VonChristoph Petersschließen
Den großen Wurf plant die Marktgemeinde Peiting bekanntlich in Sachen Kinderbetreuung (wir berichteten). Am Dienstag wurden die Pläne erstmals öffentlich im Gemeinderat vorgestellt. Dabei wurde auch das Geheimnis um den neuen Standort fürs Jugendzentrum gelüftet. Auch ein Abenteuerspielplatz ist geplant.
Peiting – Schon Ende September hatte die Heimatzeitung über das Konzept berichtet, das vom Gemeinderat nichtöffentlich beschlossen worden war, um dem Mangel an Kinderbetreuungsplätzen langfristig zu begegnen. Dieser war im Frühjahr offensichtlich geworden, als die Gemeinde nur mit großer Mühe den Bedarf an Betreuungsplätzen hatte decken können. Zwar würde die Studie, die das Landratsamt jüngst veröffentlicht hatte, eher rückläufige Geburtenzahlen prognostizieren, doch würden in der Berechnung der zu erwartende Zuzug in die neuen Baugebiete fehlen, sagte Bürgermeister Michael Asam am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Man rechne deshalb weiter damit, dass künftig bis zu 70 Krippenkinder und 410 Regelkinder zu betreuen sein werden. Das bedeute, dass zusätzlich drei Krippengruppen à zwölf Kinder und drei bis vier Kindergartengruppen mit je 25 Plätzen benötigt würden.
Die Lösung, um diese unterzubringen, sieht, wie bereits berichtet, wie folgt aus: Die Krippe am Therese-Peter-Haus für Kinder wird baulich um eine Gruppe erweitert – der entsprechende Bauantrag wurde am Dienstag im Bauausschuss bereits genehmigt. Mittelfristig soll das Therese-Peter-Haus für Kinder zur reinen Krippeneinrichtung werden, die beiden Kindergartengruppen ziehen dafür um in den neuen fünfgruppigen Kindergarten, den die Gemeinde auf dem Grundstück an der Ecke Uhrerskreuzweg/Jägerstraße neu baut. Dieser werde in modularer Bauweise errichtet, um später bei Bedarf um zwei Gruppen erweitert werden zu können, sagte Asam.
Verlegt werden in die neue Einrichtung sollen auch die beiden Gruppen aus dem jetzigen Kindergarten am Rathaus, dessen Gebäude seine besten Tage hinter sich.
Noch nicht in trockenen Tüchern ist das Vorhaben der katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Michael, den Kindergarten in der Angermoosstraße mit einem Anbau um zwei Regelgruppen zu erweitern. Noch seien Zuschussfragen und baurechtliche Dinge zu klären, sagte der Bürgermeister. „Aber die Kirchenverwaltung ist sehr engagiert“, zeigte er sich optimistisch.
Rollen werden die Bagger auch auf dem Grundstück am Forsthaus neben der Schloßberghalle, das die Gemeinde im Frühjahr vom Freistaat erworben hatte. Dort entsteht ein neues Hortgebäude, um die räumlich angespannte Situation zu verbessern. Derzeit würden von der Kinderhilfe Oberland Kellerräume in der Einrichtung in der Untereggstraße für die Betreuung genutzt, eine weitere Gruppe sei aktuell übergangsweise in der ehemaligen Mädchenschule untergebracht.
Endlich Standort für Jugendzentrum gefunden
Einziges Problem: Eigentlich sei der Standort für den Bau des neuen Jugendzentrums vorgesehen gewesen, erinnerte Asam. Doch auch hierfür habe man im Gemeinderat eine Lösung gefunden. Errichtet werden soll es nun an der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße. Das dortige Grundstück wird bislang als Aufwärmplatz von den Fußballern genutzt. Mit diesen sei aber bereits gesprochen worden, berichtete der Bürgermeister. Auch nach dem Bau des Juze bliebe genug Fläche für ein Kleinfeld übrig. Freuen dürften sich die Peitinger Kinder über die Ankündigung von Marktbaumeister Fabian Kreitl, dass zwischen den Tennisplätzen und der Krippe ein Abenteuerspielplatz geplant ist.
Fertig werden soll der Krippenanbau und der Anbau für die Offene Ganztagsschule (OGTS) an der Alfons-Peter-Schule bereits im Herbst 2020, der neue Kindergarten und der Hort schon ein Jahr später. Kreitl sprach deshalb von einem „straffen Zeitplan“. Der Bau des Jugendzentrums könne deshalb erst 2022 angegangen werden. „Wir versuchen aber, die Planung baldmöglichst auszuschreiben.“
„Eine tolle Geschichte mit einem Schönheitsfehler“
Die Erleichterung, dass man eine Lösung für das Betreuungsproblem gefunden hatte, war Bürgermeister Michael Asam deutlich anzumerken. Er sei „froh und glücklich“, sagte er. „Das ist eine tolle Geschichte für Peiting.“ In der Diskussion wurde freilich auch klar, dass nicht alles Gold war, was glänzte. Von einer „gelungenen Geschichte mit einem Schönheitsfehler“ sprach denn auch Christian Lory (Unabhängige). Mit dem Wegfall des Kindergartens am Rathaus fehle eine Einrichtung in der Ortsmitte.
Ebenfalls problematisch sah das Herbert Salzmann (SPD). Gerade in der Mitte und im Süden, wo neue Baugebiete entstünden, fehle ein Kindergarten. Die Eltern müssten künftig quer durch die Gemeinde, um ihre Kinder abzugeben. Leider sei das Projekt Basili-Wiese gescheitert. „Mit dem müssen wir jetzt leben.“ Auch das Juze hätte Salzmann lieber neben der Schloßberghalle gesehen. Von einer „runden Sache“ sprach Thomas Elste (Grüne). Nur die Querverbindungen für Fußgänger auf dem großen Gelände dürfe man nicht vergessen. „Daran sitze ich schon“, beruhigte Marktbaumeister Fabian Kreitl. Schade fand es Norbert Merk (CSU), dass Krippe und Kindergarten künftig nicht mehr unter einem Dach seien. Immerhin sei der Kompromiss gelungen, beide Einrichtungen in nächster Nähe unterzubringen.
Alfred Jocher (Unabhängige) wollte wissen, ob es nicht besser wäre, Juze und Kindergarten-Neubau auf einem Grundstück – notfalls mit Einbeziehung der wenig genutzten Tennisplätze – zu verwirklichen, um so Synergien etwa bei der Heizung zu nutzen. Das habe man bereits geprüft, sagte Kreitl. Für ein derart großes Gebäude reiche die Kapazität des Blockheizkraftwerks im Eisstadion nicht aus. Versorgt werden könnten Juze, OGTS und Krippe, weshalb eine Trennung der Einrichtungen besser sei. Michael Deibler (CSU) schlug vor, lieber einen Tennisplatz in eine Soccerbox umzuwandeln. Daran habe man auch schon gedacht, sagte Asam. „Die kosten aber richtig Geld“.
Von einem „besonderen Tag“ sprach Monika Ludwig (SPD). Auf den Beschluss für den Bau des Jugendheims habe man sehr lange gewartet. Damit sprach sie Jugendreferent Alexander Zila (SPD) aus der Seele. „Ich kann mir das hier gut vorstellen.“ Deibler regte in diesem Zug an, die Verbindung zwischen dem geplanten Kindergarten-Neubau und dem künftigen Juze zu verbessern. „Da muss etwas geschehen.“ Ein Gehweg sei schon geplant, sagte Asam.
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Ein Neubau auf der grünen Wiese soll den Verbleib des Marienheims in Peiting sichern. Der angedachte Standort gegenüber des neuen Friedhofs hat am Dienstag im Gemeinderat für eine hitzige Debatte gesorgt – vor den Augen der zahlreich erschienenen Anwohner. Die stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber.
