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Peiting nimmt das nächste Millionen-Projekt in Angriff: Auf dem Parkplatz vor der ehemaligen Mädchenschule an der Bachstraße soll ein Parkdeck entstehen. Die erste Planung fand am Dienstag im Gemeinderat eine breite Mehrheit. Doch es gab auch kritische Stimmen.
Peiting – Mehr Parkplätze in der Ortsmitte zu schaffen, um den Hauptplatz zu entlasten: Dieses Ziel verfolgt die Marktgemeinde schon länger. Immer wieder tauchte dabei die Idee eines Parkdecks auf, etwa auf dem ehemaligen Barnsteiner-Gelände an der Poststraße. Dort soll jetzt ein Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen (wir berichteten). Das Parkdeck soll dennoch kommen, allerdings an anderer Stelle. Der Marktgemeinderat habe vor einiger Zeit beschlossen, die Schongauer Firma Haseitl mit der Planung für eine entsprechende Lösung auf dem Parkplatz der Mädchenschule zu beauftragen, sagte Bürgermeister Michael Asam am Dienstag in der Sitzung des Gremiums. Die lag nun vor.
Die Aufgabe sei eine Herausforderung gewesen, sagte Haseitl-Geschäftsführer Peter Schrehardt. Denn eine derartige Anlage vor einem historischen Gebäude wie der Mädchenschule zu errichten, stelle besondere Anforderungen. „Ich denke, es ist uns gelungen, dass es trotz einer Größe von 58 auf 33 Meter nicht wie ein Fremdkörper wirkt.“ Mit 151 Stellplätzen habe man zudem die Forderung, die derzeitige Kapazität von 81 Parkplätzen zu verdoppeln, fast erfüllt.
Die Details erläuterte anschließend der Ingenrieder Architekt Horst Hafenmayer, dessen Büro die Pläne erstellt hatte. Damit das Parkdeck nicht zu wuchtig wirkt, habe man sich für eine filigrane Stahl-Skelett-Bauweise entschieden, die begrünt werden könne. Das habe den Vorteil, dass es von allen Seiten einsehbar sei, erläuterte der Architekt. Die Zufahrt erfolge wie bisher auf der nordöstlichen Seite. Der Clou: Weil die untere Ebene in das ansteigende Gelände eingearbeitet werde, liege die obere Ebene im Süden etwa auf dem aktuellen Niveau. Damit vermeide man, dass das Parkdeck die Fenster der Mittelschule verschatte. Weil zudem die Anlage großen Abstand zur Mädchenschule lasse, werde auch die Fassade des historischen Gebäudes nicht beeinträchtigt.
Aufzug soll Anbindung verbessern
Auch über die Wegeverbindung hat sich der Planer Gedanken gemacht. Dank eines Aufzugs neben der Treppenanlage sei nicht nur das Parkdeck, sondern auch der Weg vom südlichen Gemeindeteil zum Zentrum künftig barrierefrei, sagte Hafenmayer.
Im Gremium sorgte die Planung mehrheitlich für Begeisterung. Er habe Bedenken gehabt, ob sich das Parkdeck an dieser Stelle einfüge, gestand der Bürgermeister. Aber jetzt sehe man, „das passt gut rein.“ Asam war nicht der einzige, dem es so ging. Auch Franz Seidel (BVP) sagte, er habe Angst gehabt, dass es „etwas greisliches wird“. „Ich bin positiv überrascht, dass es so gut gelungen ist.“
Dem Lob schloss sich auch Peter Ostenrieder an. Mit dem Parkdeck bekomme man auch einen neuen Platz. Der CSU-Fraktionschef ging noch einen Schritt weiter und stellte die Frage, ob die Anlage später um ein Stockwerk erweitert werden könne. „Ich sehe das jetzt schon voll.“ Dies sei möglich, wenn man die Fundamente entsprechend ausführe, antwortete Schrehardt. Er gab zu bedenken, dass eine Aufstockung dem Ziel, das historische Schulgebäude nicht zu belasten, entgegenwirken würde.
Grünen-Rat kritisiert fehlenden Bedarf für Parkdeck
Dass es überhaupt einen Bedarf für das Parkdeck gibt, stellte indes Thomas Elste (Grüne) in Frage – von den dafür zu fällenden 20 Bäumen ganz zu schweigen. „Auch wenn ich jetzt der Spielverderber bin.“ Zur Untermauerung legte er Zahlen vom Tag der Sitzung vor. Am Vormittag seien fünf Parkplätze, nach Schulschluss sogar 52 frei gewesen, am späten Nachmittag 39. Auch am Hauptplatz und in der Bachstraße habe es zu dieser Zeit Parkmöglichkeiten gegeben, „obwohl die Eisdiele brechend voll war.“ Das Geld – immerhin mindestens 1,5 Millionen Euro – könne man an anderer Stelle besser investieren, etwa in mehr Fahrradabstellanlagen.
Die Mehrheit sah dies freilich anders. Es gebe ständig Beschwerden wegen mangelnder Parkplätze am Hauptplatz, sagte Asam. Er suche selbst oft genug einen Parkplatz, pflichtete ihm Seidel bei. „Wer was anderes sagt, redet an der Realität vorbei.“ Nur Alfred Jocher (Unabhängige) sprang Elste bei. Er finde immer einen Parkplatz. Und nur für bestimmte Anlässe, wo die Nachfrage höher sei, sei der Bau zu teuer.
Gegen drei Stimmen entschied der Gemeinderat am Ende mit großer Mehrheit, Haseitl mit der Feinplanung zu beauftragen. Dann soll es auch eine genaue Kostenschätzung geben.
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