VonChristoph Petersschließen
In der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderats am heutigen Dienstag geht es nicht nur um die Wahl des 2. Bürgermeisters, sondern auch um die Besetzung der künftigen Ausschüsse. Der neue Rathauschef Peter Ostenrieder will zudem wieder Referenten berufen, die das Gremium erst 2016 abgeschafft hatte.
Peiting – Zu Beginn der konstituierenden Sitzung heute in der Dreifachhalle der Marktgemeinde wird es feierlich: Gleich drei Pfarrer hat der neue Rathauschef Peter Ostenrieder für das ökumenische Segensgebet eingeladen. Dirk Wollenweber für die evangelische, Robert Kröpfl und der Birkländer Pater Joyice für die katholische Gemeinde. Dass letzterer an der Zeremonie teilnimmt, liegt zum einen daran, dass Ostenrieder in Birkland wohnt. Zum anderen „sind damit beide Bistümer vertreten“, erklärt der neue Rathauschef. Solche Details sind Ostenrieder wichtig, und es zeigt: Bei seinem Debüt will der frischgebackene Bürgermeister offenbar möglichst wenig dem Zufall überlassen.
Intensiv vorbereitet sind denn auch die Vorschläge für die künftigen Ausschüsse und weiteren Posten, die Ostenrieder dem neuen Gemeinderat nach der Wahl des 2. Bürgermeisters unterbreiten wird. Wenig überraschend soll es weiterhin einen Bauausschuss mit acht Mitgliedern geben. „Die Zahl hat sich bewährt“, sagt Ostenrieder. CSU, SPD und BVP kommen laut Wahlergebnis jeweils auf zwei Sitze, Grüne und Unabhängige sind rechnerisch mit einem Platz vertreten.
Ferienausschuss soll Notlösung bleiben
Gleiches gilt für den Ferienausschuss, den der Bürgermeister berufen will. Von der Option, in Corona-Zeiten mit weniger Mitgliedern zu tagen, möchte Ostenrieder aber nur im Notfall Gebrauch machen. „Ziel ist es, dass immer der komplette Gemeinderat zusammenkommt. Deshalb werden die Sitzungen auch künftig erst einmal in der Dreifachhalle stattfinden.“ Dort sei auch genug Platz für Zuschauer. Solange die Halle nicht für den Sport genutzt werden könne wegen der Corona-Beschränkungen, halte sich auch der Aufwand in Grenzen, weil nicht umgebaut werden müsse.
Für ÖDP-Gemeinderätin Marion Gillinger ist das eine gute Nachricht. Weil ihre Partei nur über einen Sitz im Gremium verfügt, wäre sie auch im Ferienausschuss außen vor, sollte der Gemeinderat dem Vorschlag des Bürgermeisters folgen und es bei acht Sitzen belassen.
Weiter vier Sitze soll es wie gehabt im Rechnungsprüfungsausschuss geben. Vertreten wären in diesem Fall CSU, SPD, BVP und Unabhängige.
Für diese Themenfelder soll es wieder Referenten geben
Während die Fraktionen erst in der Sitzung bekannt geben werden, welche ihrer Räte sie in die Ausschüsse entsenden, kann Ostenrieder an anderer Stelle bereits Namen nennen. Dabei geht es um die Posten der Referenten, die der neue Bürgermeister wieder einführen will. Das ist insofern überraschend, als dass der Gemeinderat die Referate erst 2016 in einer knappen Entscheidung abgeschafft und in der Folge nur noch einen Jugend- und einen Sportbeauftragten bestimmt hatte. Doch in gewissen Bereichen mache ein Referent durchaus Sinn, begründet der Rathauschef seinen Vorstoß.
So soll es künftig mit Alfred Jocher einen Seniorenreferenten geben, der nach dem erfolgten Generationenwechsel im Gemeinderat das Bindeglied zur älteren Generation sein soll. Die gleiche Rolle ist dem jüngsten Gemeinderat Florian Deibler zugedacht, der als Jugendreferent den Kontakt zu den jungen Peitinger halten soll. Sein Vorgänger Alex Zila habe schon zugesagt, ihn dabei tatkräftig unterstützen zu wollen, sagt Ostenrieder.
Den Posten des Sportreferenten soll künftig Hermann Mödl (BVP) von Michael Deibler (CSU) übernehmen. Für das Referat Schule und Kita wäre in den Augen des Bürgermeister Norbert Merk (CSU) der geeignetste Kandidat. Dieser habe den Posten schon bis 2016 inne gehabt und kenne sich als früherer Mitarbeiter im Jugendamt und jetziger Kreiskämmerer bestens mit der Materie aus.
Wirtschaft bleibt Chefsache
Keine Referenten soll es nach dem Willen Ostenrieders in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus geben. „Das ist Chefsache und im Rathaus gut aufgehoben.“ Auch den Bereich Klima und Umwelt sieht der Rathauschef als Thema für den Bürgermeister, einem Kulturreferenten steht er ebenfalls skeptisch gegenüber. Ob das Gremium das freilich genauso sieht, wird sich am Dienstagabend in der Sitzung zeigen.
Lesen Sie auch:
Autofahrer aufgepasst: Seit Montag gibt es in der Peitinger Ortsmitte eine Baustelle. Der Verkehr wird deshalb umgeleitet.
Ab Ende Mai rücken in Peiting die Bagger zur nächsten Großbaustelle an. Die Marktgemeinde geht den Ausbau der sanierungsbedürftigen Azamstraße an. Für ein leidiges Problem ist eine Lösung gefunden.
