Neubau-Plan auf der Kippe

Bleibt das Peitinger Jugendzentrum doch in der Lorystraße?

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Die Zukunft des Peitinger Jugendzentrums ist im Moment wieder offen.
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Eigentlich sollte 2021 mit dem Bau des neuen Jugendzentrums an der Jägerstraße in Peiting begonnen werden. So jedenfalls steht es im Haushalt, den der Gemeinderat im Dezember beschlossen hatte. Doch jetzt könnte wegen der Corona-Krise und einer Todesnachricht alles ganz anders kommen.

Peiting – Anfang Januar hatte die Peitingerin Maria Hoffmann einen besonderen Geburtstag begangen. 100 Jahre war die ehemalige Ärztin geworden, ein wahrhaft biblisches Alter. Ein weiteres Wiegenfest zu feiern, ist Maria Hoffmann nicht mehr vergönnt. Am vergangenen Freitag ist die betagte Dame gestorben. Die traurige Nachricht von ihrem Tod hat auch im Peitinger Rathaus für Bestürzung gesorgt. Schließlich verband Hoffmann und die Gemeinde eine lange Geschichte. In ihrem Haus in der Lorystraße hatte das Jugendzentrum 1989 eine Heimat gefunden. „Sie war eine tolle Frau“, erinnert sich der frühere Juze-Leiter Alex Zila.

Ein Ende dieser Verbindung war allerdings bekanntlich bereits in Sicht. Weil das Gebäude stark sanierungsbedürftig ist, war die Gemeinde seit Jahren auf der Suche nach einer Alternative für die gemeindliche Einrichtung. Im vergangenen Jahr einigte sich der Gemeinderat schließlich darauf, auf dem eigenen Grundstück an der Ecke Jägerstraße/Kampfgartenweg ein neues Jugendzentrum zu bauen – trotz Protesten der Anwohner, die Lärm- und Verkehrsbelastung im angrenzenden Wohngebiet fürchten.

Neubau sollte wegen Corona-Krise verschoben werden 

In diesem Jahr sollte mit der Planung begonnen werden, 2021 waren 1,5 Millionen Euro für den Neubau im Haushalt eingeplant. Doch das war vor der Corona-Krise. Weil massive Steuereinbrüche drohen, hat man in den vergangenen Tagen im Rathaus ein Streichprogramm über einige Millionen Euro vorbereitet, mit dem der neue Bürgermeister Peter Ostenrieder (CSU) gleich zu Beginn seiner Amtszeit gemeinsam mit dem Gemeinderat gegensteuern will. Auf dieser Liste befand sich auch der Neubau des Jugendzentrums, der nach hinten geschoben werden sollte.

Mietvertrag gilt nur noch zwei Jahre

Doch mit der traurigen Nachricht vom Ableben Hoffmanns gerät dieser Notfallplan ins Wanken. Denn laut dem amtierenden Bürgermeister Michael Asam ist verfügt, dass der Mietvertrag über die Juze-Räumlichkeiten zwei Jahre nach dem Tod der Ärztin ausläuft. Gleich am Montag habe man deswegen Kontakt mit den Erben aufgenommen, berichtet der scheidende Gemeindechef. „Sie wollen aber erst einmal das Nachlassverfahren abwarten.“

Ostenrieder schwebt derweil eine Lösung für das Dilemma vor. Die sieht so aus, dass die Gemeinde das alte Haus erwirbt und anschließend für eine weitere Verwendung als Jugendzentrum auf Vordermann bringt. Damit würde man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, sagt Ostenrieder. So gebe es am aktuellen Standort anders als am geplanten Neubau-Grundstück keine Probleme mit den Nachbarn. Die Gemeinde hätte zudem keinen Zeitdruck und eine Sanierung wäre zudem wohl auch günstiger.

Noch freilich sei dies nur eine Idee, betont Ostenrieder. Diese müsse erst noch mit dem neuen Gemeinderat diskutiert werden. Und auch die Erben müssten einem Verkauf zustimmen. Eine Entscheidung werde es aber so oder so geben müssen. „Ich will auf keinen Fall, dass der Markt eine Zeit lang ohne Jugendzentrum dasteht.“

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