Spektakuläre Bilder

Die Stoa169 als Doku-Serie - Filmemacher ermöglicht ganz neue Einblicke

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Der Weg zur Säulenhalle wurde filmisch begleitet.
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Die Stoa169 gibt es jetzt als Streaming-Serie: Der Pollinger Filmemacher Eike Fischer erzählt in einer sechsteiligen Doku mit spektakulären Bildern von der Entstehung der Säulenhalle, den beteiligten Künstlern und allerlei Schwierigkeiten. Das Ergebnis ist mehr als sehenswert – nicht nur für Fans der Stoa.

Polling – „Columns – Säulen unserer Zeit“: So hat das kleine Team der Pollinger Firma „Choreocraft Media“ seine Doku-Serie genannt, die ab sofort online erhältlich ist und geladenen Gästen kürzlich in einer Preview im Weilheimer Starlight-Kino vorgestellt wurde. Die sechs Folgen gewähren insgesamt über fünf Stunden lang außergewöhnliche Einblicke in „eines der größten Kunstprojekte unserer Zeit“, wie die Filmemacher die Stoa169 nennen. Und eins ist sicher: Wer auch nur eine der jeweils 52-minütigen Episoden anschaut, sieht die Säulenhalle an der Ammer hinterher mit anderen Augen.

Die Stoa169 mit anderen Augen

Vier Jahre lang, also von Anfang an, hat der in Polling aufgewachsene Filmemacher Eike Fischer die Vorbereitung und den Bau der Stoa169 mit der Kamera begleitet. Ihm und Felix Pitscheneder gelangen exklusive, teils spektakuläre Aufnahmen von der Entstehung und dem Einbau der Säulen. Sie folgen Initiator Bernd Zimmer durch beglückende und frustrierende Phasen des Projekts, dokumentieren auch die anfänglichen Widerstände im Ort und die organisatorische Herausforderung eines international abzustimmenden Baus inmitten der Corona-Pandemie.

Der Pollinger Filmemacher Eike Fischer hat die Entstehung der Säulenhalle begleitet.

Roter Faden der Serie ist der Bau der Halle vor Ort. Dazu wird das globale, alles verändernde Zeitgeschehen mit Nachrichtenschnipseln illustriert. Doch vor allem geht es um die Menschen, die dieses weltumspannende Kunstwerk gestalten. Künstler aller Kontinente und ausführende Handwerker vor Ort berichten von ihren Ideen, ihren Intentionen und ihren Erfahrungen, von ihren Zweifeln und Hoffnungen. Das Kamerateam führt zu hiesigen Schnitzern und Schlossern, die für die praktische Umsetzung kühner Vorstellungen sorgten. Zum Murnauer Metzger, der dem kirgisischen Künstler Shaarbek Amankul 800 Kuh-Kniegelenke für dessen Säule besorgte. Und in Ateliers und Werkstätten in Ghana, Polynesien, Georgien oder den USA.

Keine Vorkenntnisse nötig

Hier wie dort führt „Columns“ so tief wie direkt in die Kunst – ganz selbstverständlich, nie abgehoben oder elitär. Vorkenntnisse sind nicht nötig, Erkenntnisgewinn ist garantiert. Zum Gesamtkunstwerk – das ohne Erzähler auskommt, sondern die Beteiligten und letztlich auch die Säulen selbst erzählen lässt – wird die Serie auch durch die Musik, die der Weilheimer Joscha Arnold extra dafür komponiert und produziert hat.

Gewiss, man kann die Geschichte der Stoa169, dieser Säulenhalle, die ein Symbol für Völkerverständigung, Vielfalt und gemeinsame Verantwortung sein will, auch kürzer erzählen. Aber es lohnt sich sehr, mal so lange und so tief in die Kunst einzutauchen.

Die Doku-Serie ist erhältlich unter www.columns.de. Dort sind auch Trailer zu sehen. Jede der sechs 52-minütigen Episoden, die im Wochenrhythmus freigeschaltet werden, kostet 3 Euro, das Paket mit allen Folgen 15 Euro. Das Streaming funktioniert an Computer und Smartphone.

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