Überraschende Wendung

Vor Wahl des 2. Bürgermeisters in Peiting: BVP-Kandidat macht Rückzieher  - „Allianz gegen mich“

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Am kommenden Dienstag wählt der Peitinger Gemeinderat den 2. Bürgermeister.
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Zuletzt sah es nach einem spannenden Duell aus, jetzt könnte die Wahl des 2. Bürgermeisters in Peiting überraschend zum Sololauf für SPD-Kandidat Gunnar Prielmeier werden. Wie die SN erfuhren, verzichtet Andreas Schmid (BVP) doch auf eine Kandidatur. Auch Fraktionskollege und bisheriger 2. Bürgermeister Franz Seidel will nicht antreten.

Peiting – Am vergangenen Montag kam die Bürgervereinigung zur Fraktionssitzung zusammen. Natürlich ging es an diesem Abend vor allem um die konstituierende Sitzung, mit der am kommenden Dienstag der Marktgemeinderat offiziell in die neue Periode startet. Für seine Fraktionskollegen hatte Andreas Schmid dabei eine überraschende Nachricht im Gepäck, die seine mögliche Kandidatur für den Posten des 2. Bürgermeisters betraf. Er habe mitgeteilt, dass er nicht bei der Wahl antreten werde, sagt BVP-Chef Franz Seidel auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten.

Franz Seidel

Seidel selbst war es nach der Wahl gewesen, der Schmid ins Spiel gebracht hatte für das Amt, das er selbst bis dato 24 Jahre lang ausgefüllt hatte. Aus seiner Sicht sprach viel dafür, schließlich hatte Schmid als Bürgermeisterkandidat hinter dem neuen Rathauschef Peter Ostenrieder und Annette Luckner das beste Ergebnis eingefahren und zudem bei der Wahl für den Gemeinderat die zweitmeisten Stimmen bekommen. Und als stärkste Kraft neben der CSU war es für den BVP-Chef naheliegend, dass seine Fraktion auch in Zukunft den 2. Bürgermeister stellen sollte.

CSU und SPD werben für Gunnar Prielmeier

Dass Schmid nun einen Rückzieher macht, dürfte an den Entwicklungen der letzten Tage gelegen haben. Intern hatte ihm zwar seine Fraktion den Rücken gestärkt. Sie wollte an Schmid als Kandidaten festhalten, auch wenn Rathauschef Peter Ostenrieder durchblicken hatte lassen, dass ihm Seidel als Stellvertreter lieber wäre. Um die Chance seiner Gruppierung auf den Posten des 2. Bürgermeisters zu wahren, hatte Seidel der BVP seine erneute Kandidatur angeboten. Mit dieser hätten sich dem Vernehmen nach auch CSU und SPD anfreunden können. So aber schickten die Sozialdemokraten mit Gunnar Prielmeier einen eigenen Kandidaten ins Rennen, dem die Christsozialen prompt ihre Unterstützung zusicherten (wir berichteten).

Schmid wollte diese Entwicklung Ende vergangener Woche nicht kommentieren, aber auch er dürfte zu diesem Zeitpunkt gewusst haben, dass seine Chancen auf den Vizeposten dadurch deutlich geschrumpft waren. Schließlich bringen es CSU und SPD mit dem Bürgermeister im neuen Gremium auf zwölf der für eine Mehrheit nötigen 13 Stimmen.

Andreas Schmid

Tatsächlich habe es sich zuletzt abgezeichnet, dass es „eine Allianz gegen mich gibt“, sagt Schmid auf Nachfrage der SN. Weil eine Mehrheit für ihn deshalb unwahrscheinlich geworden sei, habe er die Konsequenz gezogen. „Da brauche ich nicht antreten, das macht keinen Sinn.“ Sein Gemeinderatsamt sei davon nicht berührt, betont er. „Dass ich das antrete, steht außer Frage. Mir ist es immer um Peiting gegangen und nicht um meine Person. Leider gilt das wohl nicht für alle.“

BVP-Chef will nicht in die Bresche springen

Mit Schmids Rückzug wäre theoretisch der Weg wieder für Seidel frei. Doch der winkt ab. Diese Chance sei vorbei, dies wäre Prielmeier gegenüber auch nicht fair, sagt der bisherige Vize-Bürgermeister. Er räumt ein: „Für die BVP hätte das alles besser laufen können.“ Wichtig sei jetzt aber, dass man im Gemeinderat gut zusammenarbeite und dass dies auch für den Bürgermeister und seinen künftigen Stellvertreter gelte.

An Gunnar Prielmeier, dem verbleibenden Kandidaten, soll das nicht scheitern. Mit Peter Ostenrieder sei er vor 24 Jahren in den Gemeinderat eingezogen, in all der Zeit habe man keine Probleme miteinander gehabt, sagt der SPD-Gemeinderat. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich gewählt werde.“

Ob Prielmeiers Kandidatur nach Schmids Rückzug bei der Wahl am kommenden Dienstag tatsächlich zum Sololauf wird, bleibt aber abzuwarten. „Mir wäre es schon recht, wenn es einen Gegenkandidaten gäbe“, sagt etwa Christian Lory aus dem Lager der Unabhängigen Peitinger. „Vielleicht lässt sich da noch was organisieren.“

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