- VonWolfgang Schörnerschließen
Ein 58-Jähriger wäre am 19. September verblutet, wenn ihn drei Penzberger Realschüler nicht gerettet hätten. Der Mann und seine Firmenchefin dankten nun dem Lebensrettern.
Penzberg – Der 58-Jährige, der vor zwei Wochen in Penzberg fast verblutet wäre, ist am Dienstag seinen drei jungen Lebensrettern wieder begegnet. „Vergelt’s Gott, Dankeschön“, sagte der sichtlich bewegte Mann. Acht Tage war er im Krankenhaus gelegen, zum Teil auf der Intensivstation. Kann er sich an den Augenblick, als seine alte Wunde aufbrach, und an die Rettung erinnern? Er habe „gar keine Erinnerung“, so der 58-Jährige, der in der Zeitung weder mit Namen genannt noch mit Bild abgedruckt sein will. Die alte Wunde habe er sich schon im Winter mit einer Säge zugezogen, bei privaten Arbeiten, erzählte er. Damals sei er noch nicht bei der Garten- und Landschaftsbaufirma „Probst ausführen“ in Penzberg beschäftigt gewesen.
Die drei Penzberger Realschüler hatten eine Blutspur entdeckt
Timo Soyer (15), Luis Kägeler (16) und Samuel Lorenz (15) waren am 19. September auf dem Nachhauseweg vom Sportunterricht, als sie bei einem Waldstück eine Blutspur entdeckten. Sie folgten ihr und fanden den am Bein blutenden und unter Schock stehenden Mann, der offenbar eine Böschung hinabgestürzt war. Sie holten Hilfe und retteten ihm damit das Leben. „Ohne die Zivilcourage der drei Burschen wäre der Mann wohl verblutet“, erklärte die Polizei.
Firmenchefin: Die Drei sind „mutig und beherzt vorgegangen“
Auch Firmenchefin Maria Probst dankte den drei Realschülern. Sie hatte die drei Lebensretter und ihren Mitarbeiter am Dienstag zusammengeholt. Die drei Jugendlichen, sagte Maria Probst, seien „mutig und beherzt vorgegangen“. So etwas sei heutzutage nicht selbstverständlich. Wichtig war es ihr auch anzumerken, dass es zu der alten Verletzung nicht bei ihrer Firma in der Arbeit gekommen war. Man trage hier die vorgeschriebene Schnittschutzkleidung. Dass der 58-Jährige seine alte Wunde aber verheimlichte, womöglich aus Angst um seinen neuen Arbeitsplatz, bedauert Maria Probst: „Da hätte er sich keine Sorgen machen müssen.“
Den Jugendlichen schenkte sie zum Dank einen Gutschein für ein Sportgeschäft. Von der Realschule wurde das Trio bereits mit Urkunde und Gutscheinen ausgezeichnet. Gab es noch weitere Reaktionen? „Gefühlt die ganze Schule ist zu uns gekommen und hat nachgefragt“, so Timo Soyer. Und Samuel Lorenz fügte an: Er sei vier Tage später nach München gefahren – und sei sogar dort angesprochen worden.
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