VonChristoph Petersschließen
Ab Ende Mai rücken in Peiting die Bagger zur nächsten Großbaustelle an. Die Marktgemeinde geht den Ausbau der sanierungsbedürftigen Azamstraße an. Rund eine halbe Million Euro werden investiert. Nur ein Problem bereitete in der Sitzung Kopfzerbrechen, für das es mittlerweile aber eine Lösung gibt.
Peiting – Die Corona-Krise trifft auch die Gemeinde Peiting hart. Manches Vorhaben, das im beschlossenen Haushalt bereits vorgesehen, wird wohl nicht realisiert werden. Der designierte Bürgermeister Peter Ostenrieder, der ab Mai die Amtsgeschäfte übernimmt, hat bereits ein millionenschweres Streichprogramm angekündigt (wir berichteten). Der Ausbau der Azamstraße ist davon allerdings nicht betroffen. „Eigentlich wollten wir alle Ausgaben für den Straßenbau streichen“, sagte Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Sitzung des Ferienausschusses. Aber wegen baulicher Mängel dulde die Azamstraße keinen Aufschub. „Das muss gemacht werden“, betonte der Rathauschef.
Ende Mai werden deshalb die schweren Maschinen anrücken. Auf einer Länge von 240 Metern wird die Straße aufgegraben und die Abwasser- und Wasserleitungen auf Vordermann gebracht. Auch die Grundstücksanschlüsse werden zum Teil einschließlich der Revisionsschächte erneuert. Die Gehwege werden gepflastert und nicht mehr asphaltiert wie bislang. Vor dem Haus Nummer 13 soll laut Marktbaumeister Fabian Kreitl eine Parkbucht entstehen. Damit das Wasser ordentlich von der Fahrbahn abfließen kann, werden entlang der Straße eine Rinne samt Sinkkästen eingebaut.
Auch Straßenbeleuchtung wird erneuert
Im Zuge der Arbeiten soll auch das Stromnetz der LEW einschließlich der Straßenbeleuchtung ergänzt werden. Für das Glasfasernetz sind Leerrohre vorgesehen. Zum Schluss bekommt die Straße eine neue Asphaltdecke. Mit dem Abschluss der Maßnahme rechnet man im Tiefbauamt Mitte September. Während der Bauarbeiten muss die Azamstraße gesperrt werden. Man werde aber versuchen, die Querverbindung Ludwigstraße für die Schulkinder passierbar zu halten – für den Fall, dass die Schulen wieder öffnen.
Eine schlechte Nachricht hatte Kreitl allerdings für die Gemeinderäte, als er die Planung vorstellte. Die Engstelle am Haus Nummer 9, wo der Gehweg nur eine geringe Breite hat, lasse sich im Zuge der Maßnahme nicht beseitigen, bedauerte der Marktbaumeister. Grund dafür sei der Busverkehr. „Das muss leider so bleiben.“
Doch damit wollte sich Gunnar Prielmeier (SPD) nicht abfinden. „Diese Engstelle ist seit 50 Jahren ein Ärgernis.“ Es müsse doch eine Möglichkeit geben, den Gehweg um einen halben Meter zu verbreitern, damit auch ein Kinderwagen vorbeipasse, forderte er. Ansonsten müssten die Fußgänger immer die Straße queren. „Das ist eine Zumutung für Mütter mit Kindern.“
Den Wunsch konnte Bürgermeister Michael Asam natürlich nachvollziehen. Die einzige Möglichkeit, die er sehe, um das Problem zu beheben, sei, zusätzlichen Grund auf der gegenüberliegenden Seite zu erwerben. „Ich gebe Ihnen recht, dass wir diese Chance nutzen sollten.“ Er werde Kontakt mit dem Grundstückseigentümer aufnehmen, versprach der scheidende Rathauschef. Franz Seidel (BVP) freilich zeigte sich skeptisch. „Ich sehe da keine großen Chancen, dass das funktioniert. Dafür stehen die Häuser 9 und 10 zu eng zusammen.“ In der Poststraße habe man eine ähnliche Situation, erinnerte der 2. Bürgermeister.
Ortstermin bringt die Lösung
Zwischenzeitlich hat die Gemeinde eine andere Lösung gefunden. Statt auf einen zusätzlichen Grunderwerb zu setzen, soll der Gehweg auf der gegenüberliegenden Seite von 1,70 auf 1,20 Meter verschmälert werden. Damit schaffe man genügend Spielraum, um den Gehweg an der Engstelle von 60 Zentimeter auf rund einen Meter zu verbreiten, sagte Marktbaumeister Fabian Kreitl nach einem Ortstermin am Montag. „Dann ist genug Platz für Kinderwagen und Rollator.“
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Zuletzt sah es nach einem spannenden Duell aus, jetzt könnte die Wahl des 2. Bürgermeisters in Peiting überraschend zum Sololauf für SPD-Kandidat Gunnar Prielmeier werden.
