einige der Betroffenen haben feste Arbeitsstellen. Falkenhahn berichtete von zwei Männern, deren Frühschicht in Holzkirchen öfter um 3.30 Uhr beginnt: „Denen nützen Ersatzwohnungen in Kreuth oder Schliersee wenig. Dann wären die Jobs weg.“

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Die Gemeinde suche deswegen händeringend nach Ersatzquartieren für die geräumten Fehlbeleger. „Ich hoffe, wir helfen alle zusammen, damit wir menschenwürdige Unterkünfte für sie finden.“

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