Befürchtungen wegen geplanter Liberalisierung

Protestaktion: Taxiunternehmer in Bad Tölz wollen ein Zeichen setzen

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Einen großen Auflauf gab es an diesem Mittwoch bei der großen Protestaktion der Taxifahrer in Berlin. Auch im Landkreis wollten einige Unternehmer ein Zeichen setzen.
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Wer an diesem Mittwoch zur Mittagszeit ein Taxi brauchte, stand vor Schwierigkeiten. Denn auch im Landkreis beteiligten sich Taxiunternehmen an einem bundesweiten Protesttag gegen geplante Lockerungen im Personenbeförderungsgesetz.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Taxi Much und die Taxivereinigung Bad Tölz, zu der acht Einzelunternehmer gehören, wollten ein Zeichen setzen und nahmen zwischen 12 und 13 Uhr keine Aufträge an.

„Unsere Telefonzentrale war in dieser Zeit nicht besetztn“, erklärt Johannes Waffen, Vorsitzender der Taxivereinigung. Über die Gründe wurden die Kunden auf Flyern informiert.

Die Unternehmen fühlen sich in ihrer Existenz gefährdet, weil sie unfaire Bedingungen gegenüber der Konkurrenz von Fahrdienstvermittlern wie Uber befürchten. Much schrieb dazu sogar schon an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Unternehmen wie Uber vermitteln private „Mietwagen“ mit Fahrer. Dabei sind sie nicht an bestimmte Tarife gebunden – anders als die Taxis, die ihren Preis vom Landkreis vorgeschrieben bekommen. Taxiunternehmen haben die Pflicht, ihre Dienste rund um die Uhr anzubieten und dürfen prinzipiell keine Fahrt ablehnen. „Uns wird bis ins letzte Detail alles vorgeschrieben, und die Kameraden dürfen machen, was sie wollen“, fasst der in Neufahrn (Egling) ansässige Taxiunternehmer Hans-Peter Sachenbacher zusammen. Er selbst beteiligt sich nicht an der Protestaktion, steht aber solidarisch dahinter.

Michael Much, Tölzer Taxiunternehmer.

Verhindern wollen die Taxiunternehmer die geplante Aufhebung der „Rückkehrpflicht“ für Mietwagen wie von Uber. Bislang müssen diese nach jeder Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurück, während Taxis an Ort und Stelle an einem Taxistand in der eigenen Gemeinde oder vor einer Großveranstaltung auf neue Kunden warten dürfen. Aus Muchs Sicht würde die Lockerung zu mehr Verkehrschaos in den Städten führen – und zu einer Verschärfung eines unfairen Konkurrenzkampfes.

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„Wir sind rund um die Uhr für unsere Fahrgäste da“, sagt er. Die „Absahner“ dagegen würden nur fahren, wenn es lukrativ ist. Und sie seien nicht unbedingt billiger. „Zum Beispiel an Silvester können zwei Kilometer schon mal 60 Euro kosten.“

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Im Landkreis ist Uber bislang nicht präsent. Much ist aber überzeugt: „Die drängen überall auf den Markt.“ Dass Uber seine Fühler in die Region ausstreckt, kann Waffen bestätigen. Er berichtet, dass ihn Uber sogar schon einmal als Fahrer angefragt habe. Er lehnte ab. 

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