VonSascha Karowskischließen
Vertreter der DB und der MVG sollen dem Stadtrat Rede und Antwort stehen. Grund ist unter anderem die schier ewig kaputte Rolltreppe am Hauptbahnhof.
München - Diese Rolltreppe ist eine Grolltreppe: Immer mal wieder ist eine der Anlagen zwischen S-Bahn-Sperrengeschoss und Abfahrtshalle am Münchner Hauptbahnhof im Vorjahr ausgefallen. Doch nicht nur mit den Rolltreppen der Bahn gibt es Ärger, auch Anlagen im Hoheitsgebiet der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind oft defekt. Nun sind Vertreter der beiden Verkehrsbetriebe am Zug: Am kommenden Dienstag (28. Januar) sollen sie im Wirtschaftsausschusses des Münchner Stadtrates Stellung beziehen. Der Rolltreppen-Rapport.
Kaputte Rolltreppen in München: Anlage am Hauptbahnhof ist seit November defekt
Vor allem die Anlage am Hauptbahnhof sorgte zuletzt für Unmut. Bereits im Februar vorigen Jahres rollte mehrere Tage lang nichts. Gleiches Spiel im Mai – ausgerechnet in den Tagen rund ums Eröffnungsspiel Deutschland-Schottland mussten tausende Touristen ihre Koffer die Treppen hochschleppen.
Und Ende Juli war erneut Schluss: Techniker hatten bei Wartungsarbeiten defekte Stufen festgestellt. Seit 21. November steht die „Grolltreppe“ komplett still. Und sie lief quasi den ganzen Dezember nicht mehr. Der Grund: defekte Stufenketten. Und Lieferschwierigkeiten beim bestellten Ersatzteil. Eigene Ketten zum Austauschen hatte die Bahn nicht auf Lager.
Kaputte Rolltreppe am Hauptbahnhof: OB Dieter Reiter will wissen, wie Ärgernisse künftig vermieden werden können
Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) schimpft: „So weit hat die Politik in Deutschland unser Land schon gebracht: Nicht einmal mehr Ersatzteile für Rolltreppen sind bei den Herstellern noch vorrätig. Das ist ein Armutszeugnis und für einen Industriestandort einfach beschämend.“
Grundsätzlich könne er den Ärger der Bürger nachvollziehen, sagt Münchens OB Dieter Reiter. „Mich ärgert es auch.“ Er verstehe, dass Rolltreppen mal kaputt gehen könnten. „Aber wenn Rolltreppen über lange Zeiträume ausfallen, ist das schwer nachvollziehbar. Daher begrüße ich, dass sowohl MVG als auch die Bahn im Wirtschaftsausschuss Rede und Antwort stehen und aufzeigen, wie solche Ärgernisse künftig bestmöglich vermieden werden.“
