Die neue CD von „S‘Elysion“ trägt den Titel „Phänomenal“. Das klingt unbescheiden, ist aber durchaus berechtigt.
Arzbach – In der griechischen Mythologie ist das Elysion die „Insel der Seligen“, auf die jene Helden entrückt werden, die von den Göttern geliebt wurden und von diesen die Unsterblichkeit geschenkt bekamen. Wenn sich nun eine Musikgruppe „S’Elysion“ nennt, stellt sich natürlich die Frage, wer denn da auf der Insel der Seligen Zutritt bekommt, die Musiker oder die Zuhörer. Wenn es sich bei den Musikern um Elisabeth Danzer an der Gitarre und Sonja Schroth am Akkordeon handelt und die beiden noch Sepp Müller (Percussion), Peter Koller (Bass), Sebastian Schwarzenberger (Gitarre) und Ferdl Eichner (Bluesharp) mit auf die Bühne bringen, dann kann man ganz klar sagen: Musiker und Zuhörer. Und da die Protagonisten des Abends im Wesentlichen alle aus dem Isarwinkel kamen und auch im voll besetzten Saal des „Kramerwirts“ in Arzbach ganz offensichtlich viele Hiesige Platz genommen hatten, kam sozusagen das Elysium am vergangenen Donnerstagabend im Isartal zum Klingen.
Sabine Pfister vom KKK aus Lenggries freute sich, dass nach sieben Jahren nun auch die zweite CD des Duos im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe vorgestellt wurde. Nicht ohne guten Grund, wie Elisabeth Danzer kurz danach feststelle, war es doch Pfister, die maßgeblich daran beteiligt war, dass sie sich auch mit Soloprogrammen auf die Bühne getraut habe.
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Die neue CD trägt den unbescheidenen Titel „Phänomenal“ und ist zunächst einmal phänomenal abwechslungsreich. Der Schmusesong „Über die Jungs in der zweiten Reihe“ wechselt sich ab mit nachdenklichen und gesellschaftskritischen Stücken wie „Colour my life“, „Bin wia I bin“ und „Einfach moi staad“, aber auch immer wieder richtig schwungvollen und lustigen Stücken über den ganz normalen Wahnsinn unserer Zeit.
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Viele der Lieder sind phänomenal persönlich und offensichtlich ganz aus dem Leben von Elisabeth Danzer gegriffen. Man sitzt mit ihr auf der Sunntratn, beim Flößerfest in Lenggries oder am Walchensee beim Baden in der Abendsonne und weiß spätestens nach dem „Summa umma Blues“ und dem Stück „Winter ade“, dass sie kein Fan der bevorstehenden kalten Jahreszeit ist. Gut, dass man wenigsten im vergangenen Sommer auch den „Urlaub dahoam“ mit viel Sonne genießen konnte.
Unbedingt hervorgehoben werden muss noch einmal die phänomenale Band, die aus dem Abend ein wirkliches musikalisches Spektakel machte. Da gab es die ausführlichen Gitarrensoli von Schwarzenberger oder seine Duoeinlagen mit der Bluesharp von Ferdl Eichner. Unterstützung kam von der hervorragenden Rhythmusgruppe, bestehend aus Sepp Müller und Peter Koller. Hier präsentierte sich der Isarwinkel mit seiner musikalischen Vielfalt und seinen hervorragenden Musikern.
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Phänomenal war schließlich auch das Abschiednehmen. Mit stehenden Ovationen erklatschte sich das Publikum mehrere Zugaben und honorierte so die phänomenale Leistung aller Musiker des Abends.
Ob das mit den ewigen Freuden im Elysium schließlich klappen wird, steht noch nicht fest, die Verewigung der Musik auf einer CD verschafft ihr aber immerhin eine gewisse Unsterblichkeit.
Eva Pehl