Bürger äußern Kritik

CSU-Zukunftswerkstatt: Thema Marienheim sprengt fast den Abend

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Der Umzug der Einrichtung liefert Sprengstoff: das Marienheim.
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Explosionsgefahr bei der fünften „Zukunftswerkstatt“ der Peitinger CSU: Vor allem der Marienheim-Neubau lieferte ordentlich Zündstoff für eine feurige Diskussion an diesem zukunftsweisenden Abend.

Peiting – Fünfte „Zukunftswerkstatt“, 35 Besucher, fünf Stunden und inhaltlicher Sprengstoff für fünf Wochen. Es ist ein halbes Jahr hin bis zur Kommunalwahl, viele Bürger ohne politisch motivierten Hintergrund sind an diesem Abend nicht in den Stadl der Zechenschenke gekommen. An den verschiedenen Themen-Tischen entdeckt man einige Gesichter, die man auf der CSU-Gemeinderatsliste vermuten dürfte. Und dann gibt es noch die Wütenden und Besorgten. Das Thema Marienheim sprengt am „Ortsentwicklungs“-Themen-Tisch fast den Abend.

Gleich zu Beginn greift Organisator Peter Ostenrieder Themen auf, die noch vom letzten Mal auf der Agenda stehen. Die Seilbahn über die Peitnach nach Herzogsägmühle ist so eines. Eine laute Regung an einem Tisch. „War das ein Huster oder ein Lacher?“, fragt der CSU-Bürgermeisterkandidat. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses „spannende Thema“ haben die Teilnehmer am Ende des Abends mehr oder weniger als Utopie beerdigt.

Überhaupt befindet Ostenrieder viele Themen als „spannend“: Eine umstrittene Fahrtmöglichkeit vom Bachfeld zur Ammergauer Straße beispielsweise. Einen Fahrservice statt Ortsbus.

Die Diskussionsrunden starten. An manchen Themen-Tischen schleppend. Bei der „Ortsentwicklung“ nimmt die Diskussion dann ganz schnell Fahrt auf. Der Umzug des Marienheims vom aktuellen Standort in den Bereich des neuen Friedhofs ist wahrer Sprengstoff, über den sich in dieser Runde nicht nur Anwohner aufregen, die extra gekommen sind. Jetzt wird’s tatsächlich richtig spannend.

Ostenrieder unter Druck

Vor allem für Ostenrieder. Weil er als Gemeinderat das Grundstück nahe des Wohngebiets „Am Bühlach“ ins Spiel gebracht hat, gerät er unter Beschuss. Viele Telefonate mit Anwohnern hätte er seither geführt. Und er betont: Er hätte lediglich an das Grundstück erinnert. Weil die Gemeinde unter Druck steht: Das Marienheim am Ort halten und schnell mal ein bebaubares Grundstück in einer solchen Größenordnung finden – das sei die Herausforderung gewesen.

Einer, der kein Anwohner ist, aber sich in der Thematik auskennt, formuliert es so: „Wenn es ein Unternehmen versäumt, Fristen und Auflagen zu erfüllen, dann ist das sein Problem.“ Das sollte nicht zu Lasten der Öffentlichkeit gehen. Eine konkrete Bitte an CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Ostenrieder: „Bitte unterstützen Sie, dass dieses Monster da draußen nicht erfüllt wird!“ Einmal mehr betont Ostenrieder: „Es ist noch nichts eingetütet!“

„Dieser Baukörper ist ein architektonisches Monster.“

Überhaupt ist der Begriff „Monster“ an diesem Abend recht beliebt in den Diskussionsrunden. Er fällt auch, als es um die neue Wohnanlage geht, die auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände gegenüber des Peitinger Bahnhofs Ost entstanden ist. „Passt hinten und vorne nicht rein“, ärgert sich zum Beispiel Unternehmer Peter Geiß, der im Winter auf dem Bahnhofsgelände Christbäume verkauft. Er stößt sich an der optischen Gestaltung, die einem Münchner Stadtbautenwerk eher entspräche als einem Bau mit dörflichem Charakter. Ein anderer am Tisch sagt mit Verweis auf den Erhalt der ländlichen Strukturen am Ort: „Dieser Baukörper ist ein architektonisches Monster.“

Viel Kritik also an diesem Abend. Aber auch viele positive Ideen. Wie zum Beispiel die Einführung eines individuellen Fahrservices für Senioren und junge Leute, der den Ortsbus ersetzen könnte.

Mit der positiven Zukunft des Peitinger Jugendzentrums hatte sich unter anderem die Arbeitsgruppe Familie/Soziales/Jugend befasst: Das Jugendzentrum Peiting könnte ein wahres Zentrum werden für junge Menschen – mit Übungsräumen für Bands, Räumen für Konzerte und mit „Räumen, die auch für Nicht-Juze-Stammgäste buchbar sind“. Das Ziel: „Wir könnten ein neues Publikum anziehen – Party machen, Musik machen, sich treffen.“

Sicherlich auch „spannend“ – die Freude daran könnte allerdings getrübt werden durch den finanziellen Aspekt, den Gemeinderat und Kreis-Kämmerer Norbert Merk ins Feld führte: So sei es bei einem solchen Projekt nicht mit einem Stellenschlüssel von einem Hauptamtlichen und einer Halbtageskraft getan. „Da muss dann die Gemeinde schon mehr Personal einstellen.“ Oft mangelt es eben bei einer Ideenschmiede nicht an zukunftsträchtigen Ideen, sondern am Geld.

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