Ausfälle in der kommenden Woche

Personalmangel bleibt: RVO streicht weitere Woche Bus-Fahrten im Leitzachtal

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Im Leitzachtal, hier die nicht betroffene Linie 9555, musste der RVO einige Fahrten streichen. Dem Unternehmen fehlen zahlreiche Busfahrer.
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Die Personalengpässe bei der RVO haben sich nicht entschärft. Die Folge: Die Ausfälle von Fahrten auf der Linie 9552 im Leitzachtal bleiben eine weitere Woche lang bestehen.

Update Freitag, 21. Oktober, 18 Uhr:

Die erst seit Anfang Oktober im Takt verdichtete Buslinie 9552 durchs Leitzachtal kommt nicht richtig in Fahrt. Wie die Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH am Freitag mitteilte, entfallen auch in der kommenden Woche (Montag, 24., bis Freitag, 28. Oktober) etliche Kurse. Als Grund gibt die RVO den unverändert akuten Fahrermangel und den „leider immer noch sehr hohen Krankenstand“ mit aktuell 18 unbesetzten Diensten in der Niederlassung Oberland an.

Die betroffenen Abfahrtszeiten und -orte gleichen exakt denen der Vorwoche: 8.10 Uhr Miesbach Bahnhof (A-Ring), 10.04 Uhr Schliersee Bahnhof (B-Ring), 11.10 Uhr Miesbach Bahnhof (A-Ring), 12.01 Uhr Neuhaus Bahnhof (B-Ring), 15.10 Uhr Miesbach Bahnhof (A-Ring), 16.01 Uhr Neuhaus Bahnhof (B-Ring), 18.01 Uhr Neuhaus Bahnhof (B-Ring), 19 Uhr Miesbach Bahnhof (A-Ring), 19.31 Uhr Fischbachau Ort (B-Ring).

RVO-Niederlassungsleiter Andreas Päschel bittet die von den Ausfällen betroffenen Fahrgäste um Verständnis und betont, dass diese Entscheidung die einzige Möglichkeit sei, um den Schülerverkehr aufrechtzuerhalten.

Ursprüngliche Mitteilung Freitag, 14. Oktober, 15 Uhr:

Landkreis/Leitzachtal – Der Fachkräftemangel trifft die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) mit voller Wucht. Schon zu Schuljahresbeginn hatte sich das bemerkbar gemacht, als der Bustransfer der Schüler im Tegernseer Tal nicht reibungslos funktionierte und für Verärgerung bei Familien sorgte. Nun muss das Unternehmen zu einer drastischen Maßnahme greifen: Auf der Linie 9552 Leitzachtal wurden mehrere Fahrten komplett gestrichen. Noch die ganze nächste Woche über (17. bis 21. Oktober) können die Strecken nicht bedient werden.

Hoher Krankenstand beim RVO: Weitere Ausfälle nicht auszuschließen

Die RVO GmbH redet nicht lange um den heißen Brei herum: Der „akute Fahrermangel“ und der „kurzfristig sehr hohe Krankenstand“ hätten die Niederlassung Oberland an die Grenzen des Machbaren gebracht. Erstmals sei nun der Fall eingetreten, dass das Unternehmen einen ganzen Dienst nicht mehr habe besetzen können, sagt Sandra Schäfer vom Marktmanagement der Niederlassung mit Sitz in Tegernsee. „Wir hoffen, dass sich der Krankenstand nächste Woche wieder bessert“, erklärt sie. Ansonsten sei es nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Ausfällen komme.

Diese Fahrten auf der Linie 9552 sind von den Ausfällen betroffen

Betroffen sind kommende Woche zunächst die Kurse der Linie 9552 mit folgenden Abfahrtszeiten: 8.10 Uhr Miesbach Bahnhof, 10.04 Uhr Schliersee Bahnhof, 11.10 Uhr Miesbach Bahnhof, 12.01 Uhr Neuhaus Bahnhof, 15.10 Uhr Miesbach Bahnhof, 16.01 Uhr Neuhaus Bahnhof, 18.01 Uhr Neuhaus Bahnhof, 19 Uhr Miesbach Bahnhof, 19.31 Uhr Fischbachau Ort.

Schülerbeförderung soll möglichst aufrecht erhalten bleiben

„Wir haben die Linie ausgewählt, die nicht so stark frequentiert ist und die keinen wirklichen Schülerverkehr beinhaltet“, erläutert Schäfer. Oberstes Ziel nämlich sei es, die Schülerbeförderung aufrecht zu erhalten. Dies sei aufgrund interner Umstrukturierungen vorerst gelungen, heißt es seitens des RVO.

Mitarbeiter aus Büro und Verwaltung springen als Busfahrer ein

Schon kürzlich hatte Niederlassungsleiter Andreas Päschel erklärt, dass man aktuell einen Unterbestand von zehn Busfahrern habe. „Keiner will mehr diesen Job machen“, sagte er. Schäfer fügt hinzu, dass das Unternehmen bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe, um die Situation in den Griff zu bekommen. „Wir haben auch Fahrer im Ausland rekrutiert“, sagt sie. Aber die hätten meist zu wenig Sprachkenntnisse und müssten erst Deutsch lernen. Um kurzfristig Lücken zu füllen, seien außerdem Mitarbeiter aus dem Büro und der Verwaltung – sofern sie über einen Bus-Führerschein verfügen – als Fahrer eingesprungen. „Wir versuchen unser Bestes, um Ausfälle zu vermeiden“, versichert Schäfer. Doch wenn die Kapazitäten erschöpft seien, müsse man eben auch unliebsame Entscheidungen treffen.

gab/sg

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