VonAndreas Thiemeschließen
Sechs Jahre Verzögerung und mehr als 400 Millionen Euro an Kosten hat das neue Strafjustizzentrum in München bereits verursacht. In einem Jahr soll Bayerns größte Baustelle endlich in Betrieb genommen werden.
München – Mehr als 400 Millionen Euro schwer ist das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz – und noch immer nicht fertig. Seit dem Spatenstich im Jahr 2015 gab es etliche Verzögerungen. Munitionsfunde, Corona, der Ukraine-Krieg und Rechtsstreitigkeiten haben eine mindestens sechsjährige Verspätung gegenüber den ursprünglichen Planungen verursacht – und den Preis für Bayerns Steuerzahler um rund 100 Millionen Euro in die Höhe hochgetrieben.
Neues Strafjustizzentrum: Erste Prozess sollen ab 2026 stattfinden
Doch mittlerweile ist ein erwartetes Ende in Sicht. „Erste Prozesse sollen im Jahr 2026 stattfinden“, sagt ein Sprecher des Bauministeriums – noch ohne ein Datum zu nennen, um das nach tz-Infos auch intern gerungen wird. Am Projekt beteiligte Experten gehen aktuell von einem Start in rund einem Jahr aus.
Bayerns größte Hochbaustelle hat rund 40 000 Quadratmeter Fläche
Die Arbeiten an Bayerns größte Hochbaustelle mit 40 000 Quadratmetern Fläche sind laut Bauministerium „gut vorangeschritten“. Parallel zur Fertigstellung laufe der Inbetriebnahmeprozess, „um einen reibungslosen Start“ am Leonrodplatz sicherzustellen.
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Wann der Umzug erfolgt, wissen selbst die eigenen Mitarbeiter noch nicht
Was passiert aktuell am Bau? „Mittlerweile sind größtenteils alle Leuchten installiert und funktionstüchtig.“ In den Wartebereichen vor den Sitzungssälen werden die Möbel aufgestellt. Die Außenanlagen in den Innenhöfen wie auch im Gebäudeumgriff schreiten voran. Der Umzug erfolge dann „nach der Übergabe des Baus an die Justiz sowie nach Abschluss der IT-technischen und sonstigen Ausstattung“. 1300 Justizmitarbeiter werden in das neue Gebäude ziehen. Wann konkret? Das haben auch sie noch nicht erfahren...

